Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Landtagswahl 2014 Immer mehr kurzfristige Absagen: In Leipzig werden die Wahlhelfer knapp
Thema Specials Wahlen 2014 Landtagswahl 2014
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wahlen 2014
23:59 28.08.2014
Ruth Schmidt, Leiterin des Leipziger Amtes für Statistik und Wahlen. Quelle: Andreas Döring

"In diesem Jahr haben wir so viele Absagen wie noch nie." Dies liege wahrscheinlich an der Urlaubszeit.

Das Amt für Statistik und Wahlen des Rathauses hatte schon Anfang Februar bei rund 5700 Leipzigern angefragt, ob sie wieder bei den Europa- und Kommunalwahlen am 25. Mai und bei der Landtagswahl am 31. August mitmachen würden. Anhand der Rückmeldungen wurden 3090 Leipziger als Wahlhelfer für die Landtagswahlen berufen und ihnen vier bis sieben Wochen vor der Wahl die Berufungsschreiben zugestellt. "Bis heute haben 423 berufene Wahlhelfer ihren Einsatz wieder abgesagt", sagte gestern auf Anfrage Andrea Schultz vom Leipziger Amt für Statistik und Wahlen. Ihre Behörde habe zwar eine Einsatzreserve von 300 bis 400 Wahlhelfern gebildet, aber diese sei inzwischen fast ausgeschöpft. "Wir müssen auch davon ausgehen, dass einige Wahlhelfer auch noch am Wahltag kurzfristig wegbleiben", so die Expertin. Dies seien erfahrungsgemäß weitere rund hundert Personen. Als Gründe würden meist Krankheit, dienstliche Verpflichtungen sowie familiäre und private Ereignisse genannt.

"Wir sind seit Tagen dabei, kurzfristig Ersatz zu finden", berichtet Schultz. "In den meisten Fällen ist das bisher gelungen." Die Rathausmitarbeiter telefonieren jetzt hauptsächlich weitere Leipziger an, die sich in der Datenbank des Rathauses als Wahlhelfer speichern ließen. Trotzdem müssen in einigen Fällen auch schon Teams in den Wahllokalen reduziert werden - statt der üblichen acht Wahlhelfer kommen dann nur sieben Personen zum Einsatz. "Wichtig ist, dass in jeder Schicht die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbesetzung von drei Wahlhelfern im Wahllokal gesichert ist."

Dies gelingt allerdings nur, wenn am Sonntag nicht mehr als zwei Personen in einem Wahllokal ausfallen. "Sollte dies geschehen, werden wir Wahlhelfer von gut besetzten Wahllokalen abziehen und dorthin schicken", so Schultz.

Beim Ausfall von Wahlvorstehern, deren Stellvertretern oder Schriftführern lauern zusätzliche Probleme. Denn für diese Funktionsträger sind Schulungen vorgeschrieben, die schon Wochen vor der Wahl stattfanden. Um für weitere Ausfälle gerüstet zu sein, haben die Organisatoren für Sonnabend eine kurzfristige Schulung für zusätzliche Funktionsträger organisiert. "Für den Fall, dass Wahlvorsteher am Wahltag ausfallen - zum Beispiel wegen einer plötzliche Erkrankung -, haben wir auch 20 sogenannte Springer in Bereitschaft, die kurzfristig diese Funktion ausüben können", so Schultz.

In Leipzig nimmt die Zahl der Absagen von berufenen Wahlhelfern ständig zu. Bei der Landtagswahl 2009 gab es 305 Absagen, beim ersten Wahltermin der OBM-Wahl 2013 waren es wegen einer Grippewelle 341. Bei der Europa- und Kommunalwahl in diesem Jahr gingen 357 Absagen ein. Trotz dieser Entwicklung ist die Stadt bislang nicht gegen Betroffene vorgegangen. "Wir sind bemüht, den Wahlhelfern entgegenzukommen", begründet dies Schultz. Die Stimmung unter den Freiwilligen sei gut und solle nicht beeinträchtigt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2014

Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige