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Boulevard Wolfgang Stumph trifft Menschen, die vor 30 Jahren abgehauen sind
Leipzig Boulevard Wolfgang Stumph trifft Menschen, die vor 30 Jahren abgehauen sind
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22:55 23.09.2019
Wolfgang Stumph vor der Film-Preview in der Schaubühne Lindenfels. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Es war ein Geschenk, diesen Film zu machen“, sagt Wolfgang Stumph. Persönliche Neugier auf das Thema hat den Dresdner Schauspieler umgetrieben. Im Mai ist er mit einem Team des MDR auf Reisen gegangen, 3000 Kilometer durch Deutschland. Er hat Menschen getroffen, die vor 30 Jahren die DDR verlassen haben. Und Menschen, die sich im Westen um sie gekümmert haben. Anhand der Fotos von damals ließ er sich ihre Geschichten erzählen – und vor allem wollte er wissen, was aus ihnen geworden ist. Ob ihre Träume aufgegangen sind, ob sie heute glücklich, zufrieden oder enttäuscht sind. Dabei erfuhr er, dass es für niemanden ein aalglatter Weg war.

Steffi Seifert und Tochter Kati (7) schlafen im Sommer 1989 in Budapest in ihrem Trabi. Ein ARD-Team schmuggelte sie nach Österreich. Quelle: dpa/Picture alliance

Zum Beispiel Steffi und Kati

Die Geschichte von Steffi Seifert und ihrer damals siebenjährigen Tochter Kati beginnt in Ungarn. Die beiden Vogtländerinnen machten Urlaub am Balaton. Als sie von der kurzzeitigen Grenzöffnung bei Sopron hörten, setzten sie alles auf eine Karte. Doch als sie dort ankamen, war es bereits zu spät. Mutter und Tochter gingen zunächst in ein Lager der Malteser in Budapest, entschlossen sich dann aber, in ihrem Trabi zu schlafen statt im Massenzelt. Dort wurden sie von einem ARD-Team entdeckt und interviewt – und anschließend in deren Auto nach Österreich geschmuggelt. Sie landeten in Bayern. Steffi Seifert, ausgebildete Lkw-Fahrerin, gründete ihr eigenes Ein-Frau-Fuhrunternehmen und wurde Fernfahrerin mit einem 40-Tonner. Tochter Kati fiel die Umstellung in der Schule anfangs nicht leicht. Heute ist sie stolz auf ihren Beruf als Patentanwalts-Fachangestellte.

Beeindruckt von den Frauen

„Die Leute, die sich uns geöffnet haben, haben ehrlich und bewegend erzählt. Manchmal wusst man nicht, wem zuerst die Tränen kommen – den Leuten vor oder hinter der Kamera“, erinnert sich der 73-Jährige Wolfgang Stumph. Besonders beeindruckt haben ihn die Geschichten der starken Frauen, „die sich am eigenen Zopf hochgezogen haben, auch wenn sie gestrauchelt sind.“ Selbst beim mehrfachen Ansehen habe ihn der fertige Film sehr berührt.

Ausstrahlung am 29. September

Ein freudiges Hallo gab es am Montag Abend in der Schaubühne Lindenfels, als Stumph seine „Helden“ wiedertraf – zur gemeinsamen Preview der Dokumentation „Grenzenlos“. Ausgestrahlt wird sie am Sonntag im MDR-Fernsehen. Für den Dresdner Schauspieler und Kabarettisten ist es bereits sein vierter Dokumentarfilm nach „Heimatliebe I und II“ und „Go, Trabi go forever“.

Stumph selbst hat vor 30 Jahren erlebt, dass viele seiner Freunde das Land verließen. Er hatte nicht den Drang dazu. Damals spielte er vor allem Kabarett. „Ich wollte bleiben, etwas bewegen, als Kabarettist unbequem sein. Aber die Mauer habe ich damit nicht umgestoßen“, sagt er ehrlich.

Von Kerstin Decker

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