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Leserbriefe Anschlag in Hanau, Tempolimit-Streit und die Zukunft der Pflege – das sagen die LVZ-Leser
Leipzig Leserbriefe Anschlag in Hanau, Tempolimit-Streit und die Zukunft der Pflege – das sagen die LVZ-Leser
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12:24 25.02.2020
Mit Kerzen und Blumen haben im Hanauer Zentrum viele Menschen ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Quelle: Nicolas Armer/dpa
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Leipzig

Die rassistischen Morde in Hanau, das Bundesratsveto gegen das Tempolimit, das gestörte Gedenken an die Zerstörung Dresdens von 75. Jahren – lesen Sie hier die Meinungen der LVZ-Leser zu diesen und zu anderen Themen.

Die Demokratie schaut ratlos zu

Zum Artikel „Rassistisches Blutbad in Hanau erschüttert Deutschland“ (21. Februar): Die Anschläge auf die Demokratie und auf Menschen erfolgen immer häufiger. Es ist eine erschreckende Parallele zum System Hitler und NSDAP und die Demokratie schaut ratlos zu. Jeder kleine Gauner wird verfolgt. Herr Gauland, der Faschist Herr Höcke und viele andere können ungestraft ihr satanisches Gedankengut verbreiten, denn es ist durch die „Meinungsfreiheit“ gedeckt.

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Es ist vollkommen unverständlich, dass die Ostbürger, welche 40 Jahre unter einer Diktatur litten, diesem Gedankengut Beifall zollen. Reflexartig werden nach jeder Horrortat Kränze niedergelegt und wohlfeile Reden gehalten, die Politik ist aber nicht in der Lage, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Deutschland ist erneut das Land in Europa, das die größten Probleme mit Rassismus hat. Ich fragte meine Eltern, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte – sie wussten keine Antwort. Meine Enkelkinder werden mich fragen – und ich werde erneut keine Antwort finden. Lassen wir es nicht so weit kommen. (Peter Wuttke, per E-Mail)

Vernunft hat wohl schon verloren

Zum Artikel „Bundesrat bremst Vorstoß für Tempolimit aus“ (15. Februar): Dieses Thema gibt immer wieder Anlass zur Diskussion, da sich ja unsere Autokonzerne wieder mal gegängelt fühlen. Glückwunsch an den Bundesrat, dass er es hat nicht dazu kommen lassen. Wenn man aber die Unfallzahlen der vergangenen Jahre anschaut, sind es sehr häufig diejenigen, welche bei überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle verlieren und es zu schweren Unfällen kommt.

Wahrscheinlich sind immer noch nicht genug Tote zu beklagen. In unseren Nachbarstaaten Österreich und Schweiz gelten normal angelegte Geschwindigkeitsbegrenzungen – und es hält sich weitestgehend jeder daran. Hierzulande gilt man ja schon als Verkehrshindernis, wenn man nur (!) 130 bis 140 km/h schnell ist. Ich hoffte, die Vernunft siegt. Aber leider hat sie wohl schon verloren. (Uwe Schmertosch, 04316 Leipzig)

Sorge und Pflegende im Rentenalter

Zum Artikel „Eigenanteil für Pflege gestiegen“ (20. Februar): In den Medien werden vorwiegend die Kosten für eine Betreuung im Heim reflektiert. Selten hört und liest man, wie es Pflegenden im Rentenalter geht, die ihren Ehepartner pflegen. Häusliche Pflege wird gewünscht und gefordert. Sie gilt in der Wahrnehmung vieler Menschen als ideal, erstrebenswert und human. Das ist es auch. Unbedingt!

Das Bild ändert sich allerdings, wenn diejenigen, die zu Hause pflegen, im Rentenalter sind. Neben hoher körperlicher Belastung, großem Druck durch Verantwortung für den Behinderten und permanentem psychischen Stress sind finanzielle Sorgen ständiger Begleiter bei der Pflege in einem Rentnerhaushalt. Da kein Zuverdienst machbar ist, muss mit der Rente ausgekommen werden.

