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Lokales 48-Stunden-Demo: Aktivisten wollen Leipziger Ring teilweise blockieren
Leipzig Lokales 48-Stunden-Demo: Aktivisten wollen Leipziger Ring teilweise blockieren
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17:59 27.06.2019
Von Freitag bis Sonntag wollen der ADFC und weitere Gruppen 48 Stunden lang vor dem Bahnhof demonstrieren. Dazu werden auch mehrere Spuren der Straße dicht gemacht. Anlass ist die angedachte Umbeschilderung des Radweges direkt vor dem Bahnhof. Quelle: André Kempner
Leipzig

Am Wochenende wird es eng auf dem Innenstadtring. Genauer gesagt vor dem Hauptbahnhof. Wie das Leipziger Ordnungsamt bekannt gab, wird das Areal am Willy-Brandt-Platz von Freitag- bis Sonntagabend zum Schauplatz einer 48-stündigen Demonstration des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Leipzig.

Die Versammlung unter dem Motto „Klimaschutz ernstnehmen – autofreien Platz vor dem Hauptbahnhof schaffen“ beginnt am Freitag und endet am Sonntag jeweils um 21 Uhr. Laut Ordnungsamt wird sie auf dem Taxistellplatz zwischen den Bahnhofseingängen, auf dem angrenzenden Fuß- und Radweg, sowie auf der nördlichsten Spur der Straße direkt vor dem Bahnhof stattfinden. Die zweite Fahrspur diene währenddessen als Ersatz-Radweg. „Für den Kfz-Verkehr bleiben zwei Fahrspuren“, heißt es.

Gesamte Fahrbahn könnte noch gesperrt werden

Im – für Autofahrer – schlimmsten Fall könnte jedoch die gesamte Fahrbahn zugunsten der Demo dicht gemacht werden. Derzeit werde eine Klage vorbereitet, um genau dies zu erreichen, erklärt ADFC-Mitglied und Demo-Organisator Alexander John auf Anfrage von LVZ.de. Einen Beschluss dazu werde es wohl erst am Freitag geben. Das Ordnungsamt empfiehlt Verkehrsteilnehmern, den benannten Bereich am Hauptbahnhof während der Demonstration zu meiden.

Ausschlaggebend für die Demo seien ein allgemeiner und ein spezieller Grund, so John. „Die Stadt Leipzig tut seit Jahren nichts für den Klimaschutz und treibt keine Verkehrswende voran“, erläutert der ADFC-Mann das übergreifende Problem. „Faktisch sind wir genau da, wo wir vor 15 Jahren waren.“ Im Angesicht des Klimawandels herrsche hoher Handlungsdruck, „umso erschreckender ist es, dass nichts passiert“, meint er.

Radweg vor dem Hauptbahnhof soll wohl entfernt werden

Der zweite Grund ist aktueller Natur: Der Radweg direkt vor dem Hauptbahnhof soll Fahrrad-frei gemacht und künftig als Gehweg beschildert werden. Das habe Alexander John als Mitglied der städtischen AG Rad kürzlich erfahren. Die Umbeschilderung solle im Zuge des bald beginnenden Umbaus der Zentralhaltestelle erfolgen. Der Radverkehr müsse zurückstecken, „aber auf der Fahrbahn passiert nichts“, ärgert sich das ADFC-Mitglied. Und das, obwohl der motorisierte Verkehr vor dem Hauptbahnhof in den vergangenen Jahren „massiv abgenommen“ habe, wie er behauptet: Fuhren dort 2002 pro Tag noch etwa 70.000 Fahrzeuge entlang, waren es 2017 nur noch knapp 47.000.

Eine Anfrage von LVZ.de, ob eine solche Maßnahme den Radweg betreffend tatsächlich geplant sei, blieb seitens der Stadtverwaltung bisher unbeantwortet.

Ab 18 Uhr: Fahrraddemo durch die gesamte Stadt

Bereits vor der Versammlung ist eine Fahrrad-Demonstration mit etwa 300 Teilnehmern angemeldet, die gemeinsam von ADFC, Fridays for Future Leipzig sowie der Aktionsgruppe Critical Mass organisiert wird. Sie beginnt um 18 Uhr am Augustusplatz. Von dort aus geht es über den südlichen Innenstadtring bis zum Goerdelerring, anschließend über die Jahnallee nach Leutzsch. Von dort aus führt die Route durch die Stadtteile Neulindenau, Lindenau und Plagwitz, dann über den Schleußiger Weg in die Südvorstadt und bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Von dort aus geht es über die Straße des 18. Oktobers, nach Stötteritz und die Prager Straße bis zum Hauptbahnhof. Die genaue Route kann auf der Webseite der Stadt Leipzig nachgelesen werden.

Die 48-stündige Versammlung vor dem Hauptbahnhof werde von einem abwechslungsreichen Programm begleitet, kündigt John an. Am Freitagabend gebe es eine Jam-Session, für Samstag, 14 Uhr, sei eine Diskussionsrunde mit den verkehrspolitischen Sprechern der Stadtratsfraktionen geplant. Mehrere Diskussionen und Lesungen sind angedacht. „Es wird durchgehend etwas passieren.“ Die Leipziger seien eingeladen, vorbeizukommen und ihre Fußabdrücke auf der Straße zu hinterlassen.

Von Christian Neffe

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