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Lokales Ankunft am St. Georg in Leipzig: Radler fahren 900 Kilometer für nierenkranke Kinder
Leipzig Lokales Ankunft am St. Georg in Leipzig: Radler fahren 900 Kilometer für nierenkranke Kinder
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15:33 15.07.2019
Die 18 Teilnehmer der Bike-for-Charity-Tour nach der Ankunft am Haus 9 des Klinikums St. Georg. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Willkommensfest für „Bike for Charity“ – Spendenradtour am Klinikum St. Georg in Leipzig: Vor dem Haus 9 auf dem Klinikgelände herrscht Sonntagnachmittag erwartungsvolle Spannung. Jeden Moment müssen sie kommen – die Benefizradler.

Matthias Martin (weißes Hemd) vom Förderkreis Kinderdialyse Leipzig nimmt die Schecks entgegen. Quelle: Dirk Knofe

18 Radler aus ganz Deutschland waren dabei

Sieben Tage lang waren 18 Biker aus der ganzen Bundesrepublik unterwegs, fuhren vom italienischen Venedig über die Alpen, gaben ihre Kraft und Energie, um Spendengelder für den Förderkreis der Kinderdialyse Leipzig einzufahren. Nun waren die 10 000 Höhenmeter überwunden, war die 900 Kilometer lange Strecke fast geschafft, stand das Empfangs-Spalier bereit. Mädchen und Jungen hielten Sonnenblumen in den Händen, hatten Herzen auf den Asphalt gemalt. Jubel und Applaus für die ersten Ankommenden.

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1000 junge Patienten werden ambulant am St. Georg betreut

Zu den 40 Freizeitsportlern, die die letzten Kilometer mitgefahren sind, gehörte auch die leitende Ärztin der Kinderdialyse Simone Wygoda. „Es war ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, schwärmte die Medizinerin. Seit der Gründung des Vereins „Bike for Charity“ erhalten chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche mehr Aufmerksamkeit, auch deshalb unterstützt das Klinikum St. Georg das Projekt. „Unsere Kinderdialyse ist die einzige in Sachsen. Derzeit befinden sich 19 Kinder und Jugendliche in der Dialyse, 35 wurden transplantiert, und 1000 werden aktuell ambulant betreut“, erläuterte die leitende Ärztin für Kindernephrologie am Klinikum St. Georg.

Förderkreis ist dankbar für Unterstützung

Auch der vierjährige Söhnke gehört zu ihnen. „Unser Sohn ist mit einem Gen-Fehler zur Welt gekommen“, erzählte Mama Sandra Beyer. „Nach einem Jahr versagten seine Nieren, als er zwei wurde, erhielt er Spenderorgane“, so die Dresdnerin. Transplantiert ist auch der Sohn von Matthias Martin.

Initiator Raik Siebenhüner. Quelle: Dirk Knofe

„Seitdem engagiere ich mich als Vereinsvorsitzender für den Förderkreis Kinderdialyse Leipzig, mache Firmen auf die Stärken nierenkranker Jugendlicher aufmerksam, werbe um Ausbildungsplätze. Heute gehöre ich zu den Organisatoren des Willkommensfestes. Denn unser Förderkreis ist sehr dankbar für die Unterstützung durch die Spendenradtour“, betonte Martin. Daran teilgenommen hat auch Jens Wiegmann. „Für mich und meine Frau ist es eine Herzensangelegenheit. Mein Vater war selbst nierenkrank, meine Frau ist Krankenschwester, sie kennt die Situation betroffener Kinder und weiß, dass sie mehr Lobby brauchen“, merkte der Mansfelder an.

Nierenkranke Kinder haben kaum eine Lobby

Genau deshalb gründete Raik Siebenhüner gemeinsam mit Jens Merseburger, den Verein „Bike for Charity“ , stellte die erste Spendenradtour 2018 auf die Beine, der nun die zweite folgte. „Die Behandlung nierenkranker junger Menschen ist kaum in der öffentlichen Wahrnehmung verankert, da lohnt sich eine Unterstützung besonders“, so der angehende Arzt und Vater dreier Kinder. „Höhepunkt unserer Transalp-Tour war die Besichtigung des Rehazentrums Ederhof in den österreichischen Alpen. Dort können Kinder, die am Nierenzentrum in Leipzig betreut und behandelt werden, einen Familienurlaub verbringen, der von deutschen Krankenkassen so nicht gefördert wird. Deswegen ist unser Projekt auf Spenden angewiesen. Für jeden gefahrenen Kilometer der Transalp-Tour haben Unternehmen und zahlreiche private Spender eine bestimmte Summe zugunsten chronisch kranker Kinder gespendet. Insgesamt können wir uns über die stolze Summe von 8200 Euro freuen. Damit können wir Familien erneut einen Aufenthalt auf dem Ederhof ermöglichen Dort können sie sich gegenseitig stützen und neue Kraft schöpfen“, freute sich der Präsident des Bike for Charity.

Kinder überreichen selbst gebastelte Geschenke an die Fahrer. Quelle: Dirk Knofe

Von Ingrid Hildebrandt

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