Pflegedienste und Tagespflege erhöhen kontinuierlich die Preise. Meist deckt das das Pflegegeld nicht ab und es muss von der Rente zugezahlt werden. Allgemeine Preiserhöhungen bei Miete, Strom, Wasser, Heizung, bei Obst und Gemüse, bei Wasch- und Pflegemitteln, bei Benzin und so weiter müssen durch die nur über die jeweiligen Renten gespeiste Haushaltskasse getragen werden. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass pflegende Ehepartner, die im Rentenalter sind, keinen Zuschuss für diese Arbeit erhalten und auch keinen Rentenpunkt mehr. (Dr. Brita Will, 04103 Leipzig)

Grundrente alles andere als gerecht

Zum Artikel „Nach langem Ringen: Regierung beschließt Grundrente“ (20. Februar): Es wird häufig der Spruch laut: Rente für alle! Vor allen Dingen setzt sich der Sozialverband VdK dafür stark ein. Natürlich ist es Pflicht eines Staates, eines Rentensystems, dass eine lebenswerte Rente beitragsgerecht gezahlt wird. Es ist aber nicht die Pflicht des gesamten Solidarsystems, dass die beitragszahlende Gruppe für diejenigen aufkommt, die es meisterhaft verstanden haben, sich von der Arbeitsverpflichtung, also der Beitragsleistung, zu drücken.

Leider gibt es einen großen Teil unserer Gesellschaft, die bei einer Beschäftigung wegen ihres persönlichen Verhaltens nicht über die Probezeit gekommen sind, die sich immer zu überqualifiziert hielten, immer den Job geschmissen haben. Soll die beitragszahlende Solidargemeinschaft für solche Zeitgenossen aufkommen? Auch die von der Regierung jetzt auf den Weg gebrachte Grundrente ist in vielen Dingen alles andere als gerecht. (Alois Sepp, 81371 München)

Behauptung auf schwachen Füßen

Zum Artikel „Wanderwitz: AfD profitiert von Linken“ (18. Februar): Dank unseres neuen Ostbeauftragten Marco Wanderwitz (CDU), der mit dem reichen Erfahrungsschatz von 14 Jahren „Unrechtsstaat“ die Wende in eben jenem Alter erlebt hat und dann irgendwann in die richtige Partei eingetreten ist, wissen wir endlich, wer für die AfD verantwortlich ist – nämlich die Linke. Nicht etwa die Politik der letzten 20 Jahre unter der Führung von Schröder und Merkel, nein, die Linken waren es, der Rest der Parteienlandschaft wäscht seine Hände in Unschuld.

Folgt man dieser Argumentation, so weiß man auch, wer für die Front National in Frankreich und die Rechten in Italien verantwortlich ist, nämlich die Kommunisten. Und wie ist dann das Erstarken der Rechten zum Beispiel in den Ländern Niederlande, Dänemark, Norwegen, Österreich zu erklären? Auch mit starken linken Parteien? Daran merkt man, auf welchen sehr schwachen Füßen Wanderwitz’s Behauptung steht. (Jürgen Henke, per E-Mail)

Technik kann sich nicht selbst reparieren

Zum Thema Künstliche Intelligenz: Roboter, technisch hoch entwickelte Maschinen oder andere auf höchstem technischen Stand entwickelte Systeme/computergesteuerte Techniken sind von Menschen entwickelte Produkte, die Arbeitsprozesse automatisieren/menschliche Arbeitskraft einsparen und ersetzen. Sie sind höchst produktiv und betriebswirtschaftlich rentabel. Es sind von Ingenieuren entwickelte Maschinen/von Programmierern geschriebene Sofware-Programme, die computergesteuerte hoch technisierte Aufgaben ausführen, die uns zum Staunen bringen.

Auf allen technischen Messen, ob in Europa, Amerika, Japan oder anderswo, entwickeln Techniker diese kybernetischen Maschinen. Genutzt werden die zurzeit vorhandenen/sich in der Entwicklung befindlichen Techniken, wie die modernen analogen und digitalen Handynetze, unter anderem von C-Netzen, Bündelfunknetze, andere Funktechniken. Durch neueste, schnellste Transportwege für Nachrichten, Informationen, Datentransporte über Glasfasernetze in Zusammenarbeit mit den neuen Funksystemen werden Übertragungshöchstgeschwindigkeiten erreicht, die unser Leben in Zukunft bestimmen werden. Es ist möglich, über große Entfernungen Techniken und Anlagen zu betreiben und zu warten.

