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Sonderschau im Grassi Museum zeigt Kinderstühle von gestern bis heute

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15:13 17.06.2021
In der Ausstellung zu sehen: die Objekte Bambi (Takeshi Sawada, 2010/11) und Elefant (Charles und Ray Eames, um 1946)
In der Ausstellung zu sehen: die Objekte Bambi (Takeshi Sawada, 2010/11) und Elefant (Charles und Ray Eames, um 1946) Quelle: Esther Hoyer
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Leipzig

Das GrassiMuseum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt in seiner aktuellen Sonderschau rund 120 Kinderstühle von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu aktuellen Modellen. Der Großteil stammt aus der Privatsammlung von Gisela Neuwald zuzüglich einiger Modelle aus dem museumseigenen Bestand.

Die Sammlerin Gisela Neuwald hat in über 30 Jahren nahezu 400 Kinderstühle aus der ganzen Welt zusammengetragen. Mit vielen davon lebt sie in ihrer Münchner Wohnung – sie dienen als Hocker, Nachttisch, Ablage für Bücher, Handtaschen oder andere Dinge, aber natürlich auch als Sitzgelegenheiten für ihre Kinder und Enkelkinder.

Objekte in der Ausstellung. Quelle: Esther Hoyer

Anlass des Sammelns war ein traumatisches Kindheitserlebnis, bei dem ihr ein Stuhl das Gefühl der Sicherheit gab. Daher steht für Gisela Neuwald auch das Miteinander von Stuhl und Kind im Mittelpunkt ihres Interesses. Ihre Sammlung sieht sie als „Metapher für eine kleine Gesellschaft aus Hoffnungsträgern“.

Dein Lieblingsstuhl

Viele der ausgestellten Kinderstühle sind historisch und daher selten. Deren jahrelange Nutzung hat ihnen oft zugesetzt, sodass sie leider nicht benutzt werden dürfen.

Gisela Neuwald als Sammlerin dieser Stühle weiß jedoch, dass nur Ausprobieren über Studieren geht. Daher hat sie eine kleine Anzahl von Stühlen bereitgestellt, auf die sich (ausschließlich) Kinder setzen dürfen.

Der Kinderstuhl an sich nimmt in der Geschichte des Designs eine besondere Rolle ein. Während der Gebrauch von Sitzmöbeln für Erwachsene historisch sehr weit zurückreicht, finden sich speziell für Kinder hergestellte Sitzmöbel erst seit dem 19. Jahrhundert. Ein Pionier auf diesem Sektor war die Firma Thonet mit ihren seit 1860 hergestellten Kinderstühlen aus gebogenem Buchenholz. In den Grundformen entsprachen die frühen Kinderstühle zunächst den Modellen der Erwachsenen. Ein Prinzip, das bis heute auch bei Designikonen angewendet wird.

Parallel dazu hat sich aber eine Spezialisierung entwickelt, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden versucht: Sei es als Kindergarten-, Schulmöbel oder als Sitzmöbel im privaten Bereich. Die Entwicklung der Kunststoffmaterialien beförderte seit den 1960er Jahren zusätzlich die Kreativität bei der Gestaltung von Kindermöbeln.

Heute spannt sich der Bogen zwischen preiswerten Kunststoffmöbeln, multifunktional einsetzbaren Kinderstühlen, nachhaltig produzierten Modellen bis hin zu teuren Design-Ikonen fürs Kinderzimmer.

Stühle. Nur für Kinder; Sonderausstellung vom 10. Juni bis 3. Oktober 2021 im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Von PM/LMG