Umfrage: Das planen Eltern in Leipzig mit dem Corona-Kindergeld
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Umfrage: Das planen Eltern in Leipzig mit dem Corona-Kindergeld

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09:10 06.09.2020
Shoppen mit Kind? Mit dem Kinderbonus können Eltern sich jetzt beherzt umschauen, was ihre Kinder gerade benötigen.
Shoppen mit Kind? Mit dem Kinderbonus können Eltern sich jetzt beherzt umschauen, was ihre Kinder gerade benötigen. Quelle: JackF/Adobe Images
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Eigentlich war der Kinderbonus als Konjunkturspritze gedacht. Eltern und Familien sollten etwas mehr Bares im Geldbeutel haben und dieses natürlich auch wieder ausgeben. Ob das klappt? LVZ Familie hat fünf Eltern(-teile) dazu befragt.

Annemarie Stein (32) – eine vier Monate alte Tochter Quelle: Christian Modla

Annemarie Stein (32) – eine vier Monate alte Tochter: „Was ich mit dem Kinderbonus mache? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aber die Kinder wachsen so schnell, da würde ich mich wahrscheinlich nach einem größeren Bettchen für meine Tochter umschauen oder Winterklamotten kaufen. Auf jeden Fall werde ich das Geld für mein Kind ausgeben. Wir haben auch ein Extrakonto für sie, auf das auch das reguläre Kindergeld überwiesen wird. Das ist ihres.“

Manuela Fritsche (41) – ein drei Jahre alter Sohn Quelle: Christian Modla

Manuela Fritsche (41) – ein drei Jahre alter Sohn: „Ich persönlich werde die 300 Euro in die Vorsorge meines Sohnes investieren. Wir haben Fondsparpläne auf seinen Namen. Coronabedingt sind wir zwar nicht betroffen von irgendwelchen Einbußen, aber generell finde ich den Kinderbonus gut. Es kann nie genug Unterstützung für Familien geben. Aber für Eltern, die von Kurzarbeit betroffen sind oder zu Hause bleiben mussten, reicht die Summe wahrscheinlich nicht. Besser wäre es gewesen, den Bonus nach Bedarf zu verteilen. Dann hätten wir zwar nix gekriegt – das wäre aber okay gewesen.“

Mario Nitz (39) – ein neun Jahre alter Sohn Quelle: Christian Modla

Mario Nitz (39) – ein neun Jahre alter Sohn: „Ich halte den Kinderbonus für eine gute Idee. Meine Frau war drei Monate lang auf Kurzarbeit, sie arbeitet in der Gastronomie. Dann hieß es, ihre Firma stehe kurz vor der Pleite. Dann ging es Gott sei Dank wieder weiter. Wir brauchen die 300 Euro auf jeden Fall, das ist eine gute Stütze für uns – auch wenn wir uns den Urlaub gerade noch leisten konnten. Ich habe zwar noch meine Job, aber der Bonus hilft uns weiter.“

Markus Henzel (37) – ein Jahre alten Sohn Quelle: Christian Modla

Markus Henzel (37) – ein ein Jahr alter Sohn: „Wir haben noch keine Pläne, was wir mit dem Bonus machen. Aber unser Sohn kommt in den Kindergarten, da kann man das zusätzliche Geld schon gebrauchen. Ob für Kleidung oder die Kita-Kosten, 300 Euro sind da schneller weg, als man denkt. Ich finde den Bonus grundsätzlich eine gute Sache, damit wird etwas für Familien getan. Und zwar alle – nicht wieder nur für eine spezielle Berufsgruppe. Vor allem Eltern von schulpflichtigen Kindern hatten eine schwere Zeit in den letzten Monaten, da ist der Corona-Bonus ein Ausgleich für die ganzen Anstrengungen. Auch, um sich einfach mal etwas gönnen zu können.“

Björn (33) und Nadine (28) Kaiser – eine dreieinhalb Jahre alte Tochter und ein neun Monate alter Sohn Quelle: Christian Modla

Björn (33) und Nadine (28) Kaiser – eine dreieinhalb Jahre alte Tochter und ein neun Monate alter Sohn: „Wofür wir den Kinderbonus ausgeben? Bei uns ist das ganz schnell erklärt. Wir haben eine Lücke zwischen der Elternzeit und dem Beginn der Kita-Betreuung. Das gleichen die 600 Euro etwas aus ... wenn auch nicht ganz. Wir zwei hatten darüber schon Diskussionen, ob der Kinderbonus eine gute Idee war oder ob Einkaufsgutscheine nicht vielleicht sogar besser gewesen wären. Klar, könnten sich Eltern so trotzdem einen neuen Fernseher davon kaufen, aber jetzt können sie mit dem Geld ja machen, was sie wollen. Wir haben die Sorge, dass einige Eltern die Summe nicht unbedingt für ihre Kinder ausgeben. Wir sind beide in der sozialen Arbeit unterwegs und bekommen das direkt mit.“

Von Thomas Bothe

02.09.2020