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Café Neuer Lonely Planet empfiehlt Besuch in Leipzigs Kaffeehäusern
Leipzig Essen in Leipzig Café Neuer Lonely Planet empfiehlt Besuch in Leipzigs Kaffeehäusern
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16:37 15.11.2019
Das Kaffeehaus Riquet in Leipzig zählt zu den Geheimtipps in Europa. Quelle: Kempner
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Leipzig

Was das Besondere am Leipziger Café Grundmann ist? „Liebe, Herz und Sachverstand“, sagt Geschäftsführer Eckehart Grundmann. Er und sein Team bieten Knödel, Kuchen und Kaiserschmarrn in einem der wenigen verbliebenen traditionellen Kaffeehäuser – damit landet das Grundmann in einer neuen Ausgabe vom Lonely Planet.

Der am Donnerstag erschienene Reiseführer sammelt „1000 einmalige Erlebnisse in Europa“ abseits der altbekannten Reisetipps. Dazu haben sich die Autoren Rubriken wie „Häusermeere von oben“, Adrenalinkicks“ oder „Was blüht denn da?“ einfallen lassen.

„Die geheimen Stars unter den Städten“ sind nicht Paris, Madrid und Rom, sondern Porto, Triest und Sarajevo. Unter „Coole Neighbourhoods“ wird der Weitlingkiez in Berlin-Lichtenberg empfohlen, „Europa im Kleinformat“ schlägt die autofreie Ostseeinsel Hiddensee vor.

„Das Gebäude an sich ist etwas Besonderes“

Und unter dem Stichwort „Wo Kaffee am schönsten schmeckt“ ist nicht nur das Grundmann in der Südvorstadt aufgelistet. Auch das Kaffeehaus Riquet in der Leipziger Innenstadt empfiehlt der Lonely Planet. Dabei ist die Formulierung „schön“ besonders treffend, findet Maik Stahlhut vom Riquet. „Das Gebäude an sich ist etwas ganz Besonderes, in Jugendstil-Manier.“

Das Cafe Grundmann ist eins der letzten traditionellen Kaffeehäuser der Stadt. Quelle: Kempner

Und auch die Inneneinrichtung sei sehenswert. „In der unteren Etage ist das gesamte Interieur noch original erhalten“, so Stahlhut. Aufmerksamkeit dafür bekam das Café zuletzt auch im internationalen Filmgeschäft: Diane Kruger und Martin Freeman drehten im vergangenen Jahr eine Szene für den Kinofilm die Agentin vor Ort.

Für die Macher des neuen Lonely Planets zählen vor allem die Aspekte „trendy, hip und außergewöhnlich“, teilte eine Sprecherin von der Reiseverlagsgruppe Mairdumont auf Anfrage von LVZ.de mit. Die Auswahl der Tipps sei letztendlich eine persönliche Auswahl der Autoren.

Ambiente und Rhythmus wirken lassen

Zu einem der „1000 einmaligen Erlebnisse in Europa“ wurden die Leipziger Kaffeehäuser wohl vor allem wegen ihrer langen Tradition. Schon „große Geister wie Johann Wolfgang von Goethe, Napoléon Bonaparte oder Richard Wagner“ stillten dort ihren Koffeinbedarf, heißt es im Reiseführer. Erwähnt wird neben dem Riquet und dem Grundmann auch das Café Corso in der Brüderstraße.

Schon allein das Gebäude sei ein Highlight, so die Betreiber. Quelle: Kempner

Und was raten die Betreiber für den Besuch im Leipziger Kaffeehaus? „Einfach treiben lassen“, sagt Eckehart Grundmann, „und das Ambiente, den Rhythmus auf sich wirken lassen“. Darin lägen die Unterscheide zu klassischen Restaurants oder modernen Cafés wie Starbucks. Oder frei nach dem österreichischen Schriftsteller Alfred Polgar: „Ins Kaffeehaus geht man allein, um nicht allein zu sein.“

Von Josephine Heinze