Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Sportfakultät der Uni Leipzig – Rektorin sichert Fortbestand zu
Leipzig Bildung Sportfakultät der Uni Leipzig – Rektorin sichert Fortbestand zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 08.12.2018
Drei Dekane in 25 Jahren: Die Professoren Helmut Kirchgässner (rechts), Jürgen Krug (links) und Martin Busse führten in dieser Reihenfolge die Sportwissenschaftliche Fakultät der Uni Leipzig. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Klare Worte zur Sportwissenschaft, klares Bekenntnis zur Sportfakultät: So deutlich wie zum 25. Geburtstag der Einrichtung am Freitag hat sich Leipzigs Uni-Rektorin Beate Schücking lange nicht zur „Spowi“ mit aktuell rund 1700 Studierenden geäußert. In den vergangenen Jahren hatte unter anderem der Umzug der Erziehungswissenschaften auf den Sportcampus Jahnallee Ängste erzeugt, dass der Sport „geschluckt“ werden könne. „Niemand muss die Sorge haben, dass wir die Sportwissenschaften untergehen lassen“, sagte die Rektorin und forderte die „Sportler“ auf, mit den Kollegen der Erziehungswissenschaften sowie der großen medizinischen Fakultät enger zu kooperieren.

Erinnerung an Proteste nach Abwicklung der DHfK

Wie andere Festredner erinnerte Schücking an die Proteste, die 1990 durch die Abwicklung der Sporthochschule DHfK hervorgerufen wurden. Noch heute fühle sich die „Spowi“ selbstbewusst und ein Stück weit eigenständig. Zahlreiche ehemalige Dozenten waren am Freitag anwesend – für einige war der 25. Geburtstag eben wegen jener Abwicklung nicht unbedingt ein Feiertag. Dass die deutsche Politik die DHfK gleich nach der Wende opferte, hatte vor allem im Ausland für Kopfschütteln gesorgt. Die DHfK galt – unabhängig aller politischer Vorbehalte – als echte Institution.

Bedauern beim Gründungskommissar

Zumindest wird die inzwischen rund 100 Jahre währende Tradition der Sportwissenschaften in Leipzig fortgeführt. Besonders wichtig – auch das wurde mehrfach betont – ist der Erhalt und Ausbau der vom Auswärtigen Amt geförderten Internationalen Trainerkurse, die mittlerweile Absolventen aus 150 Ländern hervorgebracht haben und das Ansehen Leipzigs wie Deutschlands in der Welt immer wieder stärken.

Interessant ist der Blick von außen auf die Sportfakultät. Für diesen sorgte zum einen Herbert Haag. Der gebürtige Münchener gehört zu den anerkanntesten Sportpädagogen des Landes mit den Wirkungsstätten Tübingen, Gießen, Kiel und den USA. Er outete sich aber auch als Fan von Leipzig, wo er als Mitglied der Gründungskommission Spuren hinterließ. Der 81-Jährige bedauert noch heute, dass vor 28 Jahren sein Versuch scheiterte, neben Köln selbstständige Sporthochschulen in Berlin, München und Leipzig zu etablieren.

Festredner für Publikationsoffensive

Das Hauptreferat hielt Ansgar Schwirtz von der TU München. Der Chef der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft rief seine Kollegen auf, näher an die Leute zu rücken. „Jeder von uns wird an Veröffentlichungen gemessen.“ Doch sind diese auch öffentlichkeitswirksam? Die meisten Menschen würden erreicht, wenn die Sportwissenschaftler jede Woche Abdruck in der Apotheken-Umschau fänden. Der 59-Jährige ergänzte: „Wir müssen die positiven Aspekte des Sports nach außen tragen, damit nicht nur über Doping und fragwürdige Finanzgebaren diskutiert wird.“

In einem Film der Studierenden wurde deutlich, dass die Fakultät trotz begrenzter Ressourcen Luft nach oben hat. Das sagte zwischen den Zeilen auch Beate Schücking. Eine Fakultät voranzubringen, sei immer ein Mannschaftssport. Sie wünschte der Einrichtung Teamgeist und einen gemeinsamen Matchplan.

Von Frank Schober

Der Chemiker Jens Meiler wird 2019 neuer Humboldt-Professor an der Universität Leipzig. Der 44-jährige Experte für computergestützte Modellierung von chemischen Wirkungen soll an der medizinischen Fakultät Professor für Pharmazeutische Chemie werden. Momentan forscht und lehrt er in den USA.

06.12.2018

Wer einen schlechten Abi-Schnitt hat, muss oft viele Wartesemester absitzen, bis er sein Lieblingsfach studieren darf. Oder man versucht, sich in die Uni zu klagen. Wie hoch sind die Erfolgsaussichten in Leipzig?

06.12.2018

Nach Mobbing-Vorwürfen kehrt die Psychologin Tania Singer nicht aus ihrem Sabbatjahr auf den Direktorenposten im Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften zurück. Das hat die Max-Planck-Gesellschaft gegenüber der Leipziger Volkszeitung bestätigt.

05.12.2018