Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Boulevard Leipziger zeichnet die sich verändernde Stadt
Leipzig Boulevard Leipziger zeichnet die sich verändernde Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:01 08.10.2019
Jürgen Wilhayn zeichnet die sich verändernde Stadt, hier die Baustelle des Hotels Astoria von der Rückseite. Quelle: André Kempner
Leipzig

Als nach der Wende der große Bauboom in Leipzig ausbrach, sagte sich Jürgen Wilhayn: „Das musst Du erfassen, was sich hier alles verändert.“ Natürlich hätte man den Wandel auch fotografieren können, aber das ist nicht sein Ding. Denn der 74-jährige Stötteritzer zeichnet. Mindestens 600 Blätter, es könnten aber auch 800 sein, hat er zu Hause angesammelt. „Wo es was zu sehen gab – ich hab’ alles“, freut er sich über seine kleine private Chronik der jüngsten Stadtgeschichte. Mittlerweile gibt es in der Innenstadt kaum noch Baulücken oder unsanierte Häuser, doch Wilhayn findet immer noch genug Motive.

Motive aus der Sammlung von Jürgen Wilhayn

Der Erinnerung auf die Sprünge helfen

Baugruben, Hinterhöfe, Lückenschließungen, Leipzig Kran an Kran – alles hat der Rentner zu Papier gebracht. Gesichtslose Neubauten inspirieren ihn nicht, aber Details wie Seitenfenster oder Treppen, die nach Bauende nicht mehr zu sehen sind. Wichtig ist ihm, dass man sofort erkennt, dass es sich um Leipziger Motive handelt. Die Großbaustelle Citytunnel, die Baugrube der Höfe am Brühl, das Capa-Haus vor der Sanierung – Wilhayn kann der Erinnerung auf die Sprünge helfen, wie es dort früher aussah. Mittlerweile wissen das die neuen Nutzer der Gebäude oft selbst nicht mehr.

Mit Skizzenblock und Fineliner

Der Senior ist immer wieder mit Skizzenblock und Fineliner in der Stadt unterwegs. Als er in der Gerberstraße im Stau stand, fiel sein Blick auf die Rückseite des entkernten Hotels Astoria – eines seiner jüngsten Motive. Oft macht er erst mal ein Foto und zeichnet dann zu Hause in Ruhe. Dabei hat der Leipziger, der früher in einer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der Deutschen Bahn gearbeitet hat, das Zeichnen nie wirklich gelernt. Eher nebenbei hat er in seinem Beruf manchmal eine Skizze oder ein Versuchsmuster zu Papier gebracht. Urlaubsmotive aus Ungarn hat er früher hobbymäßig gezeichnet und die Bilder dort auch verkauft.

Gelegentliche Ausstellungen

Am liebsten wäre es Jürgen Wilhayn, wenn er seine Bilder einem Museum übergeben könnte, das sie nicht auf ewig im Archiv verschwinden lässt. Hin und wieder hat der Leipziger mit seinen Zeichnungen schon eine kleine Ausstellung bestritten. Manche Blätter verschenkt er auch.

Von Kerstin Decker

Die Leipziger Nikolaikirche stand vor 30 Jahren im Zentrum des Wendeherbstes. Genau dort hatte am Montag der Film „Fritzi“ seine Deutschland-Premiere, der das Thema kindgerecht aufbereitet.

08.10.2019

In loser Folge trifft die LVZ in der Reihe „Auf einen Kaffee mit...“ Menschen in Leipzig, die etwas zu sagen haben. Heute: Paul Christian, ehrenamtlicher Pfarrer im Schkeuditzer Flughafen, öffnet das Gästebuch vom Airport.

07.10.2019

Zum zweiten Mal lädt die Sektkellerei Freyburg zur „Nacht der Chöre“ ein. Welche Chöre Ende November mit Michael Patrick Kelly auf der Bühne singen dürfen, entscheidet sich im Online-Voting. Auch der Leipziger Chor T. Voices ist im Rennen und hofft auf einen Siegerplatz.

07.10.2019