Alle diese Techniken haben ein Problem – sie benötigen elektrischen Strom (technische Energie) sowie andere Energien. Fällt dieser/diese aus, steht die Robotik/fallen die Systeme aus. Sie können sich nicht selbst reparieren. Das ist bei Lebewesen nicht der Fall. Diese können auf Störungen/Bedrohungen/ungewünschte Veränderungen mit der ihnen gegebenen Gabe reagieren und Lösungen herbeiführen, sodass sie am Leben bleiben und ihre Umwelt nach ihren Wünschen positiv für sich gestalten können. (Wilfried Queissner, 04107 Leipzig)

Gedenken in Dresden zerstört

Zum Artikel „Die Wunde Dresden – 75. Jahrestag der Zerstörung“ (14. Februar): Während am 13. Februar zum 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens der Todesopfer auf dem Friedhof gedacht wurde, haben Jugendliche der Antifa die Gedenkveranstaltung mit lautstarken Zwischenrufen gestört und verschiedene Transparente mit Parolen wie: „Nie wieder Deutschland“, „Oma und Opa: Keine Opfer, sondern Täter“, „Deutsche Täter*Innen sind keine Opfer“ und „Dresden, Deine Nazis habens verdient!“ skandiert.

Als geborener Dresdner, der dem Flammeninferno um Haaresbreite entgangen ist, sind diese Vorgänge rund um das Gedenken am 13. Februar 2020 abartig. Wie können Menschen der zweiten und dritten Generation so über ihre Vorfahren urteilen? Hier stimmt was mit der Schulbildung und/oder mit dem Elternhaus nicht. Das ist reinster Hass.(Jürgen Ruprecht, 04103 Leipzig)

Entscheidende Frage ist die Sicherung des Friedens

Zum Artikel „Die Wunde Dresden – 75. Jahrestag der Zerstörung“ (14. Februar): Man kann gar nicht genug mit solchen Veranstaltungen, wie jährlich am 13. Februar in Dresden, an die Sinnlosigkeit von Kriegen erinnern. Dazu gehören ganz sicher auch die Ermahnung zu Fragen der Menschenverachtung, des Antisemitismus und des Rassenwahns. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die entscheidende Frage ist aber die Sicherung beziehungsweise Erhaltung des Friedens. Die ist dabei völlig untergegangen. Weil die politische Führung in unserem Land – und auch in der EU – die Friedenssicherung nicht auf dem „Bildschirm“ haben.

Wenn das so wäre, würden sie nicht zum gleichen Zeitpunkt vor der russischen Grenze mit 37 000 Mann und jeder Menge Waffen Krieg spielen. Jeder sollte doch nun endlich die richtigen Lehren aus zwei Weltkriegen ziehen? Und zwar die: „Frieden schaffen ohne Waffen!“ Es ist ein Gebot der Stunde, endlich mit Russland einen Friedensvertrag abzuschließen und danach die weltweite Abrüstung von Deutschland aus anzuschieben. Wenn man das nicht macht, ist alles andere nur leeres Geschwätz! (Klaus Siebeneichner, 04347 Leipzig)

Verantwortung für Ordnung und Sicherheit

Zur Kriminalitätsstatistik: Wie die Kriminalstatistiken zeigen, ist Deutschland nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt. Zum Glück kann man sich hier auf einen funktionierenden Rechtsstaat berufen und hat eine funktionierende Polizei. Und aufgrund der geringen Schusswaffenverbreitung kann man auch nachts in die Kneipe gehen, ohne Bedenken haben zu müssen, in eine tödliche Schießerei zu geraten. Natürlich gibt es Kräfte, die versuchen, die staatliche Ordnung abzuschaffen, wie die Tragödie von Hanau zeigt. Genau diese Kräfte erzählen aber solche düsteren Geschichten, dass es jetzt schon so unsicher wäre. Wahr ist dies nicht!

