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Lokales 20  000 neue Jobs in drei Jahren – Leipzig brummt
Leipzig Lokales 20  000 neue Jobs in drei Jahren – Leipzig brummt
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22:10 07.10.2019
Der in Leipzig gebaute BMW i3 gilt vielen Fachleuten als seiner Zeit weit voraus. Mehr als 150 000 Fahrzeuge dieses Elektroautos mit einer Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff sind hier bereits vom Band gerollt. Quelle: BMW
Leipzig

Der Jobaufbau in Leipzig setzt sich unvermindert fort. Im vergangenen Jahr kamen rund 5700 weitere Arbeitsplätze hinzu. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Stadtgebiet stieg damit auf 273 500. In den vergangenen drei Jahren sind insgesamt sogar 20 000 Stellen geschaffen worden, wie aus dem neuen Wirtschaftsbericht der Stadt Leipzig hervorgeht. Demnach konnte die Messestadt Ende 2015 erst auf 253 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verweisen.

Ortsansässige Firmen als Wachstumstreiber

Ein immer größerer Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung entfällt auf die Bestandsunternehmen, erklärte Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU). „Die Unternehmen, die hier wurzeln und sich hier engagieren, gilt es besonders zu stärken. Denn sie sind es, die unsere heimatliche Wirtschaftslandschaft nachhaltig prägen und diversifizieren.“

Autobauer investieren 900 Millionen Euro

Zum Beispiel habe Porsche jüngst seinen fünften Werksausbau gestartet, investiere jetzt noch mal 600 Millionen Euro. Das BMW-Werk stecke aktuell 300 Millionen Euro in die Vorbereitung kommender Modellgenerationen – die Kapazität steige so auf bis zu 350 000 Fahrzeuge jährlich.

81 500 feste Jobs seit 2005 entstanden

Als die Münchner Autobauer im Jahr 2005 die Produktion aufnahmen, gab es in Leipzig erst 192 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, ist außerdem im Bericht zu lesen. Seitdem wuchs ihre Zahl um 81 500, oder anders gesagt: um 42 Prozent! Im Bereich Automobil- und Zulieferindustrie zeigte die Kurve am stärksten nach oben: um 114 Prozent auf 19 000 festangestellte Mitarbeiter. Zum Beispiel produziere nun der „Clean-Mobility“-Bereich des Zulieferers Faurecia mit 63 Mitarbeitern modernste Abgasanlagen. Das Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig verfügt über 1000 Beschäftigte und auch Produktionsanlagen in China und der Slowakei.

Erste Wasserstofftankstelle im GVZ

Dass der Umweltschutz an Bedeutung gewinne, zeige sich nicht nur an verschiedenen Elektroautos, die in Leipzig vom Band rollen, so Bürgermeister Albrecht. Im Oktober 2018 nahm im Güterverkehrszentrum (GVZ) an der Poststraße die erste Wasserstofftankstelle der ganzen Region ihren Betrieb auf.

Flughafen gibt 10 000 Menschen Arbeit

Ähnlich hohe Zuwächse wie die Sparte Automotive verzeichnete die Logistik. Seit 2005 stieg dort die Zahl der festen Mitarbeiter um 103 Prozent auf 38 800. Der Flughafen, in dessen Umfeld heute schon 100 Firmen 10 000 Menschen beschäftigen, beschloss jüngst noch weitere Investitionen in  Höhe von 500 Millionen Euro – für neue Vorfelder, Logistik- und Bürogebäude.

Weitere Ansiedlungen bei Biotechnologie

Auch die Sparte Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie erwies sich als Wachstumsmotor – seit 2005 legte die Zahl der Beschäftigten um 90 Prozent auf nunmehr 43 700 zu. Dass der Trend anhält – dafür sprechen neue Ansiedlungen wie die von Genewitz. Dieser globale Dienstleister für Molekularbiologie hat nun im früheren Bundeswehrkrankenhaus Wiederitzsch seine Europazentrale und für fünf Millionen Euro ein Hightech-Labor geschaffen. In der BioCity errichtet die Co.Don AG gerade eine der weltweit größten Anlagen für die Herstellung von Therapieprodukten aus menschlichen Zellen – zur Behandlung von Knorpelschäden. Und auf der Alten Messe (gegenüber von Haema) baut Eurofins Scientific für über sieben Millionen Euro ein Firmen- und Laborgebäude für Lebensmittelanalysen.

Zoll hat am Standort fast 1000 Bedienstete

Apropos ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch: Im August 2019 eröffnete der Zoll an diesem Standort ein Ausbildungszentrum für 350 Anwärter und 71 Bedienstete. Der Zoll kommt damit jetzt auf fast 1000 Mitarbeiter im Raum Leipzig. Für weitere Bundes- und Landesbehörden sind schon die Weichen gestellt: so für die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (100 Jobs am Flughafen), für die Agentur für Sprunginnovationen (30 bis 50 Jobs ab Anfang 2020), für die Bundesfernstraßenverwaltung (soll einen Neubau am City-Ring erhalten), für das Forum Recht (Neubau auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz) oder auch die Sächsische Aufbaubank (500 Beschäftigte ab Ende 2020 in einem Neubau an der Gerberstraße).

Industrie überspringt Marke von 20 000

Die Industrie in Leipzig erreichte 2018 nur ein Miniwachstum – Rückgänge im Export aufgrund internationaler Entwicklungen wurden durch die starke Binnenkonjunktur wettgemacht, heißt es im Bericht. Die Zahl der Industriearbeitsplätze in Leipzig übersprang erstmals seit Langem die Marke von 20 000. Freilich ist das wenig im Vergleich zu den 100 000 Industriearbeitern am Ende der DDR-Zeit.

Britische Universität gründet Campus

Heute verfügen in der Messestadt 31 Prozent der Erwerbstätigen über einen Hochschulabschluss.Die Universität Lancaster gründet hier gegenwärtig einen Campus für internationale Studierende, die trotz Brexits einen britischen Abschluss anstreben. Nach 1911, 1919 und 1946 dürfte Leipzig in diesem Herbst zum vierten Mal die Schwelle von 600 000 Bürgern mit Hauptwohnsitz überspringen, schreiben die Berichtsautoren. Zugleich teilen sie eine neue Langfristprognose zur Stadtentwicklung mit, die auf 700 000 Einwohner im Jahr 2035 hinausläuft. Bisher hatte die Verwaltung im Rathaus eine noch viel schnellere Zunahme vorhergesagt.

Verschuldung sinkt um zehn Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Leipzig sank seit 2005 um 33 200 Personen (63 Prozent). Aktuell liegt die Quote bei 6,2 Prozent. Die Steuereinnahmen der Stadt stiegen im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 674 Millionen Euro. Zugleich ging 2018 die Pro-Kopf-Verschuldung der Kommune um 100 Euro auf 900 Euro zurück. Beim Bruttoinlandsprodukt kam Leipzig 2017 auf fast 36 000 Euro pro Einwohner. Das lag noch unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 39 650 Euro, aber über dem sächsischen Mittel von 29 960 Euro.

Von Jens Rometsch

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