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Mewes testet Vegane Küche am Lene-Voigt-Park: So schmeckt es im „Green Soul“ Leipzig
Leipzig Essen in Leipzig Mewes testet Vegane Küche am Lene-Voigt-Park: So schmeckt es im „Green Soul“ Leipzig
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15:48 18.01.2020
Freundliche Bedienung: Kellnerin Jeanette Flierl serviert im Green Soul. Quelle: Kempner
Leipzig

Nach der Völlerei zum Jahresende geht’s im Januar an das Umsetzen guter Vorsätze. Wer noch zögert, die neue Zehnerkarte für die Schwimmhalle einzulösen, sollte zumindest kulinarisch einen Gang runter schalten. Das funktioniert im Restaurant Green Soul. Der Name lässt ahnen, wohin die Reise geht: Frei übersetzt gibt es hier Grünes für die Seele, fleischlos. So mancher, der bisher einen großen Bogen um vegetarische Restaurants schlug, sollte die Bedenken einfach mal über den Haufen werfen. Chefkoch Mustafa Türker hat jahrelange Erfahrungen darin, Kartoffeln, Gemüse, Früchte, Reis, Pasta, Getreide, Kräuter und Gewürze so vielfältig zu kombinieren, dass man am Ende seines Mahls weder Schweinebraten noch Steaks vermisst. Burger erst recht nicht, denn auf der Speisekarte steht regelmäßig eine Variante, bei der der Fleischklops zwischen den Brötchenhälften durch einen veganen Patty ersetzt wird, wie das in der Fachsprache heißt.

Das Green Soul – Kurzkritik und Steckbrief

Gesamtnote: 7,8 / 10. Essen: 7,5. Service: 8. Ambiente: 8.

Fazit: Sympathisches Lokal zum Kennenlernen der veganen und vegetarischen Küche.

Johannisallee 7, 04317 Leipzig, Tel. 0341-350 05 55 91, www.restaurant-greensoul.de

Konzept: vegetarische und vegane Küche

Extra: Kinderspielzimmer

Geöffnet: Di–Sa 17.30–22 Uhr, ab Mai So 10–14 Uhr, Brunch,17 Euro pro Person

Preise: Vorspeisen 5,90 bis 7,90 Euro, Hauptgerichte 8,90 (Suppe, groß) bis 17,40 (Cheeseburger), Desserts 1,60 (Kugel Eis) bis 6,20 Euro

Kartenzahlung: nur Bargeld

Lichtdurchflutetes Ecklokal

Das sympathische, von drei Seiten lichtdurchflutete Ecklokal liegt etwas versteckt unweit des Lene-Voigt-Parks. Dass die gesamte Einrichtung wie eine Mischung aus Erbstücken oder auf dem Flohmarkt entdeckten Möbeln wirkt, gehört zum „Shabby Chic“-Konzept. Ergänzt um Dekorationen aus dem Gartenmarkt wirkt das aber nicht kitschig, sondern auf eigene Weise gemütlich. In Sichtweite zu den Tischen lädt ein geräumiges Kinderspielzimmer ein.

So sieht es im Gastraum und auf den Tellern in der Johannisallee 7 aus.

Die Küche gut im Blick

Ich war einige Zeit nicht da und will nun ganz genau wissen, ob der erlebte, hohe Qualitätsanspruch heute noch gilt. Da wir an einem gut besuchten Freitagabend nicht reserviert haben, bietet uns der Chef erst einmal freundlich zwei Plätze am Tresen und ein erstes Getränk an: hausgemachte Limonade mit Zitronenscheiben und Thymianzweig. Die nette Geste hat den Vorteil, dass man hier die Küche im Blick hat, der Crew dort bei der Arbeit zusehen und schon mal die Speisekarte lesen kann. Sie ist übersichtlich, aber sehr differenziert aufgestellt.

Quelle: Petra Mewes

Rotes Curry und veganer Burger

Das würzige Rote Curry habe ich von meinem letzten Besuch noch in guter Erinnerung. Diesmal soll ein Salat mit Grillgemüse die Vorspeise sein. Den vegan gekennzeichneten Beyond Burger im Roggen-Focaccia mit Tomatenscheiben, Zwiebelringen und Salat will ich als Hauptgericht probieren.

In guter Erinnerung: das Rote Curry. Quelle: André Kempner

Diskurs über vegane Getränke

Schon beim ersten Gang stellen sich Wohlfühlmomente ein: Auf einem frischen Salatbett liegen neben Wildkräutern gegrillter Gemüsefenchel, Rosmarinkartoffeln sowie winterliche Gemüse, darunter Kürbisstücke und typisch erdig schmeckende Rote Bete, auch zwei Scheiben Baguette. Bei einem Glas Riesling von Rheingau-Weingut Schloss Vollrads dazu drängt sich der Gedanke über vegane Getränke auf, denn der Laie fragt sich schon, ob Weine, Limonaden und Bier nicht immer fleischfrei sind? Das schon, lacht die Bedienung und erklärt: „Manche Gäste wollen sicher sein, dass naturtrübe Säfte und die Weine nicht traditionell mit tierischen Proteinen wie Eiklar oder Gelatine geklärt und die Etiketten mit Leim aus tierischen Rohstoffen auf die Flaschen geklebt worden sind.“ Wie gut ein Wein letztendlich ist, hängt aber zuerst von Lage, Klima, Boden ab und von der Kunst der Kellermeister, das Beste aus den Trauben herauszuholen. Nach der Plauderei ist es Zeit für den zweiten Gang.

Erfindung aus Kalifornien: der Beyond-Burger. Quelle: Petra Mewes

Karte lässt Fragen offen

Der Beyond-Burger ist optisch nicht vom Fleischburger zu unterscheiden, Konsistenz und Geschmack könnten Burger-Fans sicher als Ersatz akzeptieren. Die Speisekarte beschreibt ihn als „rein pflanzlich, kein Soja, aus Erbsenprotein“. Davon nicht ganz aufgeklärt recherchiere ich zu Hause nach: Beyond Burger sind eine Erfindung des kalifornischen Unternehmens Beyond Meat. Die Zutatenliste auf der Verpackung der weitgereisten Pattys enthält mehr als 20 Inhaltsstoffe, die für Bindung, Geschmack und eine rauchige Note sorgen sollen. Der Mix enthält neben stark bearbeitetem Erbsenproteinisolat unter anderen auch raffiniertes Kokosnussöl und rund 18 Prozent Fett. So richtig gesund und „grün“ klingt das alles nicht … Ein etwas ausführlicherer Hinweis auf der Karte wäre angemessen.

Fruchtiger Abschluss: das Sorbet. Quelle: Petra Mewes

Fleisch wird nicht vermisst

Zurück ins Lokal: Während wir uns bei Tisch anfangs noch über Fleisch unterhalten haben, spielt das Thema am Ende des Menüs bei veganen Furchtsorbets als Dessert keine Rolle mehr – wir haben es nicht vermisst!

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Von Petra Mewes