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Boulevard Anschluss für neu Zugezogene aus aller Welt
Leipzig Boulevard Anschluss für neu Zugezogene aus aller Welt
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08:01 10.12.2018
Weihnachtsaktion des International Women’s Clubs, von links Mayumi Stumpp (Japan), Karin Meinzer (Deutschland), Luoding Lammel-Rath (China), Mareth Oldiges (Deutschland), Marty McDonald (USA) und Fabrizia Curti (Italien).
Weihnachtsaktion des International Women’s Clubs, von links Mayumi Stumpp (Japan), Karin Meinzer (Deutschland), Luoding Lammel-Rath (China), Mareth Oldiges (Deutschland), Marty McDonald (USA) und Fabrizia Curti (Italien). Quelle: Foto: André Kempner
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Weihnachten ist eine Zeit des Gebens, auch die Frauen vom International Women’s Club halten es so. Im Westin-Hotel trafen sie sich jetzt zu ihrer großen Weihnachts-Charity, mit Tombola und einer Versteigerung von Preisen, die sie selbst eingebracht hatten. „Verglichen mit Armen und Bedürftigen sind wir sehr reich“, bat Clubpräsidentin Luoding Lammel-Rath um großzügige Gaben. Die eingenommenen Gelder und ein Teil der Jahres-Mitgliedsbeiträge gehen ans Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen, an den Verein Zukunft für Kinder und an das Kinderhospiz Bärenherz.

Rund 120 Mitglieder hat der Leipziger Verein aktuell. Er kümmert sich um Frauen, die aus aller Welt nach Leipzig ziehen – teils wegen der Jobs ihrer Männer, teils aus eigener Entscheidung. „Wir helfen ihnen, dass sie sich hier schnell einleben und wohlfühlen, dass sie auch Kultur und Sehenswürdigkeiten kennenlernen“, so die derzeit amtierende Vereinschefin, die chinesische Wurzeln hat und als Unternehmerin in Leipzig lebt. Auch wenn es darum geht, wo ausländische Familien einen Englisch sprechenden Arzt finden, ihre Kinder in Schule oder Kindergarten unterbringen oder den Hund anmelden können, gibt es Unterstützung.

Derzeit gehören zum Club Frauen unter anderem aus Mexiko und Amerika, Syrien, Japan und Südkorea, Schottland und Italien, Norwegen und Schweden. Nicht alle sprechen Deutsch. Die Japanerin Mayumi Stumpp (57) ist 2017 nach Leipzig gezogen, weil sie einen deutschen Mann geheiratet hat, der beim MDR arbeitet. Vorher hat die Computerspezialistin in Irland gelebt. Sie lernt Deutsch, fühlt sich aber mit der Sprache noch nicht so sicher. Über eine Japanerin fand sie Zugang zum Club und konnte neue Bekanntschaften knüpfen.

Marty McDonald aus Boston (USA) lebt schon seit 2009 in Leipzig. Ihr Mann war Psychiater und spricht fließend Deutsch, seit einem Austauschjahr als Jugendlicher. Seinen Traum, sich als Rentner in Deutschland niederzulassen, hat er verwirklicht. Seine Frau, bis dahin in der Marktforschung tätig, sprach kein Wort Deutsch. Auch ihr hat der Club der internationalen Frauen geholfen: „Wir sind hier ein Team, eine internationale Gemeinschaft“, freut sich die 73-Jährige.

Neben den Club-Treffen einmal im Monat finden im Prinzip täglich Veranstaltungen im kleineren Kreis statt. Sprachkurse in Englisch, Französisch und Deutsch, Buchclub, Bridgeclub, Kinoclub oder Weinclub – sie alle machen es den neu zugezogenen Frauen leichter, sich zu integrieren. Auch wenn viele nach einer gewissen Zeit weiterziehen.

Von kerstin decker

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