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Lokales Corona verzögert Bergung von Kriegsmunition an der A9
Leipzig Lokales Corona verzögert Bergung von Kriegsmunition an der A9
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12:12 11.05.2020
Granaten liegen in einem Bunker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) der Polizei Sachsen-Anhalt in einer Kiste. (Archivbild)
Granaten liegen in einem Bunker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) der Polizei Sachsen-Anhalt in einer Kiste. (Archivbild) Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Leipzig

Die für Mai geplante Räumung von Weltkriegsmunition im Fluss Wilde Luppe an der Autobahn 9 bei Leipzig verzögert sich. Die Corona-Krise habe auch bei den Kampfmittelräumern die Abläufe durcheinander gewirbelt, sagte Jürgen Scherf, Sprecher des Polizeiverwaltungsamtes in Dresden.

Wann die explosiven Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg nun aus dem Fluss an der Landesgrenze von Sachsen und Sachsen-Anhalt geholt werden sollen, ist noch offen. Die Planungen dazu laufen weiter.

Mit Pandemieplan geht nichts

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeite derzeit nach einem Pandemieplan, erläuterte Scherf. Zu Notfällen rückten die Teams wie gehabt aus. „Es finden nach wie vor Spaziergänger Granaten.“ Geplante Räumungen und auch gezielte Suchen auf Baustellen gebe es aber derzeit nicht.

So eine „geplante Räumstelle“ sei auch die Wilde Luppe. „So lange wir im Pandemieplan arbeiten, geht dort nichts los“, sagte Scherf. Erschwerend komme hinzu, dass mit der Bergung der Munition Vertragsfirmen beauftragt würden. Und auch deren Planungen seien durch Corona aus dem Takt geraten.

A9 soll möglichst nicht tagelang gesperrt werden

Es sei auch noch nicht ganz klar, wie die Räumung der Munition aus dem Fluss laufen soll. Die Kampfmittelspezialisten wollen möglichst vermeiden, dass die viel befahrene Autobahn 9 tagelang gesperrt werden muss. „Wir prüfen, aus Containern einen Schutz auf den Standstreifen zu bauen“, sagte Scherf.

Die Transportcontainer könnten wie ein Kugelfang wirken und eventuelle Splitter abfangen. Der Verkehr könnte derweil auf ein oder zwei Spuren weiterrollen. „Kampfmittelseitig denken wir, das könnte funktionieren“, sagte Scherf. Aber schon das Aufstapeln der Container entlang der Autobahn sei logistisch schwierig.

Munition nach Kriegsende versenkt

Die Kampfmittelspezialisten gehen davon aus, dass nach Ende des Krieges in der Wilden Luppe Munition versenkt wurde. Das sei damals ein übliches Vorgehen gewesen. Unklar ist, wie weit der Fluss die Überbleibsel des Krieges inzwischen weggespült hat. Die Brücke, von der die Munition abgekippt wurden, liegt auf sächsischem Gebiet. Die Fließrichtung der Wilden Luppe geht in Richtung Sachsen-Anhalt.

Von LVZ/dpa