Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bildung Zum Auftakt eine neue Ambulanz
Leipzig Bildung Zum Auftakt eine neue Ambulanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:48 09.05.2019
Vier Stockwerke, 2000 Quadratmeter: Finanzbürgermeister Torsten Bonew und Klinikumschefin Iris Minde bei der Vorstellung der vom Architekturbüro „Wörner Traxler Rickter“ entworfenen neuen Ambulanz. Quelle: André Kempner
Leipzig

Es ist zunächst ein vergleichsweise kleines Projekt. „Aber es ist auch nur der erste Schritt“, sagt St.-Georg-Geschäftsführerin Iris Minde. „Das erste Modul im größten Bauvorhaben in der Geschichte des Klinikums.“ Mit einer neuen Ambulanz geht es los: In der Nähe der Nordausfahrt, auf einer Fläche, auf der momentan vor allem Angestellte ihre Autos parken, soll sie ab Herbst in anderthalb Jahren Bauzeit entstehen.

Kinderambulanz, Onkologie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Praxis und Reisemedizin werden den Plänen zufolge auf rund 2000 Quadratemeter Nutzfläche und auf vier Stockwerke verteilt. Ins Erdgeschoss ziehe vielleicht ein Bäcker samt Café, jedenfalls ein Angebot, das den Wartenden die Zeit kürzer erscheinen lasse, hofft Minde. 12,6 Millionen Euro investiert der Städtische Eigenbetrieb in das neue Gebäude. Die Stadt, Gesellschafterin des Klinikums, schießt davon im Doppelhaushalt 2019/20 rund drei Millionen Euro zu. „Ein noch stärkeres Bekenntnis zum St. Georg als bisher ohnehin bereits“, betont Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU), der zugleich im St.-Georg-Aufsichtsrat den Vorsitz hat.

St.-Georg-Chefin Minde verfolgt mit dem Neubau zwei Hauptziele, wie sie erklärt. Erstens müsse „die Ambulanz bürgernäher werden“. Das ist vor allem räumlich gemeint: Der Weg zu den vier Flachbauten, in denen das Klinikum bislang seine jährlich etwa 125 000 ambulanten Patienten betreut, ist sowohl von der Straßenbahn-Haltestelle in der Delitzscher Straße als auch vom Parkhaus recht weit. Der neue Standort liegt wesentlich näher am Eingang zum Gelände.

„Ort für Hochleistungsmedizin“

Der zweite Grund hängt mit einem 110 bis 130 Millionen schweren „Masterplan“ für das Areal in Leipzig-Eutritzsch zusammen, auf dessen Grundlage sich das Klinikum, wie berichtet, in den nächsten fünf Jahren neu sortiert: Die bisherige Ambulanz soll einem neuen internistischen Zentralgebäude weichen. Sobald sich der kleinere Neubau an der Nordausfahrt – nach den Plänen im Frühling 2021 – mit Leben füllt, werden am westlichen Ende die vier miteinander verbundenen Zweigeschösser aus den 1970er-Jahren abgerissen.

Ein „Ort für Hochleistungsmedizin“ werde an ihrer Stelle entstehen, kündigt Minde an. Die Bettenzahl solle flexibel veränderbar sein – „damit wir auf künftige Notwendigkeiten reagieren können, die sich jetzt noch nicht vorhersehen lassen.“ In früheren Planungen war von 400 Betten die Rede. Der neue Zentralbau schließt ans existierende „Haus 20“ an, in dem neben der zentralen Notaufnahme mehrere chirurgische Kliniken sowie die Gynäkologie, Frühchenstation, Radiologie, Gastroenterologie und Transfusionsmedizin untergebracht sind. Ein gemeinsamer Eingang und eine ebenerdige Flaniermeile sollen die beiden künftigen Flügelbauten der dann zentralen Anlaufstelle miteinander verbinden. Für die Errichtung stellt der Freistaat Sachsen nach Auskunft von Minde und Bonew eine Förderung in Höhe von rund 68 Millionen Euro in Aussicht.

Denkmalgeschützte Gebäude

Vier bis fünf Jahre habe die Erarbeitung des „Masterplans“ in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und dem Sächsischen Sozialministerium gedauert, erklärt Minde. Die Quadratur des Kreises bestand offenbar darin, die Bedürfnisse einer „modernen und effizienten Medizin“ zu erfüllen, ohne die Pavillonstruktur auf dem Campus und den architektonischen Reiz der teilweise denkmalgeschützten Gebäude zu zerstören. Sie wurden zwischen 1908 und 1913 errichtet. Ebenso wenig soll die idyllische Landschaft um die Klinikgebäude herum leiden. „Immer wieder sagen uns Patienten, wie wichtig die Natur für ihre Genesung ist“, so Minde.

Mit einem Einbahnstraßen-System will man mittelfristig den Verkehr neu regeln. Insgesamt drei Parkhäuser auf dem Gelände – eines steht bereits – sollen Autos stärker als momentan von den Krankenstationen fernhalten. Ein weiteres Puzzleteil des Mammutprojekts.

Von Mathias Wöbking

Ein tibetanischer Mönch hatte den Unterkiefer bereits vor fast 40 Jahren gefunden – doch erst jetzt haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut in Leipzig mit Genanalysen das Geheimnis des Knochens entschlüsselt.

02.05.2019

Am Montag legt der Weltbiodiversitätsrat in Paris einen Globalen Bericht zum Zustand der Artenvielfalt vor. Die Vorarbeit dazu haben zu großen Teilen auch Wissenschaftler in Leipzig und Halle geleistet.

02.05.2019

Ist es ein Widerspruch, dass die Angst vor dem Islam gerade dort am größten ist, wo die wenigsten Muslime leben? Oder hängt beides ursächlich zusammen? Auf einem Podium des Leibniz-Science-Campus haben Wissenschaftler am Montag über „Islamophobie und Rechtspopulismus im Osten“ diskutiert.

30.04.2019