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Corona-Proteste Kundgebung gegen Corona-Impfung: Polizei stoppt Aufzug in Leipzig
Leipzig Corona-Proteste

Kundgebung gegen Coronaimpfung von Bewegung Leipzig

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13:24 15.08.2021
Zahlreiche Teilnehmer wollten bei der Kundgebung keinen Mundschutz tragen und mussten von der Polizei dazu angehalten werden.
Zahlreiche Teilnehmer wollten bei der Kundgebung keinen Mundschutz tragen und mussten von der Polizei dazu angehalten werden. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Sie schwenkten Friedensfahnen und Plakate mit durchgestrichenen Spritzen drauf, aber Maske wollten die meisten Menschen auf dem Augustusplatz in Leipzig am Sonnabend nicht tragen: Weil die Auflagen für eine Kundgebung gegen die Corona-Impfung nicht eingehalten wurden, konnte die Protestveranstaltung am Nachmittag nicht wie geplant beginnen. Organisiert wurde die Demonstration vom „Querdenken“-Ableger „Bewegung Leipzig“ und von „Ärzte stehen auf“.

Den Veranstaltern zufolge sollte es um „medizinische Aufklärung zum Virus und zur Impfung gehen.“ Dazu hatten sich nach Polizeiangaben zunächst rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Augustusplatz versammelt. Die Organisatoren gaben auf Nachfrage keine Schätzung zur Größe ihrer Kundgebung ab. Vor dem Universitätsgebäude gab es einen Gegenprotest von „Leipzig nimmt Platz“ mit bis zu 70 Menschen.

„Ärzte stehen auf“ auf dem Augustusplatz

Zur Durchsetzung der Maskenpflicht drehte die Versammlungsbehörde einem Redner auf der Bühne von „Bewegung Leipzig“ noch vor dem offiziellen Start der Veranstaltung den Ton ab. Polizistinnen und Polizisten kontrollieren den Mund-Nasen-Schutz der Protestierenden und mussten dabei viele Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht und der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie allgemein führen. „Wir stehen doch auch für euch hier“, sagte eine Frau, die ihre Maske maximal unter der Nase tragen wollte. Andere Demonstranten waren weniger freundlich und beschimpften die Polizistinnen und Polizisten, nannten sie etwa „Volksverräter“ und „Merkel-SS.“

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Tumulte am Rand

Am Rande kam es zu kleineren Tumulten, als Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Polizei abgeführt worden – zur Überprüfung ihrer Personalien. Eine solche Kontrolle war der Polizei zufolge nötig, wenn Menschen ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht vorlegten. Diese Bescheinigungen hatten demnach rund 90 Menschen dabei. Zwei 46 und 41 Jahre alte Frauen weigerten sich der Polizei zufolge ohne ein solches Papier, ihre Masken zu tragen. Die Beamtinnen und Beamten erteilten ihnen Platzverweise. Weil die Frauen diesen nicht nachgekommen seien, habe man sie bis zum Ende der Demonstration in Gewahrsam nehmen müssen.

Mit mehr als einer Stunde Verspätung konnte die Kundgebung schließlich gegen 16 Uhr beginnen, ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer trug nun die vorgeschriebene Maske. „Maulkorb“ hatte eine Frau auf ihre Maske geschrieben, „Söderlappen“ stand auf dem Mundschutz eines Mannes. Mit der Zeit ließ die Disziplin zum Masketragen auf dem Platz dann wieder nach. Auf der Bühne warnten Redner unter anderem vor der Corona-Impfung, die ihrer Ansicht nach nicht sicher sei.

Am frühen Abend war die Zahl der Demonstrantinnen und Demonstranten der Polizei zufolge auf rund 800 angewachsen und sie zogen in einem Aufzug durch die Innenstadt. Auch dabei missachteten viele von ihnen die Maskenpflicht, weswegen der Zug durch die Polizei gestoppt wurde. Kurz darauf beendeten auch die Veranstalter die Demonstration.

Von Denise Peikert