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Bildung Leipziger Experten entschlüsseln älteste deutsche Papierhandschrift
Leipzig Bildung Leipziger Experten entschlüsseln älteste deutsche Papierhandschrift
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14:14 25.06.2019
Experten der Leipziger Universitätsbibliothek machten bei der Analyse einer theologischen Handschrift einen Sensationsfund (Symbolfoto). Quelle: Peter Kneffel/dpa
Karlsruhe/Leipzig

Die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe spricht von einem Sensationsfund: Unter ihren mittelalterlichen Handschriften wurde kürzlich die älteste überlieferte Papierhandschrift in ausschließlich deutscher Sprache gefunden. Experten vom Handschriftenzentrum der Universitätsbibliothek Leipzig konnten die kleinformatige theologische Sammelhandschrift wegen ihrer Wasserzeichen auf den Zeitraum zwischen 1335 und 1340 datieren, teilte die Bibliothek am Dienstag in Karlsruhe mit. Bislang galt als älteste, vollständig in Deutsch auf Papier geschriebene Handschrift ein Münchener Codex, der auf das Jahr 1348 datiert ist.

Die Handschrift Donaueschingen B V 13, der zwei recycelte Pergamenturkunden als Umschlag dienen, enthalte zwei Texte zum wahren christlichen Glauben, heißt es weiter: Das „Buch der sieben Grade“ des Mönches von Heilsbronn mit 179 Seiten und das später eingebundene 13-seitige Meister Eckhart Traktat zu den „Vierundzwanzig Zeichen eines vernünftigen Grundes“. Durch die Neudatierung der Handschrift könne das literarische Wirken des anonymen, aber im Spätmittelalter vielgelesenen Autors „Mönch von Heilsbronn“ erstmals zeitlich genauer eingegrenzt werden.

Handschrift von Leipziger Experten analysiert

Im Handschriftenzentrum der Leipziger Universitätsbibliothek werden seit 2015 die deutschsprachigen theologischen Handschriften analysiert. Diese seien im Gegensatz zu den gut erforschten literarischen Handschriften aus Donaueschingen wie der Nibelungenlied-Handschrift C oder dem Rappoltsteiner Parzival bislang kaum aufgearbeitet worden.

Erstes Indiz zum Alter der Schrift sei das sehr dicke und steife Papier des äußerlich unscheinbaren Bandes gewesen, dessen Größe dem DIN-A6-Format entspreche. Zudem habe der Schrifttyp in das zweite Viertel des 14. Jahrhunderts gewiesen, was die Analyse der Wasserzeichen bestätigt habe.

Von LVZ