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Lokales 50 Euro mehr: Semesterticket in Leipzig soll teurer werden
Leipzig Lokales 50 Euro mehr: Semesterticket in Leipzig soll teurer werden
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18:47 01.11.2018
Das Semesterticket soll bis 2023 um 50 Euro teurer werden Quelle: dpa
Leipzig

Studierende in Leipzig müssen zu Semesterbeginn wohl bald deutlich tiefer in die Geldbörse greifen: Der Student_innenRat (StuRa) der Uni Leipzig und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) haben am Dienstag mit großer Mehrheit eine Verlängerung der Zusammenarbeit beim „solidarischen Semesterticket“ für weitere fünf Jahre beschlossen. Das teilte die Juso-Hochschulgruppe Leipzig mit. Damit einher soll eine Preiserhöhung von aktuell 125 auf 175 Euro pro Semester gehen – schrittweise über fünf Jahre verteilt.

Die letzte Entscheidung über die Annahme des Angebotes sei jedoch noch nicht gefallen, teilte ein Sprecher des Studentenwerks auf LVZ-Anfrage mit. „Die Entscheidung wird im Januar oder Februar vom Verwaltungsrat des Studentenwerkes Leipzig getroffen.“

Das solidarische Semesterticket ist seit 2016 für jeden der rund 40.000 Studierenden der acht Hochschulen in Leipzig Pflicht. Der Beitrag wird zusammen mit dem Semesterbeitrag bezahlt, von aktuell 210 Euro an der Uni Leipzig entfallen derzeit 125 für das MDV-Vollticket. Das ermöglicht den Studierenden die volle Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Tarifgebiet des MDV, welches auch das Gebiet der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) einschließt. Weiterhin wird im Rahmen der Kooperation der Mobilitäts-Fond des Studentenwerks bezuschusst, wovon unter anderem die Fahrradselbsthilfewerkstätten finanziert werden.

Jährliche Preiserhöhung um zehn Euro

Der Preis für das Semesterticket soll nun ab dem Wintersemester 2019/20 jährlich um zehn auf schlussendlich 175 Euro im Wintersemester 2023/24 angehoben werden. „Die Verhandlungen mit dem MDV waren schwierig, dennoch sind wir mit den Ergebnissen zufrieden“, so Lasse Emcken von der Juso-Hochschulgruppe Leipzig. „Bei Beibehaltung der bisherigen Konditionen konnten wir einige Verbesserungen herausschlagen.“

So können unter anderem Erstimmatrikulierte den ÖPNV dann bereits einen Monat vor Semesterbeginn nutzen, was etwa für die Wohnungssuche oder Vorkurse eine Erleichterung sein kann. Zudem sollen hilfebedürftige Studierende künftig einen Härtefallausgleich in Anspruch nehmen können. Laut Emcken seien vor allem Studierende, die Kinder haben, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, außerhalb des Zentrums oder in angespannten finanziellen Situationen leben, auf das Semesterticket angewiesen.

Jusos äußern Kritik

Die Preissteigerung soll nach LVZ-Informationen unter anderem damit begründet worden sein, dass in der Bedarfsermittlung der LVB festgestellt wurde, dass weit mehr Studierende das Semesterticket nutzen, als zuvor veranschlagt. Eine LVZ-Anfrage an den MDV am Donnerstag blieb bisher unbeantwortet.

Das Studentenwerk Leipzig muss dem neuen Vertrag erst noch zustimmen. „Die einzelnen StuRä der Hochschulen sind derzeit aufgefordert, sich zu positionieren, ob sie das Angebot befürworten“, erklärte der Sprecher des Studentenwerks. Auf Basis dieser Rückmeldungen will der Verwaltungsrat den Angaben zufolge entscheiden, ob und für welche Hochschulen das Angebot angenommen wird.

Gleichwohl äußerten die Jusos Kritik: Die Erhöhung der Ticketpreise stelle „einen schweren Rückschlag dar. In kommenden Verhandlungen muss dafür gesorgt werden, dass ein erneuter Preisanstieg um 40 Prozent nicht passiert.“ Die Meldung überrascht auch deshalb, weil der Leipzig Stadtrat erst kürzlich beschlossen hatte, die Erhöhung der LVB-Ticketpreise für 2019 und 2020 auszusetzen.

Von Christian Neffe

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