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Lokales 25. Goldene Henne in Leipzig: „Das Publikum ist der Regisseur der Sendung“
Leipzig Lokales 25. Goldene Henne in Leipzig: „Das Publikum ist der Regisseur der Sendung“
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17:57 17.09.2019
Begehrter Publikumspreis: Die Goldenen Hennen werden in Leipzig wieder in verschiedenen Kategorien vergeben. Quelle: dpa
Leipzig

Am Freitagabend verwandelt sich Leipzig wieder in die deutsche Show-Hauptstadt: 4500 Zuschauer und Millionen Zuschauer vor den Fernsehern werden live dabei sein, wenn „Goldene Hennen“ auf dem Neuen Messegelände verliehen werden. Ausrichter sind die Super-Illu MDR, RBB und diesmal auch der NDR. Super-Illu-Chefredakteur Stefan Kobus über die Qualitäten von Leipzig und die Zukunft des Preises.

Herr Kobus, die „Henne“ feiert 25. Geburtstag und flattert wieder in Leipzig. Ist Berlin damit als „Hennen-Stall“ endgültig raus?

Richtig ist, dass wir das vierte Mal nacheinander in Leipzig die Show ausrichten. Hier passt momentan alles zusammen. Wir haben auf der Leipziger Messe beste Bedingungen und ein phantastisches Publikum. Auch die Stars und Preisträger lieben die Stadt. Und so ganz nebenbei tun wir was für den sächsischen Tourismus: Wir füllen für ein Wochenende die Top-Hotels und noch jede Menge andere Herbergen der Stadt und Umgebung.

Wie lange im voraus haben Sie sich als Ausrichter schon mit der Messe geeinigt?

Konkret fest steht bislang, dass die ,Henne’ auch 2020 wieder in Leipzig verliehen wird.

Und die Jahre danach, wackelt die Show?

Nein, das sind ganz normale Vertragsverhandlungen, die auf einem guten Weg sind. Leipzig kann auch nach 2020 eine Option sein.

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Die Ausrichter der Goldenen Kamera haben vor kurzem mit dem ZDF das Handtuch geworfen. 2020 soll Schluss sein, das TV-Format sei in der Ära von Youtube und Netflix nicht mehr zeitgemäß, heißt es. Wie war Ihre erste Reaktion darauf?

Ich finde es immer schade, wenn eine TV-Veranstaltung dieser Art eingestellt wird. Damit stirbt ja auch ein Stück Unterhaltungskultur, das dem Publikum genommen wird.

Droht der „Henne“ das gleiche Schicksal?

Nein. Wir haben im Burda Verlag mit dem Bambi einen der wichtigsten Medienpreise Europas und mit der Henne den größten Publikumspreis Deutschlands. Zum Bambi hat unser Vorstand Philipp Welte das klare Bekenntnis abgegeben: ,Bambi ist seit 71 Jahren eine nationale Institution, die symbolisch steht für Erfolg in Deutschland, und deshalb können Sie sich darauf verlassen, dass es Bambi auch in Zukunft geben wird’. Desgleichen gilt für mich für die Goldene Henne. Auch die Henne ist mittlerweile eine Institution – und ein wertvolles Stück Kultur- und Unterhaltungsgeschichte.

Kulturgeschichte? Das klingt jetzt aber ziemlich gewaltig...

Finde ich nicht! Gerade die ,Henne’ hat doch in Deutschland eine grandiose Erfolgsgeschichte, mit einem einzigartigen Konzept. Es ist der einzige Preis, bei dem das Publikum, also ganz ,normale’ Menschen ihre TV-Lieblinge wählen und dann live in der Halle bei der Show dabei sind. Dieser Preis hat seine Wurzeln in Ostdeutschland und wurde im Laufe der Jahre gesamtdeutsch. Da wäre es ein fatales Signal, im 30. Jahr der friedlichen Revolution und des Mauerfalls an der ,Henne’ zu zweifeln.

Also auch eine politische Entscheidung für den Osten?

Wir machen Unterhaltung, keine Politik. Es ist eine Entscheidung für ein einzigartiges Sendungskonzept, das Millionen Menschen Freude bereitet. Es gibt keine Unterhaltungssendung dieser Couleur und Größe, bei der sich Zuschauer direkt an der Abstimmung beteiligen können. Das Publikum ist der Regisseur der Sendung.

Leipzig steht kurz vor dem 30. Revolutionsgeburtstag, am 9. November wird 30 Jahre Mauerfall gefeiert. Wer von den damaligen Leipziger Oppositionellen bekommt eine Ehren-Henne für Geschichte?

Guter Versuch, aber ich denke, wir sollten es dabei belassen, dass es einige Überraschungen an dem Abend geben wird. Unser Signal in Richtung Leipzig ist ja schon, dass wir die Gala erneut hier ausrichten.

Dem Moderator müssen Sie Leipzig jedenfalls nicht erklären, er hat noch Familie in der Stadt. Warum immer wieder Kai Pflaume?

Weil er einfach zur Top-Riege der Moderatoren gehört! Kai hat die erste ,Henne’ aus Leipzig 2014 moderiert. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut, wenn ich dran denke. Es war das Jahr des WM-Titels. Auf der Bühne Spieler aus allen WM-Sieger-Teams von 1954, 1974, 1990, 2014 – und Andreas Bourani sang live ,Ein Hoch auf uns’. Die Riesenhalle tobte, das Publikum war glücklich. Es war der Beginn der Leipziger Erfolgsgeschichte – und dazu gehört auch untrennbar der gebürtige Leipziger Kai Pflaume.

Ist der Jahrgang 2014 ihr Favorit?

Ich bin jetzt zum 17. Mal live mit dabei und es gab in all den Jahren viele bewegende Momente. Aber ja, 2014 war für mich ganz besonders emotional. Das lag auch an der Stimmung im Land, die WM-Euphorie und die Freude über den Titel. Und dann das erste Mal in Leipzig. Mir wurde an dem Abend bewusst, dass der Wechsel vom Berliner Hühnerstall nach Sachsen eine gute Entscheidung war.

Sie wollen die ,Henne’ für jüngeres Publikum öffnen und haben 2018 erstmals Online-Stars gekürt. Legen Sie das diesmal wieder auf?

Aber sicher. Wir geben den Entertainern, die das weltweite Netz als Bühne nutzen, eine Chance. Von den zehn Kandidaten, die nominiert wurden, werden alle am Freitag in Leipzig dabei sein. Sie zeigen, dass das Internet nicht nur was für Nerds ist, sondern auch für Omas und Opas im besten Sinne. Unter den Kandidaten sind auch mehrere Senioren! Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann live am Abend in der Sendung bestimmt.

Wer sich noch schnell entschließt, hat der noch eine Chance auf eine Karte für Leipzig?

Leider nicht, es gibt keine Abendkasse. Wir sind quasi seit der Ankündigung vor einem Jahr ausverkauft. Die Gäste kommen aus allen Teilen Deutschlands. Aber es gib ja die Chance auf Live-TV und da freuen wir uns sehr, dass neben MDR und RBB nun auch der NDR mit im Boot ist.

Von André Böhmer

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