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KW Leipzig LVZ-Wahlforum - Moscheebau und Asylbewerber: Wie weltoffen ist Leipzig?
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Wahlen 2014
23:52 15.05.2014
So oder so ähnlich könnte die Ecke Georg-Schumann-Straße/Bleichertstraße mit Moschee aussehen. Quelle: Privat
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Leipzig

Beim LVZ-Wahlforum ging es auch um die Frage: Wie weltoffen ist Leipzig?

LVZ: Herr Clemen, die CDU forderte zuletzt im weit fortgeschrittenen Planungsprozess zum Moschee-Bau ein neues Planverfahren. Sagen Sie doch jetzt mal: Ist die CDU für oder gegen den Bau?

Robert Clemen (CDU)

Die CDU ist für die Durchsetzung der Religionsfreiheit. Wir würden uns zum Beispiel auch über eine Synagoge in Leipzig freuen. Aber: Wir haben deutsches Baurecht. Es kann nicht sein, dass andere Interessenten negativen Bescheid bekommen, und die Ahmadiyya unter ähnlichen Umständen eine Zusage.

Wir sind der Meinung, dass der Standort nicht optimal ist. Wenn die Gemeinde sich dafür entscheidet, muss das natürlich geprüft werden, und dann muss man auch dem Baurecht folgen. Wir sind aber der Meinung, dass die Transparenz im Verfahren nicht gegeben war, so dass Unwillen bei den Bürgern entstand. Dass dann Trittbrettfahrer die Diskussion ausgenutzt haben, ist eine ganz andere Sache…

Skadi Jennicke (Die Linke)

Ich war bei Diskussionen dazu in der Michaeliskirche und auch im Anker, wo es um die Asylproblematik ging. Das hat mir Angst gemacht, denn da gab es zum Teil eine Pogromstimmung, und die passt nicht zu Leipzig. Ich kann nur alle aufrufen, gegen solche Tendenzen aufzustehen und sich für ein weltoffenes Leipzig einzusetzen.

Reik Hesselbarth (FDP)

Wie weltoffen? Ich fürchte, in dieser Sache leider gar nicht. Klar, die Bürger, die in der Nähe des geplanten Moscheebaus wohnen, müssen mitgenommen werden. Die Ahmadiyya ist aber eine von der Landesregierung anerkannte Religionsgemeinschaft. Für sie gilt dasselbe Recht wie etwa für Katholiken, die auch in Leipzig bauen. Ich fürchte, diese Diskussion ist eine sehr emotionale. Und ich fürchte, sie tut Leipzig, das auch international Rang haben will, nicht gut.

Katharina Krefft (Grüne)

Ich habe aber auch große Unterstützung für Vielfalt erlebt. Im Laufe der Diskussion haben sich viele Initiativen gegründet, die sich für Weltoffenheit einsetzen, auch in Gohlis und Schönefeld. Es gibt eine breit getragene Solidarität. Schon durch die Uni und die Messen sind wir historisch gesehen eine offene Stadtgesellschaft, und viele Ausländer kommen gern nach Leipzig.

Axel Dyck (SPD)

Es wird langsam eng in dieser Stadt, und das wollen wir. Die Dichte der Bebauung nimmt zu, und da tritt der ein oder andere Konflikt zu Tage. Wir brauchen eine neue Art von Diskussionsplattform. Bei allen, die sich ums Gemeinwohl der Stadt kümmern, muss das Thema Akzeptanz eine größere Rolle spielen.

Weitere Statements der Kandidaten:

Gretchenfrage: Warum ist Ihre Fraktion die beste Wahl für Leipzig?

Bundesliga-Lizenz für RB Leipzig ist Thema bei Kommunalpolitikern

Kitaplatz-Misere: Hat der Stadtrat die Entwickung verschlafen?

Was kann sich Leipzig leisten? ÖPNV, St. Georg, Gewerbesteuer

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Evelyn ter Vehn

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