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Bildung UKL-Blutbank braucht dringend Spender
Leipzig Bildung UKL-Blutbank braucht dringend Spender
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10:43 19.03.2020
Leere Spenderliegen: In der UKL-Blutbank erscheinen derzeit deutlich weniger Spender als üblich. Die Einrichtung ruft die Leipziger zu Spenden auf. Quelle: Stefan Straube / UKL
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Leipzig

Die Blutbank am Institut für Transfusionsmedizin des Leipziger Universitätsklinikums (UKL) sieht sich zunehmend mit einem Spenderückgang konfrontiert, der sich nicht mehr nur auf die andauernde Erkältungswelle zurückführen lässt. Um das UKL und weitere Krankenhäuser der Region auch in den nächsten Wochen weiter bedarfsgerecht versorgen zu können, bittet die Blutbank Spendewillige daher um ihre Unterstützung.

„Wir stellen fest, dass deutlich weniger Spender als um diese Jahreszeit üblich zu uns kommen. Die Unsicherheit aufgrund der weiteren Verbreitung des Corona-Virus scheint dabei eine Rolle zu spielen“, sagt Prof. Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin (ITM) am UKL. „Das insgesamt verringerte Spenderaufkommen sehe ich mit Blick auf die nächsten Wochen äußerst kritisch. Letztlich müssen wir auf alles vorbereitet sein“, mahnt Prof. Henschler. „Geht dieser Abwärtstrend weiter und bleiben immer mehr unserer Blutspender jetzt weg, können wir das UKL und andere Krankenhäuser und Arztpraxen in der Region bald nicht mehr bedarfsgerecht mit Blutprodukten versorgen. Wir haben aber jetzt die Chance, vorzusorgen und das Depot zu füllen.“

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Für alle Spender ist hohes Maß an Sicherheit gegeben

Ein hohes Maß an Sicherheit für Spender und Empfänger ist gewährleistet: Die wachsende Sorge vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus bringe aktuell große Verunsicherung mit sich, sagt der Institutsdirektor. „Viele Blutspender fürchten, sich bei ihrem Besuch in der Blutbank mit dem Virus zu infizieren. Eine Sorge, die aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt unbegründet ist. Zahlreiche Zulassungsvoraussetzungen gewährleisten für Spender und Empfänger der Blutprodukte ein hohes Maß an Schutz und Sicherheit“, so Henschler. Spender mit Erkältungssymptomen und einer sieben Tage zurückliegenden Erkältung dürfen nicht zur Blutspende zugelassen werden, in der Regel würden sie bereits schon am Empfang abgelehnt. Wir fragen alle Spendewilligen unter anderem auch, ob sie sich kürzlich in Ländern mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgehalten haben. Zu diesen zählen nun auch definierte Verbreitungsgebiete des Corona-Virus“, beschreibt er die am ITM geltenden und aufgrund der aktuellen Lage erweiterten Kriterien für die Zulassung zur Blutspende.

Fast Jeder ist zur Butspende zugelassen

„Wir sind uns als öffentliche Einrichtung mit vielen ein- und ausgehenden Besuchern der aktuellen schwierigen Situation bewusst. Aber um die Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, zählt für uns jede einzelne Blutspende“, appelliert Reinhard Henschler an alle Leipzigerinnen und Leipziger, jetzt am UKL Blut zu spenden. Fast jeder, der zwischen 18 und 68 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilogramm wiegt und sich gesundheitlich fit fühlt, kann zur Blutspende zugelassen werden.

Spenden sind „Zeichen der Solidarität“

Ein erster Aufruf, der vor Wochenfrist an die Öffentlichkeit ging, hatte positive Resonanz: In der Spendeinrichtung in der Johannisallee erschienen mehr als 750 Spendewillige, von denen nach der ärztlichen Untersuchung 685 Personen spenden durften. Unter den Spendern waren 157 Neuspender. „Es ist ein Zeichen dafür, dass die Leipzigerinnen und Leipziger in diesen schweren Zeiten zusammenhalten und füreinander da sind", bedankte sich Prof. Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin (ITM) am UKL, herzlich bei allen Spendern. Der Blutkonservenbestand habe sich damit zum Glück etwas stabilisiert, wenngleich es noch keine Entwarnung geben könne.

Bedarf bleibt weiterhin hoch

„Der Bedarf an lebensrettenden Blutprodukten bleibt weiterhin hoch. In den letzten Tagen mussten mehrere mobile Blutspendetermine abgesagt werden, der Blutbank fehlen damit zahlreiche Blutkonserven, die langfristig eingeplant waren. Diese Ausfälle müssen wir anderweitig kompensieren, um die Versorgung der Patienten am UKL und in der Region bedarfsgerecht aufrechterhalten zu können", so der Transfusionsmediziner.

Plasma- und Blutplättchenspender weiter stark gefragt

Benötigt werden jedoch nicht nur Vollblutspenden, auch Plasmaprodukte und Thrombozytenkonzentrate seien wichtig. „Thrombozytenkonzentrate, also die Blutplättchen, sind unter anderem erforderlich für die Versorgung von Patienten mit schweren Bluterkrankungen. Diese Präparate haben jedoch eine maximale Haltbarkeit von vier Tagen. Wir können hierbei also nicht vorsorgen oder einen Vorrat anlegen", wirbt Prof. Henschler zugleich auch um neue Plasma- und Thrombozytenspender.

Die Blutspendeeinrichtung in der Johannisallee 32 (Haus 8) hat montags und freitags von 8 bis 19 Uhr, dienstags bis donnerstags von 11.30 bis 19 Uhr geöffnet. Für Plasma- und Thrombozytenspenden werden in der Regel Termine vergeben. Zur Spende ist der Personalausweis mitzubringen. Informationen zur Blutspende am UKL gibt es unter Tel. 0341 - 97 25 393 oder unter www.blutbank-leipzig.de.

Hinweis: Der Artikel erschien in „Liebigstraße aktuell“ (Ausgabe 4/2020), dem Gesundheitsmagazin der Uniklinik Leipzig. Das Magazin wird von dieser Zeitung erstellt.

Von Anja Grießer / frs