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Lokales 25 Prozent von jedem LVZ+ Abo gehen an Leipziger Kultur- und Clubszene
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2,50 Euro von jedem LVZ+ Abo gehen an Leipziger Kultur- und Clubszene

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13:54 13.11.2020
Leere Tanzfläche: Schon in der letzten Samstagnacht, in der Mitte März das Feiern noch erlaubt war, war kaum jemandem danach zumute. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Mit einem LVZ+ Abo erhalten Leser jetzt nicht nur aktuellen Qualitätsjournalismus aus Leipzig. Darüber hinaus helfen die Online-Abonnenten mit, die Stadt langfristig vor kultureller Ödnis zu bewahren. Die Leipziger Volkszeitung spendet ab sofort und bis Ende Dezember 2,50 Euro pro LVZ+ Abo (das pro Monat 9,96 Euro kostet) an die darbende Kultur- und Clubszene. Das Geld geht an den Zusammenschluss „#DasistLeipzig“. Dem Bündnis gehören die Vereine „Kreatives Leipzig“, „LiveKommbinat“ und die Initiative „Leipzig plus Kultur“ an – ein großer Teil der freien Leipziger Kreativ- und Kulturszene hat sich hier zu Beginn der Corona-Pandemie eine gemeinsame Plattform geschaffen.

„Die Hilfe bedeutet uns sehr viel“, freut sich Kulturwissenschaftlerin Kordula Kunert, die in dem Gemeinschaftsprojekt das „LiveKommbinat“ vertritt. Nicht allein wegen der finanziellen Spende: „Die LVZ ist für uns ideal, um unsere Zusammenarbeit nach außen zu verdeutlichen“, sagt sie. Das Geld soll in erster Linie in die Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses fließen, die bisher ausschließlich ehrenamtlich „und leider oft nur nebenher läuft“, so Kunert. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, erhalten notleidende Kulturbetriebe Zuschüsse.

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Ein neuer Tiefpunkt

„Der Lockdown trifft die Clubs und Kulturbühnen besonders hart“, sagt LVZ-Marketing-Chefin Alexandra Grothe. „Sie waren im März die ersten, die dicht machen mussten. Und sie werden wohl die letzten sein, die irgendwann wieder öffnen dürfen.“ Leipzigs lebhafte Szene ist ein Magnet, der zu normalen Zeiten tausende Menschen in die Stadt zieht. Doch dass die Bühnen und Clubs den Corona-Lockdown überleben, ist keineswegs ausgemacht. „Wir sind an einem neuen Tiefpunkt“, sagt Kunert.

„#nurmitkultur“: Mit zwei Aktionstagen im Juni und September machte das Bündnis „#DasistLeipzig“ spielerisch auf die eigenen Nöte aufmerksam. Das Foto zeigt eine Performance des Theaters Titanick am 20. September. Quelle: André Kempner

Die zaghafte Euphorie des Sommers ist verflogen. Projekte wie das „Outside“-Festival auf der Festwiese vor dem Stadion und zwei Aktionstage „#nurmitkultur“ auf dem Augustusplatz hatten zwar kaum die Verluste aufgefangen. „Aber wir haben zumindest nicht draufgezahlt – und alle waren happy, wieder ihrer Berufung nachzugehen, statt Antragsformulare auszufüllen“, erinnert sich Kunert. Crowdfunding-Aktionen und Soli-Tickets halfen überdies, den finanziellen Kollaps zu verhindern. Die Hilfsbereitschaft der Stammgäste wolle man jedoch nicht überstrapazieren, wo es doch eigentlich eine Aufgabe der Politik sei, die Kultur am Leben zu halten, findet sie.

Corona hat Schranken geöffnet

Um irgendwie über den Winter zu kommen, klammern sich die Betreiber in Zeiten eines Lockdowns, der sie nicht „light“, sondern voll trifft, an den Strohhalm zweier Hilfsprogramme: Zum einen die Ankündigung der Bundesregierung, den Verdienstausfall mit bis zu 75 Prozent des Umsatzes vom November 2019 auszugleichen. Zum anderen hat das sächsische Kulturministerium das Soforthilfe-Programm „Härtefälle Kultur“ bis Dezember 2021 verlängert und auf Musikclubs und Spielstätten ausgeweitet, die von Einzelpersonen betrieben werden.

„Wenn keines der Programme greift, müssen zum Jahresbeginn die ersten von uns aufgeben“, fürchtet Kunert. „Ehrlich gesagt wundere ich mich selbst, dass wir alle noch da sind.“ Ein Teil des Geheimnisses liegt vielleicht in der gegenseitigen Solidarität in der Szene: Die Corona-Krise hat frühere Schranken zwischen den unterschiedlichen Akteuren geöffnet. „Wir haben gemerkt, dass wir gemeinsam mehr erreichen“, sagt Kunert. „Und wir sind der LVZ dankbar, dass sie uns hilft, dass mehr Menschen davon erfahren.“

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Von Mathias Wöbking