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Boulevard 160 Südtiroler Künstler stehen bereit für Auftritt beim Opernball
Leipzig Boulevard 160 Südtiroler Künstler stehen bereit für Auftritt beim Opernball
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10:41 11.07.2019
Im Hotel Laurin in Bozen trafen sich Roland Vogler, Chef der Bürgerkapelle Gries, Mezzosopranistin Barbara Dorfmann aus Bozen, Opernball-Moderator Lenn Kudrjawizki und Stefan Declara, Chef der Musikkapelle „Zwölfmalgreien“ (von links). Einen Teil der Bozener Musiker wird Lenn Kudrjawizki auf dem Opernball am 26. Oktober 2019 präsentieren. Quelle: Kerstin Decker
Bozen/Leipzig

Marschmusik zum Einzug der Ballgäste in die Oper. Klassischer Gesang auf der Hauptbühne. Jazz im Seitenfoyer. Die Vorfreude von Südtiroler Künstlern ist groß, am Programm des 25. Leipziger Opernballs mitwirken zu dürfen. 160 Musiker halten sich derzeit bereit, deutlich mehr, als das Programm verkraften kann. Einige werden deshalb zu Hause bleiben müssen. „La Dolce Vita in Südtirol“ heißt das Ballmotto am 26. Oktober.

Blasmusik zum Einmarsch der Gäste

„Der Ausflug nach Leipzig ist für uns ein Highlight, da freuen sich viele schon lange drauf“, berichtet Roland Vogler, Chef der Bürgerkapelle Gries mit 91 Mitgliedern. Er sieht es quasi schon vor sich, wie seine Blasmusikkapelle in prächtigen Trachten zur Begrüßung am Einlass spielt, während die Gäste in die Oper kommen – so wie es auch beim Wiener Opernball läuft. „Aber man könnte auch Fanfarenmusik spielen.“

Diese Damen sorgen dafür, dass Südtirol auf dem Leipziger Opernball 2019 seinen großen Auftritt bekommt. Von links: Roberta Agosti (Verkehrsamt Bozen), Stefania Abbondi (Sängerin und Marketingbeauftragte der Oper Leipzig, selbst Bozenerin), sowie Mirjam Lanz und Bettina Tschaffer von Südtirol-Marketing. Quelle: Kerstin Decker

Der Fußball-Rasen wäre auch okay

Ganz ähnliche Vorstellungen hat Stefan Declara, Chef der Bozener Musikkapelle „Zwölfmalgreien“ mit 70 Mitgliedern. Auch seine Musikanten haben sich den Termin am letzten Oktoberwochenende freigehalten – obwohl der mitten in der Obsternte und Weinernte liegt. Da gibt es nur ein kleines Problem: Zwei Blaskapellen sind eine zuviel für den Leipziger Opernball. Sprich: Eine wird zu Hause bleiben müssen. „Kennt einer von Euch den Mateschitz? Wir wären ja auch zufrieden, wenn wir mal bei RB Leipzig im Stadion spielen dürften, so wie schon mal beim FC Bayern“, hat Vogler eine Kompromiss-Idee.

Jazz im Seitenfoyer

Die Stimmen für Leipzig ölt ebenfalls bereits der Catinaccio-Chor aus Bozen. Genauso wie Mezzosopranistin Barbara Dorfmann. Für sie könnte es klappen: Die Sängerin soll ins Ballprogramm der Oper Leipzig integriert werden und den musikalischen Gruß des Konservatoriums Bozen überbringen. Die endgültigen Absprachen laufen aber noch. Schon fest eingeplant ist das Jazzensemble Triolè, das in einem Seitenfoyer der Oper spielen wird. Egal wie es am Ende organisiert wird – Ballmoderator und Orchesterchef Lenn Kudrjawizki lernte in dieser Woche auf der Opernball-Reise nach Südtirol schon einige Künstler kennen und freut sich, sie beim Ball präsentieren zu dürfen.

„Spionin“ kehrte begeistert zurück

„Vor einem Jahr wurde bei uns zum ersten Mal über den Leipziger Opernball gesprochen, da wussten wir noch nichts damit anzufangen. Aber wir haben uns informiert, und nun freuen wir uns“, berichtet Mirjam Lanz vom Südtirol-Marketing. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kollegin Roberta Agosti vom Verkehrsamt Bozen als „Spionin“ beim Leipziger Opernball 2018 dabei war und hellauf begeistert zurückkehrte: „Ein elegantes Ereignis mit tollem Programm und hohem Niveau. Da kann man sich wohlfühlen. Für uns als kleines Land ist das eine große Herausforderung.“

Gewandhausmusiker als gern gesehener Gast

Musikalische Verbindungen zwischen Leipzig und Bozen gibt es seit fünf Jahren, in Gestalt von bisher drei Opern-Kooperationen: 2014 Gounods „Margarethe“, 2016 Bernsteins „Trouble in Tahiti“ und 2017 Mozarts „Hochzeit des Figaro“. Und es gibt auch ganz private Verbindungen: Bei der erwähnten Musikkapelle „Zwölfmalgreien“ ist Hornist Christian Kretschmar vom Gewandhausorchester ein sehr gern und sehr oft gesehener Gast, jedes Jahr spielt er einige Male bei den Kollegen mit. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass er am 26. Oktober am Augustusplatz in beiden Ensembles zum Einsatz kommt.

Von Kerstin Decker

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