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Landtagswahl 2014 Wahlplakate werden in Sachsen Ziel von Vandalen - vor allem die Linke betroffen
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Wahlen 2014
11:40 12.08.2014
Im Wahlkampf in Sachsen kommt es immer wieder zur Zerstörung oder Entfernen von Wahlplakaten. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Alternative für Deutschland (AfD) will erst in den kommenden Tagen flächendeckend plakatieren, weil sie bei den zurückliegenden Wahlkämpfen zur Bundestags- und Europawahl massive Schäden registrierte. SPD und CDU sprachen von Verlusten „im üblichen Bereich“. Die Piraten haben nach eigenen Angaben dagegen keine Probleme mit zerstörten oder beschmierten Wahlplakaten.

„Schrecklich“ nannte Linken-Pressesprecher Thomas Dudzak die Situation im derzeitigen Wahlkampf. Während sonst der Plakatschwund durch Vandalismus oder Diebstahl bei 10 bis 15 Prozent läge, seien es jetzt 25 bis 30 Prozent. „In Markkleeberg bei Leipzig waren es sogar 100 Prozent“, sagte er. Schwierig sei die Situation auch im ländlichen Raum. „Auch wenn wir es nicht nachweisen können, wir werden offenbar systematisch deplakatiert.“

Auffällig sei dabei, dass die Themenplakate der Linken über Nacht verschwänden und stattdessen Plakate einer rechtsextremen Partei aufgehängt würden. Schon jetzt sei ein Schaden von rund 40.000 Euro entstanden.

Der Landesverband der AfD hat nach eigenen Angaben bislang erst wenige Plakate gehängt. Grund sei, dass AfD-Plakate „im zurückliegenden Europa- und Kommunalwahlkampf zum Teil täglich zerstört wurden“. Auch die nachgehängten Plakate hätten zum Teil eine Lebensdauer von wenigen Stunden gehabt, sagte Generalsekretär Uwe Wurlitzer. Schwerpunkt sei Leipzig gewesen, wo allein etwa 5000 Plakate zerstört und Häuser von Mitgliedern beschmiert worden seien. In ganz Sachsen entstand ein geschätzter Sachschaden von etwa 60 000 Euro allein an den Plakaten.

Nicht ganz so stark betroffen vom Vandalismus sind CDU und SPD. Für die Union sprach Mario Dense von eher geringen Verlusten. 2009 seien den Christdemokraten in ganz Sachsen etwa 2000 Plakate durch Wetter, Beschmierungen oder Zerstörung verlorenen gegangen. Christiane Kless von der SPD konnte keine genauen Zahlen für den diesjährigen Wahlkampf nennen, erklärte aber, dass tagtäglich Plakate beschädigt oder abgehängt würden - „mal mehr, mal weniger.“ Bei der vorherigen Landtagswahl habe die SPD durch etwa 20 Prozent zerstörte Plakate einen Schaden von rund 20.000 Euro erlitten.

Bei den Piraten kommen Zerstörungen von Wahlplakaten nach Angaben von Sprecher Sebastian Harmel selten vor. „Eher werden unsere Plakate mitgenommen, weil Menschen unsere Motive gefallen“, sagte er. Bei der Bundestagswahl seien die Motive „Grumpy Cat“ und „Wombat“ sehr begehrt gewesen. „Das ist für uns völlig in Ordnung und freut uns sogar.“

dpa

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