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Rosie und die FDP: Leipzigs Liberale werben mit weltberühmter Arbeiterin um Stimmen

Rosie und die FDP: Leipzigs Liberale werben mit weltberühmter Arbeiterin um Stimmen

Sie heißt Rosie, ist von Beruf Nieterin und spannt neuerdings auch für Leipzigs FDP ihre Muskeln. Die vom US-Grafiker J. Howard Miller entworfene Werbeikone ziert seit dem Wochenende viele Wahlplakatflächen in der Messestadt und soll dem FDP-Slogan „Ärmel hoch krempeln“ ein Gesicht geben.

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Marcus Viefeld (rechts) bei der Präsentation des Plakates beim Kreisverband der FDP.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Die Idee zur ungewöhnlichen Kombination hatte Stadtratskandidat Marcus Viefeld. Laut des 38-Jährigen aus dem Wahlkreis 9 habe Rosie das Potenzial, Klischees über die Liberalen geradezurücken.

Wie Viefeld am Montag gegenüber LVZ-Online sagte, sei die Entscheidung für Rosie gemeinsam im Wahlkampfteam gefallen: „Wir haben überlegt, wie wir uns präsentieren wollen. Und es war klar, dass es kein ‚Weiter so!’ geben darf“, so der freiberufliche Webentwickler, der auch die Online-Strategie der Leipziger FDP verantwortet. Beim Slogan „Ärmel hoch krempeln“ sei ihm dann die mehr als 70 Jahre alte Grafik des US-Künstlers in den Sinn gekommen.

Miller hatte das Bild 1942, als die Alliierten Europa gerade von den deutschen Nationalsozialisten befreiten, für den US-Elektrotechnik-Konzern Westinghouse entworfen. Während des Ressourcen aufreibenden Krieges sollte es Frauen für die Tätigkeiten in der verarbeitenden Industrie der USA gewinnen. Später avancierte die Grafik mit der originalen Überschrift „We Can Do It!“ (dtsch: Wir können es schaffen“) vor allem im feministischen Rahmen zum echten Dauerbrenner.

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"Rosie the Riveter" auf dem Plakat der Leipziger FDP für den Kommunalwahlkampf 2014.

Quelle: FDP Leipzig

„Dieser feministische Kontext hat uns aber kalt gelassen“, sagte Viefeld. Weltweit gehöre Rosie einfach zu den meist zitierten Grafiken, der Wiedererkennungseffekt sei enorm. „Bei Wikipedia steht ja auch, dass es nicht nur im Feminismus verwendet wird, sondern aus der Zeit der Heimatfront während des Zweiten Weltkrieges stammt. Dieser Impuls, durch eigenes Anpacken zum Gemeinwohl beizutragen, passt auch zu uns“, sagte der FDP-Politiker.

Nicht zuletzt, dass Rosie offenbar eine Arbeiterin und somit eher nicht zur mutmaßlichen FDP-Wählerschaft zu rechnen ist, kommt den Liberalen offenbar eher gelegen. „Wir sind in Sachsen eine Partei aus der Mitte der Gesellschaft. Im Erzgebirge repräsentiert die FDP beispielsweise auch das Schnitzerhandwerk“, sagte der 38-Jährige. In der Großstadt Leipzig gebe das Motiv nun die Gelegenheit, das Klischee von der Rechtsanwalts- und Chefarzt-Partei geradezurücken.

Bevor Rosie auf die Plakate gelangte, ließen die Liberalen mögliche Urheberrechtsansprüche prüfen, so der FDP-Kandidat weiter: „Während Rosie in den USA laut Wikipedia public domain ist, gehören die Lizenzrechte in Deutschland der Deutschen Presseagentur“, so Viefeld. Die notwendigen Gebühren kommen aus dem Wahlkampfbudget der Partei. „Das fällt hier kaum ins Gewicht, zumal das Feedback schon jetzt enorm ist“, erklärte der 38-Jährige am Montag.

Matthias Puppe

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