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Lokales Alte Pleiße-Trasse kostet 30,5 Millionen Euro
Leipzig Lokales Alte Pleiße-Trasse kostet 30,5 Millionen Euro
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15:04 14.11.2018
Obwohl eine Bürgerbeteiligung anders ausging, will die Stadtverwaltung den Pleißemühlgraben – wie hier zu sehen – an den Goerdelerring verlegen. Die Arbeiten dürften jedoch frühestens in fünf Jahren beginnen, teilte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) mit. Quelle: Stadt Leipzig
Leipzig

Bei einer Pressekonferenz hat das Umweltdezernat erstmals konkrete Zahlen präsentiert, welche Kosten eine Öffnung des Pleißemühlgrabens im Bereich der Leipziger Hauptfeuerwache verursachen würde. Im historischen Verlauf (hinter der Feuerwache) wären es 30,5 Millionen Euro, sagte Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) am Mittwoch. Hingegen schlage die von der Verwaltung bevorzugte Variante, das Flussbett an den Goerdelerring zu verlegen, mit rund 18,5 Millionen Euro zu Buche. Sie wäre also zwölf Millionen Euro günstiger.

Stadt müsste zusätzliche Feuerwache bauen

Noch ein weiterer, nicht minder wichtiger Grund spreche für die Änderung der Jahrhunderte alten Trasse, ergänzte Peter Heitmann, der Leiter der Branddirektion. Wenn der seit den 1950-er-Jahren verrohrte Fluss am historischen Ort geöffnet werde, müsse die Feuerwehr auf Gebäude im Hof verzichten. Diese würden aber zur Einstellung technischer Geräte wie eines Krans und für Werkstätten dringend benötigt. „In diesen Werkstätten arbeiten unsere Einsatzkräfte, wenn sie gerade nicht im Einsatz sind“, erklärte er. „Als Ersatz müssten wir eine neue Feuerwache mit den Werkstätten in Zentrumsnähe bauen.“ Allein ein 8200 Quadratmeter großes Grundstück dafür würde fast 6,6 Millionen Euro kosten, der Neubau gut 7 Millionen Euro und dann extra benötigte Fahrzeuge über 1,2 Millionen Euro. Hinzu kämen Probleme bei der Einordnung des Hubschrauberlandeplatzes. Der sei zwingend erforderlich – etwa für Notarzteinsätze in der City. Bei einer Verlegung des Flusses an den Ring bleibe auf dem Vorplatz der Feuerwache genug Fläche, um den dort vorhandenen Landeplatz (in Zukunft nur weiter westlich) zu behalten.

Noch keine Baugenehmigung für Freiflächen

Heitmann betonte, dass die bereits laufende Komplettsanierung der Feuerwache im Jahr 2021 abgeschlossen werden solle. „Für alle Bereiche außerhalb des Hauptgebäudes gibt es noch keine Baugenehmigung.“ Sie werde erst eingeholt, wenn sich der Stadtrat für eine der beiden Pleiße-Trassen entschieden hat.

Gegenvorschlag nicht näher geprüft

Wie berichtet, endete eine Bürgerbeteiligung vom November 2017 bis März 2018 mit dem Ergebnis, dass sich 64 Prozent der Teilnehmer für die Beibehaltung der alten Fluss-Trasse aussprachen. Erst während und nach Ende dieses Verfahrens hätten verschiedene Ämter die nun vorliegenden Kostenschätzungen erstellt, so Heitmann auf Nachfrage. Eine Idee des Vereins Neue Ufer, die Funktionsgebäude vom Hof zu nehmen und (teilweise unterirdisch) auf den Vorplatz der Wache zu verlagern, sei nicht näher geprüft worden, so Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. Dagegen hätten noch höhere Kosten sowie städtebauliche Erwägungen gesprochen. Was die Bürgerbeteiligung gekostet hat, wusste Dittmar nicht zu beantworten. Das Verfahren sei aber ein Gewinn für alle Seiten gewesen. „Die Ergebnisse werden dem Stadtrat bei seiner Entscheidung helfen.“

Flusslauf wird frühestens ab 2023 geöffnet

Frühestens in fünf Jahren könnten die Arbeiten zur Öffnung des Pleißemühlgrabens beginnen, erläuterte Bürgermeister Rosenthal. „Es geht im Moment nur um die Festlegung des Trassenverlaufs.“ Aus Sicht der Stadt hätten zunächst die weitere Freilegung des Elstermühlgrabens, der Bau des Stadthafens sowie der Durchstich vom Lindenauer Hafen zum Elster-Saale-Kanal Priorität. Der Freistaat Sachsen habe im Rahmen seines Hochwasserschutzkonzeptes aber schon grundsätzlich signalisiert, auch bei der Öffnung des Pleißemühlgrabens in Leipzig etwa 75 Prozent der Kosten übernehmen zu wollen.

Von Jens Rometsch

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