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Lokales 25 Scheiben an Thomaskirche zerstört – Pfarrerin hat einen Verdacht
Leipzig Lokales 25 Scheiben an Thomaskirche zerstört – Pfarrerin hat einen Verdacht
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16:19 01.01.2020
Schwere Schäden hat ein möglicherweise verwirrter Täter an Scheiben in Thomaskirche und Thomashaus angerichtet. Quelle: André Kempner
Leipzig

So beginnt kein frohes neues Jahr: Die Buntglasfenster über dem Mendelssohn-Portal der Thomaskirche wurden in der Silvesternacht eingeschmissen, außerdem sämtliche Jugendstil-Fenster an der Gartenseite des Thomashauses. Insgesamt wurden 25 Glasscheiben zerstört. „Auf jeden Fall ist ein immenser Schaden entstanden, bei den Scheiben handelt es sich ja um spezielle Anfertigungen“, sagte Pfarrerin Britta Taddiken gegenüber der LVZ. Genau beziffern ließe sich das Ganze derzeit aber noch nicht. Bei dem Anschlag wurden schwere Steine durch die Fenster geschmissen. „Wenn Personen in den Räumen gewesen wären, wäre das lebensgefährlich gewesen“, erklärte die Pfarrerin.

25 zerstörte Scheiben an Thomaskirche und Thomashaus gehen auf das Konto eines verwirrten Mannes, der sich für den „Sohn Gottes“ hält.

Tatverdächtiger hält sich für den „Sohn Gottes“

Britta Taddiken sieht einen Zusammenhang zu einem ähnlichen Vorfall, der sich bereits am 28. Dezember 2019 ereignet hatte. Da hatte ein Mann zwei Scheiben des Kirchenmusikbüros zerstört und sich anschließend bei der Polizei selbst angezeigt. Der stark verwirrte Tatverdächtige war in der Woche zuvor im Pfarrbüro aufgetaucht und hatte sich als „Sohn Gottes“ bezeichnet, berichtete Britta Taddiken. „Wir hatten ihn zunächst nicht als aggressiv eingeschätzt.“ Die polizeilichen Ermittlungen haben offenbar nicht dazu geführt, dass der Mann dingfest gemacht wurde. Die Pfarrerin geht jedenfalls davon aus, dass der erneute Anschlag ebenfalls auf sein Konto geht. Die Polizei konnte zu den Vorgängen rund um den erwähnten Tatverdächtigen am Mittwoch nichts sagen. Mitgeteilt wurde lediglich, dass Scheiben an Thomaskirche und Thomashaus zerstört und Steine im Vorraum sichergestellt wurden.

Pfarrerin sorgt sich um Mitarbeiter

Pfarrerin Taddiken macht sich Gedanken, wie es weitergehen soll. „Wir werden nicht in Panik verfallen“, sagte sie. Aber: Da es leider keinen Polizeischutz gebe, gehe es nun vor allem um die Sicherheit. Taddiken schließt nicht aus, dass sie die Mitarbeiter des Pfarrbüros am Donnerstag erstmal wieder nach Hause schicken wird. Das Ganze werde bei einer Besprechung am Vormittag erörtert. Die Polizei habe lediglich zugesagt, dass sie sich in der Nacht mit Streifen vor Ort umsehen werde. Solange der mutmaßliche Verdächtige frei herumlaufe, macht sich die Pfarrerin Sorgen um ihre Mitarbeiter.

Von Björn Meine

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