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Landtagswahl 2014 SPD und Grüne zum Wahlkampf-Duell: Wenig Konkretes und ein zahmer Herausforderer
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Wahlen 2014
23:59 19.08.2014
Sachsens SPD-Chef Martin Dulig auf dem Parteitag in Leipzig. Quelle: dpa

Ein zahmer Herausforderer und wenig Konkretes, so lautet die Kritik von Martin Dulig und Antja Hermenau.

SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig war selbst in Dresden vor Ort, saß mit seiner Frau im Publikum und erlebte die Debatte direkt mit. Sein eindeutiges wie kritisches Urteil: „Ein Duell war es nicht. Ich frage mich die ganze Zeit, warum Rico Gebhardt das Wahlkampfspiel von Tillich mitspielt." Gebhardt habe sich einlullen lassen. „Dass Rico Gebhardt kein Wort zum Thema Soziale Spaltung verliert, das Thema Mindestlohn nicht mit einer Silbe anspricht: Ich verstehe es nicht."

Dulig findet, dass der Linken-Chef Tillich Dinge haben durchgehen lassen, die man so nicht stehen lassen könne. „Die Polizisten müssen sich doch verarscht vorkommen", findet der Sozialdemokrat, wenn sie Tillichs Ausführungen zum Polizeistaat hören. Viele Polizisten seien schließlich aktuell frustriert über die Reform und den damit verbundenen Stellenabbau. Der CDU-Vorsitzende habe ebensowenig erkennen lassen, wie er denn den wachsenden Lehrerrückgang tatsächlich ausgleichen wolle. „Die Trickserei im Kultusministerium geht weiter", bilanzierte Dulig. „Statt Mut und Weitsicht, wie es die CDU auf ihre Plakate schreibt, habe ich nur Feigheit und Verzagtheit vernommen."

Landtagsfraktionschefin Antje Hermenau soll gemeinsam mit Landessprecher Volkmar Zschocke die Doppelspitze für den Wahlkampf bilden. Quelle: dpa

Wenig Konkretes hat die Grünen-Spitzenkandidatin Antje Hermenau der Wahldebatte entnommen. Vor allem Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist ihrer Meinung nach vieles schuldig geblieben. „Wer bei dieser Wahl gewinnen will, muss Sachsens Chancen nutzen wollen. Stanislaw Tillich verliert sich hingegen in einem wolkigen ‚Weiter so‘, anstatt klar zu benennen, welche Ziele er für Sachsen anstrebt", sagt die Fraktionsvorsitzende.

Die Ausführungen des CDU-Vorsitzenden zur Wirtschaftspolitik hätten enttäuscht: „Wo bleibt die Förderung von Innovation und Forschung für Handwerk, Mittelstand und Kreativwirtschaft?", fragt sich Hermenau. Auf den Lehrermangel habe Tillich keine überzeugende Antwort geboten. „Sicher ist, das Schulchaos geht weiter", stellt die Grünen-Frontfrau fest. Auch bei der Kinderbetreuung werde es keine Verbesserungen mit der sächsischen Union geben. In der Sicherheitspolitik hätten Tillich und die CDU zudem den Kompass verloren. „Die Zahl der Polizisten vor Ort muss erhöht werden", fordert Hermenau. „Die Versprechungen von Stanislaw Tillich sind momentan nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein."

kol

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