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Lokales 670 Wartehäuschen in Leipzig müssen weg – 900 neue mit Moos- und Solardach
Leipzig Lokales 670 Wartehäuschen in Leipzig müssen weg – 900 neue mit Moos- und Solardach
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19:41 02.07.2019
Am Dienstag startete symbolisch der Umbau der Leipziger Wartehäuschen vor der Osthalle am Hauptbahnhof. Quelle: André Kempner
Leipzig

Natürlich, nahbar, nachhaltig: An Werbebotschaften fehlte es nicht. Und das ist bei den neuen Wartehäuschen an Straßenbahn- und Bushaltestellen, die nun bis Mitte 2020 ausgetauscht und neu gebaut werden, auch so gewollt. Seit Dienstag tauscht der neue Betreiber, das rheinländische Unternehmen RBL Media, nun 670 Wartehäuschen aus – jede Woche bis zu 40 Stück. Symbolisch los ging es an der Ostseite des Hauptbahnhofes, am Bussteig 5. Zusätzlich bekommen ab kommenden Jahr rund 230 Haltestellen erstmals einen Unterstand, sodass perspektivisch 900 der 1374 Haltestellen in Leipzig Wartehäuschen haben werden.

Symbolischer Akt mit Schaufel: Michael Jana, Ulf Middelberg, Dorothee Dubrau und Daniel Lange (von links) starten vor der Osthalle am Hauptbahnhof den Umbau der Leipziger Wartehäuschen. Quelle: Andre Kempner

Hintergrund: Die Stadt hat den Vertrag für Werberechte und Stadtmöblierung, die Wartehäuschen sind ein Teil davon, nach 28 Jahren neu ausgeschrieben. Der Vertrag des bisherigen Betreibers Wall (vorher JCDecaux) lief über 25 Jahre und endete 2016. Er wurde nicht verlängert, zwischenzeitlich wollte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) sogar Wartehäuschen in Eigenregie betreiben und bekam viel Ärger (die LVZ berichtete). Nach einer neuerlichen Ausschreibung erhielt RBL im Sommer 2018 den Zuschlag bis zum 30. Juni 2034 für das exklusive Werberecht für Fahrgastunterstände, Werbeanlagen und digitale Informationsanlagen.

Umbau beginnt im Nordwesten Leipzigs

„RBL Media hat mit dem besten Angebot überzeugt“, sagte Dubrau am Dienstag. „Nun freuen wir uns auf die neuen Wartehäuschen, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern den Fahrgästen auch mehr Komfort bieten.“ Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe, ergänzte: „Mit den neuen Wartehäuschen mit LED-Beleuchtung wollen wir das Sicherheitsgefühl unserer Kunden verbessern.“

ein Großteil der Wartehäuschen bekommt ein Gründach. Quelle: André Kempner

Das Besondere: Die verglasten Unterstände gibt es in zwei Varianten – mit Gründach und mit Solardach. Letztere wandeln Sonnenenergie direkt in Strom für die moderne LED-Beleuchtung um. Der symbolische Start erfolgte am Hauptbahnhof, die ersten Wartehäuschen werden aber im Nordwesten Leipzigs ersetzt. Eine Übersicht auf der Internetseite der Stadt unter www.leipzig.de/haltestellen informiert, welche Haltestelle wann umgebaut wird. „Wir arbeiten uns vom Stadtrand in die Innenstadt vor“, sagte RBL-Media-Chef Daniel Lange. Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamts, sprach von einer „logistischen Herausforderung“ und „einem Kraftakt“. Während des Austauschs könne es zu Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel Haltestellenverlegungen, kommen.

Wechsel auch bei Werbeanlagen

Gleichzeitig baut das Unternehmen die Werbeanlagen wie 500 Citylight-Vitrinen, verglaste und hinterleuchtete Säulen sowie digitale Werbeanlagen im gesamten Stadtgebiet neu auf. Der bisherige Konzessionär muss seine Aufsteller allesamt abbauen. Der Wechsel kann bis zu 15 Monate dauern, hieß es. „Wir starten parallel zu den Wartehäuschen mit freistehenden Stadtinformationsvitrinen mit den Stadtplänen, die verglasten Säulen folgen dann im nächsten Jahr“, erklärte Lange.

Stadtmöblierung wird klimaneutral

Leipzig solle die erste Stadt werden, deren Stadtmöblierung klimaneutral betrieben wird. Das beginnt beim Material, wo 80 Prozent des verwendeten Aluminiums aus recycelten Material besteht. Die Sitzbänke sind aus nachwachsendem Bambus. Bei der Reinigung werden Regenwasser sowie ökologisch zertifizierte Reinigungsmittel verwendet, zudem sind Elektrofahrzeuge im Einsatz. Das Unternehmen aus Hückelhoven, das bislang die Städte Aachen mit 430 Wartehallen sowie Erfurt mit mehr als 200 Wartehäuschen ausstattete, will zudem eine Niederlassung in Leipzig errichten und mehr als ein Dutzend Arbeitsplätze errichten. „Wir sind für mindestens 15 Jahre Partner der Stadt und Dienstleister für ihre Bürger“, betonte Lange: „Das wollen wir mit Vertrauen und Verlässlichkeit erfüllen.“

Von Mathias Orbeck

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