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Beben bei den Grünen – Hermenau wirft auf Parteitag in Leipzig hin

Beben bei den Grünen – Hermenau wirft auf Parteitag in Leipzig hin

Im Streit um ein mögliches schwarz-grünes Bündnis haben die sächsischen Grünen ihr bekanntestes Gesicht verloren. Gründungsmitglied Antje Hermenau gab beim Landesparteitag in Leipzig am Samstag ihren Rückzug aus der aktiven Politik bekannt.

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Antje Hermenau beim Grünen-Parteitag in Leipzig. Die langjährige Fraktionsvorsitzende zieht sich aus der aktiven Politik zurück.

Quelle: dpa

Leipzig. Sie werde ihr Landtagsmandat abgeben und auch den Grünen-Kreisverband Dresden verlassen, der Partei aber im Kreisverband Bautzen weiter angehören.

Die Entscheidung des Landesparteirats, keine Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufnehmen zu wollen, bezeichnete Hermenau als falsch. Ein entsprechender Antrag wurde aber mit großer Mehrheit von den rund 100 Delegierten des Parteitages angenommen. Es gab lediglich fünf Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen im Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in der Permoserstraße, wo der Parteitag stattfand.

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Leipzig. Im Streit um ein mögliches schwarz-grünes Bündnis haben die sächsischen Grünen ihr bekanntestes Gesicht verloren. Gründungsmitglied Antje Hermenau gab beim Landesparteitag in Leipzig am Samstag ihren Rückzug aus der aktiven Politik bekannt. Der Entschluss sei bereits in den vergangenen zwei Wochen gereift, sagte Hermenau.

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Die Grünen seien mit der schwarz-grünen Option in den Wahlkampf gegangen, sagte Hermenau, die zusammen mit dem Landesvorsitzenden Volkmar Zschocke als Spitzen-Duo angetreten war. „Wir beschließen den Wählerauftrag derer, die uns nicht gewählt haben.“ Die Grünen stellten sich als linke Partei neu auf. „Ich will mich nicht beschweren, ich will das nicht behindern. Lebt wohl!“, sagte sie den Delegierten zunächst noch ohne weitere Erklärungen.

"Ich fange nicht noch mal von vorne an“

Vor Journalisten sagte sie dann später: „Ich bin 50 Jahre alt. Ich habe zehn Jahre lang eine Fraktion aufgebaut, dreimal in den Sächsischen Landtag geführt und wirklich viele Widrigkeiten in Kauf genommen, dafür dass wir stark dastehen in der sächsischen Landschaft - ich fange nicht noch mal von vorne an. Die Herausforderung, die kleinste sächsische Oppositionspartei im Landtag zu sein, ist keine mehr für mich.“ Schon kurz nach der Wahl hatte sie ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Fraktionsvorsitzende erklärt. Für sie werde Franziska Schubert aus der Oberlausitz in den Landtag nachrücken, sagte Hermenau.

Vom Klima im Landesverband zeigte sie sich enttäuscht. „Ich fand die letzten zwei Jahre des persönlichen Umgangs doch sehr anspruchsvoll und bin jetzt eher geneigt, mich freundlicheren Mitmenschen zu widmen.“ Der Entschluss, das Mandat abzugeben, sei in den vergangenen zwei Wochen gereift, sagte Hermenau. Und mit diesem Entschluss sei sie auch nach Leipzig gekommen. „Weil ja klar war, dass dieser Parteitag gar nichts mehr zu entscheiden hat.“ Sie habe bereits ein Gewerbe angemeldet und werde künftig als Beraterin tätig sein.

Zschocke bedauerte den Rückzug. „Antje Hermenau war das Gesicht der sächsischen Grünen“, sagte er. Er sei aber sicher, dass die Grünen in Sachsen viele Gesichter hätten und es auch mit der neuen Fraktion und ohne Hermenau möglich sei, die Mehrheitsmeinung der Partei umzusetzen.

Zschocke: Keine Basis für Koalitionsverhandlungen

Vor den Delegierten hatte er zuvor das Nein zu einer schwarz-grünen Zusammenarbeit begründet. Die Sondierungen mit der Union hätten keine Basis dafür ergeben. Als Knackpunkte nannte er erneut die Energie- und die Bildungspolitik. „Regieren ist für uns kein Selbstzweck, uns Grünen kommt es auf die Inhalte an“, sagte er.

Der Zwist um Schwarz-Grün durchzog die Parteitagsdebatte. Viele Delegierte bemängelten, dass die Diskussion um mögliche Bündnisse schon im Wahlkampf die grünen Inhalte überlagert habe. Die Grünen hatten bei der Landtagswahl am 31. August 5,7 Prozent der Stimmen erhalten und sind künftig nur noch mit acht Abgeordneten im Landtag vertreten - einem weniger als bisher.  CDU und SPD hatten am Freitag beschlossen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Dem waren mehrere Sondierungsgespräche auch mit den Grünen vorausgegangen.

dpa

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