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Familie im Kiez Das bietet Leipzig-Plagwitz für Familien
Familie Familie im Kiez

Trubel, Spielräume und Rückzugsorte. das bietet Leipzig-Plagwitz für Familien

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15:44 14.09.2020
Plagwitz: Mit dem Boot über den Karl-Heine-Kanal, rumhängen am Westwerk und spielen auf dem Bauspielplatz. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Plagwitz ist ein sehr dezentraler Kiez, das Leben spielt sich entzerrter ab, irgendwo zwischen dem etwas versteckten Spielplatz vor der Post im Veneziaquartier an der Weißen Elster und dem Plagwitzer Bahnhof, zwischen Antonien- und Karl-Heine-Straße.

Auf der Karl-Heine-Straße zwischen Zschocherscher Straße und König-Albert-Brücke reihen sich zahlreiche Geschäfte, Gaststätten, Kneipen, kleine Imbisse und Orte für Kultur aneinander. Hier pulsiert das Leben.

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Nachmittags ist der „Knochenspielplatz“ am Karl-Heine-Platz immer gut besucht. Quelle: André Kempner

Wo das Leben pulsiert

Zum Mittagessen geht man zu Familie Miladi ins Casablanca, kauft im angeschlossenen Lebensmittelgeschäft noch orientalische Köstlichkeiten für daheim, und genießt die Atmosphäre des Viertels. Ab dem frühen Abend haben die Spätis vermehrt Zulauf, junge Leute sitzen auf den Fensterbänken vor den Geschäften oder direkt vor dem Westwerk auf dem Gehweg, trinken ein Fattigauer oder Mate. Das Leben ist leicht.

Im Westwerk selbst haben nach wie vor Künstler ihre Ateliers. Wenngleich sie schon mehrfach in den vergangenen Jahren um ihre Räume und gegen die Verdrängung kämpfen mussten. Auch wenn das Westwerk inzwischen zum Beispiel einen Konsum beherbergt, kann man hier noch viel alte Backstein-Architektur sehen und der jungen Kunstszene Leipzigs nachspüren. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen, unter anderem Flohmärkte, statt. Weiter im Südwesten von Plagwitz gelegen, aber ebenfalls künstlerisch wertvoll ist ein Besuch im Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße.

Am Westwerk ist immer was los. Quelle: André Kempner

Am Kanal geht`s rund

Von hier aus geht es weiter Richtung Karl-Heine-Kanal, dem prägenden Wasserlauf des Viertels, Dreh- und Angelpunkt für Ausflügler und Wassersportler. Direkt am Karl-Heine-Kanal gibt es auch einen der schönsten autofreien Wege Leipzigs. Er führt entlang des Wassers Richtung Stelzenhaus. Unter der König-Johan-Brücke hallt es so schön, wenn man „Huhuuu“ ruft, kurz danach gibt es am Wegesrand einen Apfelbaum und Hagebuttensträucher zu entdecken. Dann geht es über die Fußgängerbrücke hinein in den Stadtteilpark Plagwitz. Nicht nur Tagesmütter und –väter verbringen hier gern den Tag mit ihren Schützlingen. Auf den alten Schienen lässt es sich gut balancieren, auch auf, unter und um die Riesen-Bleistifte herum spielt es sich spitze. Weiter östlich findet sich eine der breitesten und schnellsten Rutschen der Stadt und ein kleines Basketballfeld. Direkt daneben sind ein großer Sandkasten und weitere Spielgeräte, unter anderem in Würfelform.

Unten am Kanal können Paddler und Ausflugsschiffe, wie die legendäre MS Weltfrieden, begutachtet werden. Mit den Füßen im Wasser planschen ist im Sommer natürlich ebenfalls drin. Mehr bräuchten Kinder eigentlich gar nicht.

Familienzentrum, Kindermuseum und Cafés

Doch Plagwitz bietet mehr: Auf der Zschocherschen Straße ist immer viel los. Insbesondere rund um die Elsterpassage sind nicht nur Plagwitzer jeden Alters unterwegs. Ein wenig versteckt hinter dem Einkaufszentrum liegt das Familienzentrum „Treffpunkt Linde“. Hier werden Kurse, Workshops und Beratungen für Familien angeboten: Hebammen bieten Sprechstunden an, regelmäßig treffen sich Still- und Krabbelgruppen zum Austausch und Zeitvertreib. Auch interkulturelle Familienbildung wird hier groß geschrieben. Im Findikus Second-Hand-Laden kann man Schwangeren-, Baby- und Kinderbekleidung erstehen, auch Schuhe, Spielzeuge und Tragehilfen werden angeboten. Geöffnet ist Findikus analog zum Familiencafé.

Flanieren am Karl-Heine-Kanal Quelle: André Kempner

Zurück auf der Zschocherschen Straße sollte man dem Kindermuseum Unikatum einen Besuch abstatten. Dieser lohnt sich nicht nur für die Kinder: Wechselnde interaktive Mitmach-Ausstellungen regen auch Erwachsene zum Nachdenken an. Wer sich während oder nach einem Ausstellungsbesuch stärken möchte, kann im museumseigenen Café Goetz einkehren. Sonntags kann hier auch gefrühstückt werden. Auch in unmittelbarer Nähe zum Museum, kann man sich stärken und Ruhe finden: im Café Kater nämlich, bei Kaffee und Panini.

Second-Hand, Markttreiben und viel Platz zum Spielen und Sein

Im von Susanne Weich familiengeführten Second-Hand-Laden „Küss mich wach“ gibt es eine große Auswahl nicht mehr benutzter Second-Hand-Stücke, die die Kunden „wach küssen“ sollen. In dem gemütlichen Geschäft gibt es Männer- sowie Frauenbekleidung, Accessoires und Schuhe. Sortiert wird nach Farben. In dem gemütlichen Geschäft. Und wenn etwas mal nicht so passt, bietet der Laden Änderungen in der integrierten Werkstatt an. Hervorzuheben ist das eigene kleine Label „Phines“ von Weichs Tochter Joe, das selbstdesignte Mode herstellt.

Gemütlich ist es im „Heiter bis Wolkig“ auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz. Quelle: André Kempner

Alles, was einen bunten Wochenmarkt ausmacht, gibt es jeden Samstag beim „familienfreundlichen Wochenmarkt im Leipziger Westen“: frisches Obst und Gemüse, Eier, Wurstwaren, Käse und Fleisch von Höfen aus der Region. Außerdem Backwaren, Aufstriche, Schnitt- und Trockenblumen. Von 9 bis 14 Uhr kann man in der Plagwitzer Markthalle über den Samstagsmarkt schlendern. Das Marktcafé lädt zu einer Verschnaufpause bei Kaffee oder Schorle ein.

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Die Nachmittage und Wochenenden lassen sich herrlich auf dem Plagwitzer Bürgerbahnhof verbringen. Neben dem Bauspielplatz für sechs- bis 13-jährige Kinder kann man bouldern, schaukeln, auf der Wiese liegen, Obst pflücken, sich in den gruppenweise genutzten Gärten einbringen oder im „Heiter bis Wolkig“ bei einem kühlen Getränk entspannen. Mehrmals im Jahr findet auf dem Areal zudem der Westbesuch statt.

Von Susanne Reinhardt

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