Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales 300 Lebensretter bekommen neue Bleibe
Leipzig Lokales 300 Lebensretter bekommen neue Bleibe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 10.05.2019
Fünf Rettungsboote gehören zur Ausstattung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bezirk Leipzig. Quelle: Mathias Beutel
Leipzig

Noch befindet sich die Geschäftsstelle der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Leipzig in der Theresienstraße 2 a. Doch ausgerechnet in der Stadt, wo die DLRG am 19. Oktober 1913 gegründet wurde (heute zählt sie mehr als eine halbe Million Mitglieder in Deutschland), stand ihr das Wasser vor Kurzem noch bis zum Hals. Bereits zum Jahresende 2017 hatte der Investor CG-Gruppe die Unterkunft auf dem Eutritzscher Freiladebahnhof gekündigt. „Das geschah aber nur vorsorglich. Ich kann nur sagen, dass die Leute von CG uns gegenüber immer sehr freundlich und hilfsbereit waren“, berichtet Thomas Naumann. Er leitet den Technik-Bereich der komplett ehrenamtlich arbeitenden Hilfsorganisation in Leipzig.

Wachstation am Kulki, Taucher und Hundestaffel

Zu den 300 hiesigen Mitgliedern gehören viele Kinder und Jugendliche, die bei dem Verein das Schwimmen lernen und üben, Abzeichen ablegen, an Wettkämpfen teilnehmen und später zum Teil Rettungsschwimmer werden. Auf der anderen Seite arbeitet der Katastrophenschutz, wozu unter anderem der Wasserrettungsdienst mit einer Wachstation am Kulkwitzer See und etliche Sommereinsätze an Gewässern bis hin zur Ostsee zählen. Auch Taucher, Sanitäter und eine Rettungshundestaffel sind im „Bezirk Leipzig“, wie es bei der DLRG heißt, im Einsatz. Sie werden oft zur Suche nach vermissten Personen, bei Hochwasserlagen oder zur Absicherung von Veranstaltungen von den Behörden angefordert.

Unterkunft für fünf Autos und fünf Boote

„Wir haben fünf Autos und fünf Boote. Hinzu kommt jede Menge Technik – zum Beispiel für die Taucher“, erzählt Naumann. „Da war klar, dass wir eine andere Halle brauchen, wenn in Eutritzsch Schluss ist, weil dort ein neues Stadtquartier mit 2100 Wohnungen entstehen soll.“

Eine ehemalige GST-Halle in der Zweinaundorfer Straße 99 soll zur neuen Unterkunft der DLRG in Leipzig werden. Der Schuttberg davor stammt von Zwischenwänden, die die ehrenamtlichen Helfer bereits in der Halle entfernt haben. Quelle: Kempner

Von den Ausweichquartieren, die der Investor CG-Gruppe anbot, sei keines gut geeignet gewesen. „Dann stießen wir auf eine alte Halle in Anger-Crottendorf, an der Zweinaundorfer Straße 99.“ Dieses leerstehende Objekt war 1973 für die eher militärisch geprägte Gesellschaft für Sport und Technik (GST) sowie den DDR-Zivilschutz errichtet worden, so Naumann. „Durch die großen Toreinfahrten ist es für unsere Zwecke eigentlich ideal.“

Stadt erteilt Erbbaurecht über 35 Jahre

Nur eigentlich, denn das Gebäude weist Schäden auf und muss saniert werden. Die DLRG hat drinnen inzwischen störende Zwischenwände entfernt, der Bauschutt türmt sich draußen zu einem Berg. „Eine Hallenmiete auf dem freien Markt hätten wir uns niemals leisten können, weil wir nur von Spenden und Mitgliedsbeiträgen leben.“ Folglich sei es großes Glück für die Lebensretter gewesen, dass dieses Grundstück der Stadt Leipzig gehört. Sie hat es der DLRG soeben per Erbbaurecht mit einer Vertragslaufzeit von 35 Jahren übertragen. Bis dahin müssen die Lebensretter nur einen jährlichen Erbbauzins zahlen.

CG-Gruppe zahlt Baukosten bis 50 000 Euro

Ein ebenso großes Glück sei es gewesen, dass die CG-Gruppe nach nur zwei Tagen Bedenkzeit erklärte, sie werde die Instandsetzung der Halle in Anger-Crottendorf mit bis zu 50 000 Euro unterstützen. Und außerdem die dafür nötigen Planungsleistungen kostenlos erbringen. „Laut dem Pachtvertrag hätte uns CG jederzeit mit drei Monaten Kündigungsfrist vom alten Standort in der Theresienstraße weghaben können. Stattdessen haben sie uns nie unter Druck gesetzt, waren immer super freundlich. Selbst in den letzten Monaten wurden im alten Objekt an der Theresienstraße noch sofort teuere Reparaturen ausgeführt, als wir durch Buntmetalldiebe zu Schäden an der Wasser- und Heizungsanlage kamen.“

Umzug nach Anger-Crottendorf noch 2019

Die 50 000 Euro Bauzuschuss seien die größte Einzelspende, die die DLRG in Leipzig jemals erhalten habe. „Wir brauchen Medienanschlüsse, Toiletten und Duschen, Sicherheitstechnik, ein beheizbares Büro“, sagt Naumann. Noch säßen die Architekten an der Bauplanung und Kostenberechnung. Sobald das geschafft ist, sollen die Arbeiten beginnen. „Der Umzug wird sicher noch 2019 erfolgen. Dann haben wir am neuen Standort mehr Platz und bessere Bedingungen als bisher“, frohlockt er. „Natürlich ist uns nicht entgangen, dass der Club So & So in der Theresienstraße ersatzlos schließen musste. Aber es gibt auch Beispiele mit einer sehr guten Lösung. Eines davon sind wir.“

Von Jens Rometsch

Beim jüngsten Kommunalwahl-Forum im Marriott-Hotel betraf eine der Fragen aus dem Publikum den Mittleren Ring im Leipziger Südosten. Michael Kerreit (66) von der Bürgerinitiative „Contra Bahnvariante“ bat die Kandidaten der sechs aktuellen Stadtratsfraktionen, zu entsprechenden Überlegungen Stellung zu nehmen. Hier folgen die Kernaussagen dazu:

10.05.2019

Die Stadt will die Bornaische Straße im Leipziger Süden ausbauen und modernisieren. Die Bauarbeiten sollen von März bis Dezember 2020 dauern.

09.05.2019

Die Regionalgruppe Leipzig des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert den Ausstieg aus dem Fernwärme-Liefervertrag zum Jahr 2023. Der Ausstieg sei „zwingend erforderlich, ein Ausbleiben der Kündigung der Lieferverträge mit Lippendorf wäre verantwortungslos“.

09.05.2019