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Nah dran Mütter im Corona-Stress – Life Coach gibt Tipps per Video
Familie Nah dran Mütter im Corona-Stress – Life Coach gibt Tipps per Video
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11:27 14.05.2020
Lebensberaterin Melanie Ratajczak berät Frauen und Mütter in der Krise. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Haushalt, Homeoffice, Kinderbetreuung – die Corona-Krise bringt Mütter an ihre Grenzen. Anforderungen von außen und überhöhte Ansprüche an die eigenen Fähigkeiten und Leistungen zehren an den Kräften. Das bemerkt auch Melanie Ratajczak. Die 33-Jährige ist Life Coach und Entspannungstherapeutin. Bevorzugt sie sonst die persönliche Beratung in ihrer Praxis Life Lounge Coaching, berät sie ihre Klientinnen aktuell telefonisch oder per Videoschaltung. Und das aus dem Homeoffice heraus, während sie selbst ihre dreijährige Tochter betreut. „Die Frauen versuchen den Spagat aus Ersatzpädagoge und vollwertigen Arbeitnehmern. Das kann aber nur begrenzt gelingen“, sagt sie. „Denn Frauen sind nicht nur Mütter. Das ist eine Rolle. Sie sind auch Frauen, Partnerinnen, Arbeitnehmerinnen.“ Ratajczak gibt Tipps, um diese besondere Zeit gesund zu bewältigen.

Körperliche Auslastung

Über Wochen geschlossene Schulen, Sportstätten und Spielplätze – die mangelnde Bewegung macht Kindern zu schaffen. Körperliche Betätigung sollte daher fester Bestandteil des Alltags sein.

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Alternative Kontaktaufnahme

Kinder verstehen oft nicht, warum sie Großeltern und Freunde nicht treffen dürfen. Da kann es helfen, häufiger zu telefonieren, wenn möglich per Videochat.

Gefühle zulassen

Wenn in den Müttern negative Gefühle wie Wut, Angst oder Überforderung aufsteigen, sollten sie diese nicht verdrängen. Stattdessen sollten sie diese mit dem Kind besprechen. Das gilt auch, wenn das Kind selbst Gefühlsausbrüche durchlebt. „Am besten bleibt man zusammen, zeigt Präsenz und spricht mit dem Kind, sobald das wieder möglich ist“, sagt Ratajczak.

Gutes Zeitmanagement

Struktur kann helfen, den Tag zu organisieren und Sicherheit zu vermitteln. Bei kleinen Kindern kann man bei der Visualisierung mit Symbolen arbeiten, damit sie den Plan nachvollziehen können. Wichtig: „Dieser Plan ist nicht in Stein gemeißelt. Man sollte flexibel bleiben, wenn sich etwas verschiebt oder wegfällt. Das ist kein persönliches Versagen“, so der Life Coach.

Stichwort Arbeitgeber

Wenn Arbeit nicht erledigt werden kann, steht ein Arbeitgeber im Hintergrund, der genau das erwartet. „Meine Klientinnen wünschen sich mehr Verständnis. Ich empfehle eine offene Kommunikation. Auch Chefs sollten ein Interesse daran haben, ihre Mitarbeiter nicht auszubrennen. Das ist eine besondere Situation und die verlangt ein besonderes Verständnis.“

Auszeiten und Prioritäten

Wenn negative Emotionen aufkeimen, können Atemtechniken helfen. Da reichen oft zwei Minuten. „Es gibt tolle Kurzanleitungen bei Youtube.“ Dabei könne man sich vorstellen, beim Einatmen alles Positive aufzunehmen und beim Ausatmen alles Negative loszulassen. Auch ist es wichtig, dass Mütter ihre Bedürfnisse nicht immer zurückstellen. „Persönliches Wohlergehen ist die Basis für den liebevollen Umgang mit anderen“, betont Ratajczak. Das müsse kein kompletter Wellnesstag sein. „Manche tanken Kraft, indem sie ihr Lieblingslied hören, in einem anderen Raum ausgelassen tanzen oder in Ruhe eine heiße Tasse Kaffee trinken“, gibt sie Beispiele. Das lässt sich immer in den Tag integrieren und schafft Entlastung.

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Von Patricia Liebling

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