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Lokales 900 neue Wartehäuschen für Leipzig
Leipzig Lokales 900 neue Wartehäuschen für Leipzig
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22:00 21.06.2018
So werden die neuen Haltestellen aussehen – hier ein Solar-Modell. Quelle: Foto: RBL Media
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Leipzig

Der Stadtrat hat das Werberecht auf Leipzigs öffentlichen Flächen an das Unternehmen RBL Media vergeben. RBL soll vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2034 die Werbung an den Straßenbahn- und Bushaltestellen übernehmen– inklusive Bau und Betreuung der neuen Fahrgastunterstände. Außerdem wird die Firma auch Werbeanlagen wie digitale Werbeträger und Stadtinformationsanlagen betreiben. Ab dem 1. Juli 2019 würden mindestens 900 Fahrgastunterstände errichtet und betrieben – über 200 mehr als bisher, hieß es gestern im Rathaus.

Zuschlag für wirtschaftlichstes Angebot

Anfang 2016 hatte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) versucht, die Wartehäuschen aus dem Paket herauszulösen und in die Verantwortung der Verkehrsbetriebe zu geben. Sie hatte dafür schon den Vertrag mit dem bisherigen Betreiber Wall GmbH (vormals JC Decaux Deutschland) gekündigt – aber keinen Plan, wie dies zeitnah geschehen sollte (die LVZ berichtete). Wall erklärte sich daraufhin bereit, die Anlagen doch noch bis zum 30. Juni 2019 zu betreiben. Bei dem jetzigen Zuschlag haben sich die Stadträte für das wirtschaftlichste Angebot entschieden. Auch die Qualität der Werbeanlagen und der Fahrgastunterstände habe eine Rolle gespielt, heißt es. Ebenso die Zusicherung, die Anlagen nachhaltig mit E-Fahrzeugen zu bewirtschaften.

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RBL will weitgehend auf digitale Werbeträger setzen und auch die Werbung auf den Stadtinformationsanlagen digital betreiben. Dies gelte ebenso für die Werbung an den Fahrgastunterständen und die hinterleuchteten Litfass-Säulen, heißt es. Gleichzeitig werde die Anzahl der Werbeanlagen stark reduziert, was stadtgestalterisch ein großes Plus sei. Darüber hinaus sicherte sich die Stadt wieder die Möglichkeit für Eigen- und Kulturwerbung im bisherigen Umfang. Zusätzlich überweist der Bestbieter der Stadt unter bestimmten Voraussetzungen noch einen jährlichen Konzessionsbetrag. Über die Höhe dieser Zahlung hüllt sich die Stadt in Schweigen. Es handle sich aber um einen namhaften Betrag, hieß es gestern auf Nachfrage. Der Vertrag mit dem vorherigen Konzessionär spülte jährlich 1,15 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Solarmodule und Grünbedachung

Gut an kommt in Leipzig auch die Nachhaltigkeit des neuen Konzepts. So wird es an den neuen Fahrgastunterständen Solarmodule oder Grünbedachungen geben, bei einer ganzen Reihe soll die Nutzung von Ökostrom möglich sein. Außerdem hat der neue Konzessionär Baumpflanzungen und eine Investition in ein internationales Klimaschutzprojekt zugesichert. RBL will den Aufbau von Bienen- und Insektenhotels unterstützen, ebenso ein Projekt zur Erhaltung des Auwaldes fördern. Der Vertrag enthält eine Kaufoption für sämtliche Fahrgastunterstände, wenn die Konzession im Jahr 2034 ausläuft. Außerdem ist der Zukauf von jährlich zehn Unterständen über die gesamte Vertragslaufzeit möglich.

Im Rathaus wird betont, dass sich der neue Vertrag über alle eingemeindeten Ortsteile erstreckt. Dort würden jetzt die alten, teilweise noch aus Beton bestehenden Unterstände durch neue ersetzt. Eine spezielle Arbeitsgruppe der Stadt werde jetzt den Abbau der alten Stadtmöbel und Werbeanlagen sowie den Aufbau der neuen begleiten, heißt es.

Von Andreas Tappert