Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Essen in Leipzig Klops und Käsefondue im „Sitzungssaal“ A 600
Leipzig Essen in Leipzig Klops und Käsefondue im „Sitzungssaal“ A 600
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:01 20.02.2020
Die Profiköche Sebastian Fischer (links) und Christian Witte kochen als „Gastgeber auf Zeit“ im Restaurant A 600 in der Dresdner Straße. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Im Restaurant auf Zeit in der Dresdner Straße 49 sind wieder neue Gastgeber eingezogen: Die beiden Profiköche und privaten Kumpels Sebastian Fischer (38) und Christian Witte (39) schwingen dort zwei Wochen lang gemeinsam Messer und Fleischgabel. Sie kennen sich seit 17 Jahren, sind mehrfach auf Rucksackreisen durch die Welt gewesen, haben dabei Urlaub und Arbeit verbunden. Die Gerichte, die ihnen unterwegs am besten geschmeckt haben, bieten sie jetzt in Reudnitz an: Bortschsch aus Russland, Käsefondue aus der Schweiz, Mangosalat aus Myanmar, Geflügel-Curryrahmsuppe aus Indien, Königsberger Klopse, Karottenkuchen aus Norwegen oder Schokoladenkuchen aus Frankreich. Als sächsisches Gericht haben sie Omas Rinderroulade auf der Speisekarte. Dazu gibt es Wein aus Meißen oder „Kasten“-Bier aus Connewitz.

Sebastian Fischer, Christian Witte und der Initiator des Pop-up-Restaurants Michael Bauß (von links) im „Gastgeber“ in der Dresdner Straße. Quelle: André Kempner

Direktmandat verloren

Das Restaurant hat den ungewöhnlichen Namen A 600. Ein Bezug darauf, dass Sebastian Fischer zehn Jahre lang CDU-Abgeordneter im Sächsischen Landtag war. Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft hat viele Stunden im Raum A 600 verbracht, dem Sitzungssaal der CDU-Fraktion im Landtag. Doch im vergangenen September verlor der 38-Jährige, der aus der Großenhainer Ecke stammt, sein Direktmandat an einen AfD-Kandidaten. An die Jahre als Abgeordneter erinnert der Koch und Küchenmeister sich gern, aber ohne Wehmut. Nach dem Aus in der Politik besann er sich auf seinen erlernten Beruf, in dem er zehn Jahre gearbeitet hatte. Zumal die Personalnot in der Gastronomie groß ist. In den vergangenen Monaten arbeitete er in Dresden als Mietkoch, er gibt auch Kochkurse. Mit Christian Witte, genannt Hitsch, der aus der Nähe von Frankfurt/Oder stammt, testet er bis zum 1. März, wie es mit einem gemeinsamen Lokal funktionieren würde.

Nach zwei Wochen Kassensturz

Nach Leipzig hat ihn der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Nowak geholt. Die Möglichkeit, sich für zwei Wochen ein Restaurant zu mieten, gibt es woanders nicht. Fischer ist allerdings in der Meißner Gegend ortsgebunden, denn er ist seit Ende 2019 Kreisvorsitzender der CDU Meißen. Nach den zwei Wochen Leipzig-Gastspiel wollen er und sein Kumpel Kassensturz machen: „Hoffentlich reicht das Geld, um Flugtickets bis ans Ende der Welt zu bezahlen. Wir wollen unbedingt weiter reisen.“

Erste dauerhafte Lokale öffnen

Seit der Eröffnung des „Gastgebers“ im vergangenen Sommer hat Initiator Michael Bauß (33) schon ein Dutzend Wirte auf Zeit in seinem Lokal gehabt. Viele Konzepte schlugen ein, und die Probanden fingen Feuer: So eröffnet der Italiener Alessandro Porcelli Ende Februar sein eigenes Restaurant in der Könneritzstraße. Die Japaner, die im Januar da waren, wollen im März ein Lokal eröffnen. Und auch das venezolanische Konzept vom Dezember soll sich im Laufe des Jahres in Leipzig wiederfinden. „Eine wertvolle Erfahrung ist es so und so. Auch wenn die Neulinge am Ende vielleicht feststellen, dass ein Restaurant doch nichts für sie ist“, so Bauß.

Von Kerstin Decker

Bisher waren sie angestellt, jetzt sind sie „Jungunternehmer“: Martina und Maik Kupfer haben eine Bäckerei in Kleinzschocher übernommen. Für die Selbstständigkeit und für mehr Nähe zu ihrer alten Heimat sind sie aus Bayern nach Leipzig gezogen.

14.02.2020

LVZ-Gastro-Expertin Petra Mewes stellt regelmäßig Leipziger Restaurants vor. Heute: das Fachwerk in Wahren. Wer hier Gutbürgerliches vermutet, liegt komplett daneben. Hier gibt es mediterrane Küche – mit einem Faible fürs Italienische.

01.02.2020

„Grimms Eismärchen“ halten seit ein paar Monaten Einzug in den Tiefkühltruhen der Supermärkte. Unter diesem Label produziert ein junges Leipziger Ehepaar veganes Eis. Aktuell noch im Nebenjob, aber es soll mehr daraus werden.

27.01.2020