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Landtagswahl 2014 Landtagswahl 2014: Leipzigs Stimme in Dresden wird schwächer
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Wahlen 2014
23:30 01.09.2014
Wie schwer wiegt Leipzig im neuen Landtag? Quelle: Volkmar Heinz

Sie liegt zwar in allen Wahlkreisen vorn. Doch bis auf Ronald Pohle (Ost/Südost) blieben ihre Direktkandidaten hinter dem Zweitstimmenergebnis zurück. Bei Linken und SPD ist es meist umgekehrt. Die Grünen verfestigten ihre Hochburgen Mitte und Altwest, wo sie der SPD schon ebenbürtig sind.

Welche Kandidaten haben besonders überrascht?

Einen Achtungserfolg landete neben Juliane Nagel (Linke, Wahlkreis Süd) und Andreas Nowak (CDU, Wahlkreis West/Südwest) auch Maximilian Rinck (SPD, Wahlkreis Süd). Der 38-jährige Physiker, der an der Energiebörse EEX beschäftigt ist, ist der neue Shooting-Star der Leipziger Sozialdemokraten. Bei seiner ersten Landtagskandidatur sammelte er aus dem Stand heraus im Wahlkreis Süd 5859 Stimmen ein - so viele wie kein anderer SPD-Bewerber.

Wie schwer wiegt Leipzig im neuen Landtag?

Leipzigs Stimme in Dresden ist schwächer geworden. In den nächsten fünf Jahren werden nur noch 14 Leipziger im Landesparlament vertreten sein. 2009 wurden noch 17 Kandidaten von der Pleiße gewählt. Allerdings: Am Ende der Legislatur saßen davon nur noch 15 im Landtag - ein Abgeordneter verstarb, eine Abgeordnete legte ihr Mandat nieder.

Ist der Kampf um die Direktmandate schon immer so knapp gewesen?

CDU und Linke liefern sich ein immer härteres Rennen um die politische ­Vorherrschaft in Leipzig. Zwar konnte die Union wieder sechs Direktmandate holen, die Linke musste sich mit einem zufrieden geben. In drei Wahlkreisen ging es diesmal jedoch verdammt knapp zu. Dort entschieden nur wenige ­hundert Stimmen über Sieg und Niederlage. Mit 6718 Stimmen konnte sich Sebastian Gemkow (CDU) in Altwest gerade noch mal so in die nächste Legislaturperiode retten. Er lag am Ende nur 317 Stimmen vor seinem Kontrahenten Volker Külow (Linke). In West/Südwest nahm zwar Andreas Nowak (CDU) den Linken das Direktmandat ab. Der Abstand zu ­Dietmar Pellmann (Linke) war am Ende des Wahlabends jedoch auf 362 Stimmen zusammen geschmolzen. Und selbst ­Sozialministerin Christine Clauß (CDU) in Mitte, die vor fünf Jahren noch 2423 Stimmen vor ihrer Mitbewerberin von der Linkspartei, Skadi Jennicke, lag, musste sich diesmal mit einem ­Vorsprung von 466 Stimmen be- gnügen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren war der Abstand zwischen CDU und Linken noch wesentlich deutlicher. ­Damals lag der Vorsprung in sechs von sieben Wahlkreisen im vierstelligen Bereich.

Wo sind die meisten Menschen zur Wahl gegangen - und wo die wenigsten?

Mit 44,3 Prozent ist die Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl in Leipzig auf einen historischen Tiefstand gefallen. Sie lag 4,6 Punkte unter der von 2009. Die Ursache dafür sehen Beobachter in dem Wahltermin, der auf den letzten Ferientag fiel, aber auch im faden Wahlkampf, der nur wenig polarisierende Themen hervorgebracht hatte. Innerhalb des Stadtgebietes variierte die Wahlbeteiligung sehr stark: Sie schwankte zwischen 38,4 Prozent in Nord/Nordwest und 50,3 Prozent in Süd.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2014

Klaus Staeubert

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