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Bildung Leipziger Forscher graben Zehe von Pharao in Ägypten aus
Leipzig Bildung Leipziger Forscher graben Zehe von Pharao in Ägypten aus
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20:07 11.10.2017
Das Grabungsteam beim Freilegen der Basen dreier Statuen. Quelle: Marion Wenzel/Kustodie
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Leipzig

Nach dem Fund von Teilen der Kolossstatue des Pharaos Psammetich I. haben Leipziger Forscher bei Kairo weitere Entdeckungen gemacht. Ein deutsch-ägyptisches Team unter der Leitung des Archäologen Dietrich Raue habe Fragmente eines Abbilds von Pharao Ramses II. (1250 vor Christi) entdeckt, teilte die Leipziger Universität am Mittwoch mit. Die Teile seien aus Rosengranit und stammten aus der Zeit um 1250 vor Christus, sind also rund 600 Jahre älter als die Psammetich-Statue. Sie befänden sich jetzt nahe der Pyramiden von Gizeh, wo sie im kommenden Jahr im Grand Egyptian Museum zu sehen sein werden.

Nach dem Fund von Teilen der Kolossstatue des Pharaos Psammetich I. haben Leipziger Forscher nach eigenen Angaben weitere bedeutende Entdeckungen bei Kairo gemacht.

Insgesamt hatte das Team etwa 1920 zwischen zehn und 150 Zentimeter große Quarzit-Fragmente der unteren Psammetich-Statue sichergestellt - unter anderem eine Zehe des Pharaos. Dabei entdeckten die Forscher schließlich auch einen Unterschenkel und einen Oberarm der Ramses-Figur. "Die Statue war ersten Schätzungen zufolge etwa sechs Meter hoch und wahrscheinlich sitzend", sagte Raue. Psammetich hingegen habe gestanden und war ohne Basis etwa neun Meter hoch.

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Raue und sein Team hatten sich von März bis Oktober in Ägypten aufgehalten. Für Experten galt bereits die Entdeckung der Statue von Psammetich I. im Osten Kairos als Sensation. Der Koloss lag - in mehrere Teile zerbrochen - in einer Schlammgrube. Ägyptische Fachleute waren zunächst davon ausgegangen, dass es sich um Ramses II. handelt. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Statue um Psammetich I. handelt. Dieser regierte von 664 bis 610 v. Chr.

Die Wissenschaftler fanden bei ihren weiteren Grabungen auch Reste einer riesigen Sphinx. Raue will die Grabungen im Februar 2018 fortsetzen und erwartet weitere Funde, wie die Universität mitteilte. "Jetzt ist es eine Frage der Zeit. Wir müssen puzzeln", sagte Der Archäologe.

jhz/dpa

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