Vielleicht ist es das Ziel der Herren Höcke, Gauland etc., so ein unsicheres Deutschland zu schaffen, damit sie an die Tröge und Geldtöpfe der Macht gelangen. Dies dürfen wir als Zivilgesellschaft nicht zulassen! Traurig finde ich, dass diese Hetzer immer wieder auf Journalisten treffen, die deren verzerrtes düstere Bild der Realität verbreiten. Auch die Presse hat Verantwortung für Ordnung und Sicherheit in diesem Land. Erinnern Sie sich bitte an diese Verantwortung und lassen Sie sich nicht von den Hetzern ausnutzen. (Andreas Heusinger, per E-Mail)

Für Praktikanten kaum Zeit

Zur Entlastung der Pflege: Es ist ja alles gut gesprochen und auf allen Papieren (bürokratisch) festgehalten, aber die Realität ist doch eine andere. Wenn sich Schüler*innen für ein Praktikum in Praxen oder Kliniken bewerben, um vielleicht den Beruf in der Pflege nach Abschluss der Schule zu erlernen, werden sie meistens abgewiesen. Warum? Weil die Belastung des wenigen Personals schon so hoch ist, dass eine Betreuung eines zusätzlichen Praktikanten*innen und wegen des Datenschutzes nicht gewährleistet werden kann. So wird der Beruf in der Pflege immer ein stiefmütterliches Dasein fristen. (Petra Weygandt, per E-Mail)

Warnung vor betrügerischer E-Mail

Zu einer Betrugsmasche via E-Mail: Letzte Woche erhielt ich eine E-Mail, die scheinbar von der Sparkasse kam. Da ich mit der Sparkasse keinen Online-Kontakt habe, und ein Blick auf den Absender ließen mich an der Rechtmäßigkeit des Schreibens zweifeln. Darin wurde mir mitgeteilt, dass ich einer Aufforderung, mein Konto durch eine TAN zu bestätigen, nicht nachgekommen bin.

Nun würde mein Konto eingefroren. Um es wieder zu aktivieren, müsse ich einen Datenabgleich durchführen. Aufgrund meiner Zweifel habe ich gleich bei der Sparkasse nachgefragt, wobei mein Verdacht, dass es sich um ein betrügerisches Schreiben handelt, bestätigt wurde. (Helga Wittmann, per E-Mail)

Umweltfreundliche Alternative – nein!

Zum Thema E-Autos: Sonntag, 16.2.2020, 19.30 Uhr. Im ZDF läuft „Terra X“, Thema Argentinien. Gezeigt wird die Lithiumproduktion. Aussage des Moderators Dirk Steffens: Für die Gewinnung von 1 Gramm Lithium werden 2,5 Liter Wasser verbraucht. Für das Lithium in den Batterien der in Deutschland 2019 neu zugelassenen 60 000 E-Autos lag der Wasserverbrauch bei über 2 Millionen Kubikmetern.

Hochgerechnet auf alle in Deutschland zu ersetzenden Autos mit Verbrennungsmotor bedeutet dies etwa 2 Milliarden Kubikmeter! Um diese Menge begreifbar zu machen: Man stelle sich ein Becken von der Größe des Leipziger Stadtgebietes mit einer Tiefe von 7 Metern vor. Und das nur für Deutschland! Das soll eine umweltfreundliche Alternative sein, wie uns ein Großteil der Politiker weismachen will? (Jochen Weber, 04318 Leipzig)

Zu viel über Thunberg

Zum Artikel „Nach Greta könnte auch die 14-jährige Beata Thunberg bald berühmt werden“ (12. Februar): Die LVZ meint wirklich, dass ihre Leser an der Schwester von Greta Thunberg interessiert sind. Die Frage bleibt, wer verdient an dem Rummel um Thunberg kräftig mit? Es gab schon immer Menschen oder Organisationen, die für einen besseren Umgang mit der Umwelt und Natur kämpfen, zum Beispiel aktiv Greenpeace. Das interessiert niemanden, aber bei Greta Thunberg ist es eine ständige Berichterstattung wert. (Christa Hiob, 04209 Leipzig)

Von LVZ

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