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Bildung Erster Leipziger Bildungsreport: Sieben Prozent Schulabbrecher - Weniger Jungen am Gymnasium
Leipzig Bildung Erster Leipziger Bildungsreport: Sieben Prozent Schulabbrecher - Weniger Jungen am Gymnasium
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14:41 18.10.2010
Unterricht in der 16.Mittelschule in der Konradstraße 67-69 in Leipzig. Die ausländischen Schüler lernen bei Gabriele Kschentz-Hopp deutsch als 2.Hauptsprache. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Daten beschreiben die Infrastruktur der Bildungseinrichtungen, die Ergebnisse der Lernverläufe sowie die Aktivitäten von der frühen Kindheit bis ins Seniorenalter.

Der Studie zufolge verfügt Leipzig über eine gut ausgebaute Kinderbetreuung. Während bundesweit nur ein Fünftel und in den alten Bundesländern nur 15 Prozent der Unter-Dreijährigen eine Kindertagesstätte besuchten, waren es in Leipzig im vergangenen Jahr 39,5 Prozent. Zu den Stärken zählen laut Bildungsreport auch die vielfältige Schullandschaft mit Profilunterricht und vertieften Ausbildungsgängen sowie die Hochschul- und Forschungslandschaft in der Stadt.

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Leipzig ist eine Stadt mit hochwertigen Bildungsmöglichkeiten“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung und fügt hinzu: „Der Bildungsreport macht aber auch deutlich, dass wir weiter dran bleiben müssen, allen vielfältige Bildungschancen zu eröffnen. Dabei sollten wir aber insbesondere Kinder, die in ihren Elternhäusern weniger Möglichkeiten haben, unterstützen.“

Es zeigt sich, dass es in Ortsteilen, in denen einkommensschwache Haushalte leben, deutlich weniger Bildungsempfehlungen für das Gymnasium gibt. Großes Entwicklungspotential hat die Stadt auch im Bereich der Schulabbrecher. Sieben Prozent der Schüler schafften 2009/2010 ihren Abschluss nicht. Damit liegt Leipzig landesweit über dem Durchschnitt.

Auch der Schulstart ist eine große Hürde. In den vergangenen Jahren wurden rund zehn Prozent eines Jahrgangs entweder von der Einschulung zurückgestellt oder an eine Förderschule weiterempfohlen. Von den regulär eingeschulten Kindern wiederholten mehr drei Prozent die erste Klassenstufe.

In vielen Bildungseinrichtungen zeigt sich ein unterdurchschnittlicher Lernerfolg für Jungen. Im Förderzentrum für Erziehungshilfe sind von 164 Schülern 151 männlich. Auch der Anteil an den Gymnasien nimmt seit Jahren ab und liegt derzeit bei 45 Prozent. Zukünftig soll die konzeptionelle Ausrichtung des Bildungssystems mehr auf die Lernbedürfnisse von Jungen abgestimmt werden.

Um Lösungen zu finden und weitere Problemstellungen zu besprechen, wird der Bildungsreport am Montag während der Bildungskonferenz auf dem Mediencampus der Fachöffentlichkeit vorgestellt. „Hier haben wir die Möglichkeit, den Entwurf des ersten Bildungsreports mit rund 150 Bildungsakteuren, sowie Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur zu diskutieren“, sagt Bürgermeister Thomas Fabian. „Um die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene zu erhöhen, brauchen wir eine breite Zusammenarbeit vieler Akteure aus ganz unterschiedlichen Bereichen.“

Anne Ulbricht

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