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Lokales Anti-Polizei-Demo in Leipzig-Connewitz bleibt entspannt – Kretschmer besucht Werk 2
Leipzig Lokales Anti-Polizei-Demo in Leipzig-Connewitz bleibt entspannt – Kretschmer besucht Werk 2
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16:00 14.12.2019
Links: Versammlung und Demoaufzug in Connewitz am 13. Dezember 2019 - laut offiziellem Motto "gegen Polizeigewalt und Willkür". / Rechts: Sachsens MP Kretschmer besucht am Folgetag das Werk 2. Quelle: Dirk Knofe / Christian Modla
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Leipzig

Der Abend begann und endete auch ruhig, dabei war im Vorfeld zum Teil Schlimmes befürchtet worden: Die Leipziger Polizei rückte am späten Freitag zu einem Großeinsatz in den Süden der Stadt aus – zum Schutz einer polizeikritischen Versammlung. Um ein Zeichen für ein friedliches und buntes Miteinander zu setzen, besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am nächsten Tag den Weihnachtsmarkt im Werk 2.

Zuvor versammelten sich am Freitagabend auf dem Südplatz unter dem Dröhnen eines Polizeihubschraubers ab etwa 17.30 Uhr laut städtischer Versammlungsbehörde rund 350 dunkel gekleideten Versammlungsteilnehmer, um über Karl-Liebknecht-Straße, Bernhard-Göring-Straße, Wolfgang-Heinze-Straße und Bornaische Straße in Richtung Connewitzer Kreuz zu laufen. 150 Teilnehmer waren vom Anmelder avisiert. In der offiziellen Version für die Anmeldung des Aufzugs bei der Stadt lautete das Motto „Gegen Polizeigewalt und Willkür“. Ein Internet-Aufruf auf dem Szeneportal „Indymedia“ vom Dienstag war allerdings martialischer betitelt: „Gegen Bullen, Gentrifizierung und Faschismus“.

Anti-Polizei-Protest in Leipzig am 13. Dezember 2019

Der Aufzug begann schließlich mit Redebeiträgen am Südplatz – unter anderem über die Abschiebung in der Leipziger Hildegardstraße, die im Juli eskaliert war und bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Polizei bleibt entspannt

Unter „ACAB“-Rufen („All Cops are Bastards“) setzte sich der Zug kurz nach 18.30 Uhr in Bewegung. Dabei auch mehrere Feuerwerkskörper gezündet und in Richtung Polizei geworfen. Die Ordnungshüter reagierten noch vergleichsweise entspannt. „Wir möchten darauf hinweisen, dass dies zu unterlassen ist“, twitterte das Social-Media-Team. „Silvester ist erst Ende des Monats.“

Auf ihrem zügigen Marsch Richtung Süden schlossen sich immer mehr Teilnehmer dem Aufzug an. Laut Polizei und Versammlungsbehörde nahmen am Ende 550 Personen teil. Parolen gegen Polizei und Gentrifizierung, etwa „Die Häuser denen, die drin wohnen“, bestimmten die akustische Kulisse. Gegen 19.15 Uhr erreichte der Zug erstmals das Connewitzer Kreuz.

Auf der Bornaischen Straße wurden gegen 19.45 Uhr erneut mehrere Feuerwerkskörper geworfen. Die begleitenden Polizisten setzten Helme zum Selbstschutz auf, der Zug durfte seine Route jedoch fortsetzen. Polizisten versuchten, die Werfer aus der Menge herauszuholen. Abgesehen davon sowie von Rufen gegen die Polizei blieb der Demozug laut LVZ-Reportern friedlich.

Gegen 20 Uhr erreichte die Demo schließlich zum zweiten Mal das Connewitzer Kreuz und damit ihren Endpunkt. Die Versammlung löste sich allmählich auf, manche gingen ins angrenzende Werk 2, genehmigten sich einen Glühwein auf dem dortigen Weihnachtsmarkt. Auch im UT Connewitz wurde weiter über Polizeigewalt diskutiert. Die Diskutierenden sprachen sich für eine Gesellschaft ohne institutionalisierte Polizei und mehr demokratische Kontrolle des staatlichen Gewaltmonopols aus. 


Insgesamt wurden im Laufe der Demo laut Polizei fünf Beamte durch Böller- und Steinwürfe leicht verletzt. Zudem wurde ein Streifenwagen beschädigt. Die befürchteten Ausschreitungen blieben jedoch aus.

Kretschmer besucht Werk 2

Am darauffolgenden Samstag nutzten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und seine Ehefrau ihren privaten in Besuch in Leipzig für einen Ausflug auf dem Weihnachtsmarkt im Werk 2. Kretschmer sprach dort mit Ausstellern und wollte ein ausdrückliches Zeichen für ein friedliches und buntes Connewitz setzen, bevor es am Abend weiter zum Weihnachtsoratorium in die Thomaskirche ging.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besucht zusammen mit Lebensgefährtin Annett Hofmann den Weihnachtsmarkt im Werk 2 am Connewitzer Kreuz am 14.12.2019. Quelle: Christian Modla

Von LVZ

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