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Lokales 2020 wird in Leipzig mehr gebaut denn je
Leipzig Lokales 2020 wird in Leipzig mehr gebaut denn je
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07:25 16.01.2020
An der Landsberger Straße in Gohlis-Nord errichtet Vonovia 100 neue Wohnungen aus 25 Tonnen schweren Fertigteilen – davon die Hälfte mietpreisgebunden bei 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter. Quelle: Peter Eichler
Leipzig

Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) setzt große Hoffnungen auf ein Bündnis für bezahlbares Wohnen. Vor zwei Jahren war ein erster Anlauf ihres Dezernates für ein solches Bündnis noch gescheitert. „Vielleicht war der Markt damals noch nicht bereit dafür“, sagte Dubrau nun in einem Gespräch mit der LVZ.

Erstes Bündnisgespräch nächste Woche

Für Anfang nächster Woche hat nun Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ganz verschiedene Interessengruppen zu Auftaktgesprächen für das Wohnungsbündnis eingeladen. Dazu gehören private, genossenschaftliche und kommunale Unternehmen, auch Mietervertreter und weitere Fachleute wie vom Netzwerk Leipziger Freiheit. „Ich hoffe, dass die Hand des OBM, die er allen gereicht hat, jetzt tatsächlich zu verbindlichen Aussagen führt“, meinte Dubrau dazu.

Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau bei einem Richtfest am Lindenauer Hafen – zwischen Architekt Stefan Forster (links) und Florian Maas, Geschäftsführer für Neubau beim Berliner Konzern Deutsche Wohnen. Quelle: Jens Rometsch

Einerseits müsse die Wirtschaftlichkeit von Neubauten gewahrt bleiben. Andererseits seien neue Ideen und öffentliche Unterstützung gefragt, weil sich ein Großteil der Einwohner Kostenmieten von zehn bis zwölf Euro kalt pro Quadratmeter nicht leisten könne. Ideal wäre eine Drittelung wie in anderen Städten. Dort würden bei Bauprojekten etwa ein Drittel der Wohnungen staatlich gefördert, um sehr günstige Mieten dauerhaft festzuschreiben. Ein weiteres Drittel käme mit „gedämpften Preisen“ und der Rest „frei finanziert“ auf den Markt.

4000 Baugenehmigungen pro Jahr

Nach den alten Wachstumsprognosen mit 720 000 Einwohnern im Jahr 2030 hätte Leipzig jedes Jahr 6800 Wohnungen fertigstellen müssen, um den Bedarf zu decken. „Das wäre nicht zu schaffen gewesen, weil Planen und Bauen dauert einfach“, räumte Dubrau ein. Zum Glück lege die Messestadt mittlerweile weniger kräftig zu – während die Zahl der fertiggestellten Wohnungen kontinuierlich ansteige.

2330 Stück seien 2018 bezugsfertig geworden, letztes Jahr schon deutlich mehr. Die exakte Zahl liege noch nicht vor. Da mittlerweile jährlich Baugenehmigungen für rund 4000 Wohnungen erteilt würden, sei ein weiterer Anstieg aber absehbar.

Arbeiten für neue Stadtteile starten

„2020 wird mehr gebaut denn je“, sagte die Bürgermeisterin. Immer mehr Projekte, deren Planung vor fünf bis drei Jahren begonnen hatte, kämen nun auf die Zielgerade. Dies gelte auch für neue Kitas und Schulen. Zudem dürften 2020 die Bagger in den ersten der großen, innerstädtischen Entwicklungsgebiete anrücken: so am Krystallpalast-Areal, der Westseite des Hauptbahnhofs oder dem Areal Bayerischer Bahnhof. Dort sollen jeweils auch Hunderte Wohnungen entstehen. „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, bei diesen Projekten erhebliche Gewerbeanteile zu verankern.“ Das sichere gut gemischte Quartiere, die mit ihren kurzen Wegen zwischen allen Lebensbereichen gut zum Leitbild der kompakten, europäischen Stadt passen.

Förderung für 780 Sozialwohnungen

Große Anstrengungen zum Bau von mietpreisgebundenen Sozialwohnungen unternehme aktuell die kommunale LWB. Mehr als 40 Prozent der Messestädter lägen in den Einkommensgruppen, die Ansprüche auf einen weißen Wohnberechtigungsschein begründen. Damit könnten sie sich um eine der mietpreisgebundenen Wohnungen bewerben, die im Neubau für 15 Jahre auf Kaltmieten von 6,50 Euro pro Quadratmeter festgelegt sind. Der Freistaat Sachsen reiche dafür Gelder des Bundes weiter. Die bislang genehmigte Summe ermögliche ein jährliches Fördervolumen von bis zu 780 Neubauwohnungen in Leipzig.

Verschiedene Investoren hätten vorgerechnet, dass sie in Leipzig aktuell mit Neubaukosten von 1850 Euro pro Quadratmeter auskommen (ohne Grundstück), fuhr Dubrau fort. Das industrielle Bauen mit vorgefertigten Teilen kehre gerade in guter Qualität nach Leipzig zurück – etwa bei Vonovia in Gohlis-Nord. „Auch damit sind gedämpfte Kaltmieten bei neun Euro erzielbar.“

Mangel bei Familienwohnungen

Der stärkste Mangel herrsche bei erschwinglichen Quartieren für Familien mit mehreren Kindern. Dringend gebraucht würden kompakte Wohnungen mit 80 bis 90 Quadratmetern, die drei oder mehr Kinderzimmer haben. Hier habe die Stadt für knapp eine Million Euro ein Pilotprojekt aufgelegt, durch das 31 neue Sozialwohnungen in Probstheida und im Zentrum-Süd eine städtische Sonder-Förderung erhalten. „Darunter sind sogar Acht-Zimmer-Wohnungen, was ich fantastisch finde“, sagte Dubrau. „Wenn sie fertig sind, möchten wir die Musterbeispiele vorstellen.“ Vielleicht würden so noch mehr private Investoren erkennen, dass auch der Bereich des preisgünstigen Wohnens ein lukrativer Markt sein kann.

Von Jens Rometsch

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