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Lokales „Anastasia hat alle geflasht“ – Sachsenmädel ist Drittschönste im ganzen Land
Leipzig Lokales „Anastasia hat alle geflasht“ – Sachsenmädel ist Drittschönste im ganzen Land
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15:40 24.02.2019
Miss Baden-Württemberg Nadine Berneis (Mitte) ist die neue Miss Germany 2019. Links Miss Sachsen Anastasia Aksak (3. Platz) und rechts Miss Hamburg Pricilla Klein (2. Platz). Quelle: dpa
Leipzig/Rust

Die Krone der Schönheitskönigin hat Anastasia Aksak am Ende nicht mit nach Hause nehmen können. Aber viel hat nicht gefehlt: Die gebürtige Leipzigerin hat es aufs Siegertreppchen geschafft, ist am Samstagabend bei der Wahl zur Miss Germany 2019 im Europapark Rust stolze Dritte geworden. Dabei hatte ihr geballte Sachsen-Schönheit die Daumen gedrückt: Im Publikum saßen die beiden Leipziger Soraya Kohlmann (20), Miss Germany 2017, und Sasha Sasse (27), Mister Germany 2019, sowie die aktuelle Miss Germany 50 plus Evelyn Reißmann (53) aus Plauen.

Hinter den Kulissen fließen Tränchen

Aus anfangs 16 Kandidatinnen zog die 22-jährige Studentin Anastasia zunächst in die Runde der besten Acht ein, dann kam sie unter die besten Fünf – und schließlich unter die besten Drei. Den Titel holte sich Miss Baden-Württemberg Nadine Berneis (28) vor Miss Hamburg Pricilla Klein (23). „Ich bin glücklich, dass ich es so weit gebracht habe, und komplett zufrieden mit meiner Platzierung“, sagte die amtierende Miss Sachsen am Ende des Wettbewerbs, nachdem die drei Schönsten ausgiebig im Blitzlichtgewitter gestanden hatten.

Dass Anastasia hinter den Kulissen dennoch einige Tränchen vergoss, lag vor allem daran, dass die Anspannung der zurückliegenden drei Wochen nun endlich vorbei war. Und dass sie nach drei Wochen Missen-Ausbildung auf Fuerteventura und im Europapark Rust ihre Mutter und ihre besten Freundinnen wiedersehen konnte. „Meine Mama ist mein größter Groupie. Sie hat mir jeden Tag berichtet, wo wieder etwas über mich geschrieben stand“, verriet die Tochter.

Neubraunshain steht Kopf

Das kleine Dorf Neubraunshain bei Altenburg stand am Samstagabend vermutlich Kopf. Dort wohnt Anastasias Familie – der türkische Vater, die russische Mutter, die beiden Brüder (13 Jahre und ein Jahr alt) und der Schäferhund. Der Vater hatte früher in der Nähe eine Fladenbrotfabrik, jetzt ist er im Ruhestand. „Unsere Nachbarinnen schauen sich den Wettbewerb im Livestream an“, erzählte die BWL-Studentin mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Unter den Augen von 180 akkreditierten Medienvertretern, darunter ARD, ZDF, RTL und Sat1, schritten und tanzten die 16 Missen-Anwärterinnen zunächst im schwarzen Hosenanzug und dann in drei verschiedenen Abendkleidern über den Laufsteg. Sie wurden per Video vorgestellt, bevor sie sich live den Fragen der Juroren stellten. Einen Durchgang im Badeanzug gibt es nicht mehr – das wäre für Anastasia auch ein Hinderungsgrund gewesen. Ohnehin hat sie lange überlegt, ob sie bei dem Wettbewerb tatsächlich antreten soll, für den zwei Freundinnen sie angemeldet hatten.

Der kleine Bruder ist ihr Ein und Alles

Der gesamte Ablauf der Show war tagelang vorher durchgeprobt worden, doch in der „Stunde der Wahrheit“ schlug den Mädchen das Herz bis zum Hals. Manche konnte vor Aufregung kaum sprechen. Anastasia, Kandidatin mit der Startnummer 11, wurde gefragt, was das prägendste Ereignis in ihrem Leben war. „Die Geburt meines kleinen Bruders. Er ist mein Ein und Alles, obwohl zwischen uns 20 Jahre Altersunterschied sind“, schwärmte sie. Juror Wolfgang Bosbach wollte von ihr wissen, was typisch für die junge Generation sei? „Dass wir viel am Smartphone sind. Soziale Medien sind uns ganz wichtig“, antwortete Anastasia. Sie studiert an der Westsächsischen Hochschule Zwickau im dritten Semester BWL und will später einen Job im Marketing machen. Einen Freund hat sie nicht, „und ich bin auch nicht auf der Suche“.

Vor zwei Jahren 20 Kilo schwerer

Noch vor zwei Jahren hätte die 1,76 Meter große Sachsen-Schönheit es wohl nicht bis ins Finale einer Miss-Germany-Wahl geschafft. Grund: Anastasia hatte satte 20 Kilo mehr auf den Rippen als heute. Durch gesunde Ernährung und viel Sport gelang es ihr, in zwei Etappen jeweils zehn Kilo loszuwerden. Inzwischen wiegt sie schlanke 60 Kilogramm.

Vor dem Wettbewerb war sie als eine der Top-Kandidatinnen gehandelt worden. „Anastasia hat alle geflasht. Sie ist authentisch und braucht nicht viel, um zu überzeugen“, urteilte Ines Klemmer von der Miss Germany Corporation, unter dem Namen Ines Kuba 1992/93 selbst Miss Germany und Queen of the World.

Von Kerstin Decker

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