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Europawahl 2014 CDU gewinnt Europawahl - SPD legt zu - AfD stark in Thüringen
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Wahlen 2014
21:42 25.05.2014
Wartburg in Eisenach. Quelle: dpa
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Erfurt

Die Union gewann damit im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren 1,2 Prozentpunkte hinzu.

Deutlicher zulegen konnte ihr Koalitionspartner SPD mit Plus 2,5 Prozentpunkte auf 18,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei rund 50 Prozent (2009: 53). Aus dem Stand schafft es die eurokritische AfD in Thüringen auf einen Stimmenanteil von 7,4 Prozent. Linke, Grüne und FDP verloren Stimmen. Die Europawahl sowie die Abstimmung über die Kommunalparlamente, deren Ergebnisse aber erst am Montag komplett vorliegen, gelten als erster Stimmungstest vor der Landtagswahl im September.

Lieberknecht sieht in den Ergebnissen von CDU und SPD eine Bestätigung der schwarz-roten Koalition in Berlin und Erfurt. Als Wermutstropfen bezeichnete die Thüringer CDU-Vorsitzende und Regierungschefin die niedrigere Wahlbeteiligung im Freistaat. „Die CDU ist klarer Wahlgewinner“, sagte Lieberknecht. Die SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Sozialministerin Heike Taubert, sieht die Sozialdemokraten im Aufwind. „Wir haben Vertrauen bei den Wählern zurückgewinnen können, das gibt uns Ansporn für die Landtagswahl in knapp vier Monaten“, sagte Taubert.

Nach dem Auszählungsstand von 92 Prozent büßte die Linke 1,5 Prozentpunkte ein und erzielte 22,3 Prozent. Die Grünen blieben mit 4,7 Prozent unter ihrem Ergebnis von 5,8 Prozent vor fünf Jahren. Größter Verlierer ist aber wie im Bundestrend die FDP, die auf 2,0 Prozent zurückfiel. 2009 hatten die Liberalen bei der Europawahl in Thüringen noch 8,2 Prozent erzielt.

„Es ist im Moment völlig außer Mode, FDP zu wählen“, sagte Landeschef Uwe Barth. Grünen-Landeschef Dieter Lauinger sagte: „Das Zeichen ist klar, wir werden bei der Landtagswahl im Herbst um jede Stimme kämpfen müssen und noch einmal eine Schippe drauf legen.“

Linke-Landtagsfraktionschef Bodo Ramelow bezeichnete das Abschneiden als zweitstärkste Partei als ermutigend. „Wir fühlen uns in unserem Kurs bestätigt“, sagte Ramelow, der auch Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl ist. Er sieht darin einen guten Ausgangspunkt für die Entscheidung im September, bei der Ramelow einen Regierungswechsel erreichen und Ministerpräsident werden will.

Lieberknecht kündigte eine härtere Auseinandersetzung mit der eurokritischen AfD an. Die AfD sei keine Alternative für Europa, Deutschland oder Thüringen: „Eine Koalition mit der AfD schließe ich aus“, sagte sie. Parteienvertreter rechnen am Abend damit, dass Thüringen künftig mit drei Abgeordneten im Europaparlament vertreten ist. Neben Dieter-Lebrecht Koch (CDU) und Gabi Zimmer (Linke), die bisher schon Europaabgeordnete waren, wird mit dem Einzug des SPD- Kandidaten Jakob von Weizsäcker gerechnet.

Knapp 1,9 Millionen Thüringer waren am Sonntag aufgerufen, über die Zusammensetzung des Europaparlaments sowie der Parlamente von Städten, Gemeinden und Kreisen abzustimmen. Bei den Kommunalwahlen standen in Thüringen mehr als 21 600 Kandidaten für ein kommunales Amt zur Wahl. Etwa 30 000 Wahlhelfer waren im Einsatz, um einen ordnungsgemäßen Ablauf der Abstimmung zu gewährleisten.

Simone Rothe

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