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Lokales Anwohner in Leipzig-Rückmarsdorf wehren sich gegen Kiesabbau
Leipzig Lokales Anwohner in Leipzig-Rückmarsdorf wehren sich gegen Kiesabbau
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20:05 31.01.2017
Rückmarsdorf wehrt sich gegen den geplanten Kiesabbau, hier bei einem früheren Bürgerforum (Archivfoto). Quelle: André Kempner
Leipzig

„Wir sind nicht hier hergezogen, um im Tagebau zu wohnen“, sagte ein Anwohner am Montagabend und drückte damit aus, was derzeit viele Menschen in Rückmarsdorf bewegt. Zu einer Info-Versammlung der Bürgerinitiative gegen den geplanten Kiesabbau in dem westlichen Leipziger Stadtteil kamen rund 130 Einwohner und machten ihrem Protest Luft. Im Video von LVZ.de sprechen einige von ihnen über ihre Ängste und Sorgen:

Angst vor Lärm, Staub und Wertverlust

Wie berichtet, will das Unternehmen GP Günter Papenburg auf einer 47 Hektar großen Fläche, die intern unter dem Namen „Schönau III“ geführt wird, rund 15 Jahre lang Kies abbauen. Begonnen werden soll damit im Jahr 2019. Im Umfeld des geplanten Tagebaugebiets zwischen Eisenbahnlinie, Miltitzer Straße und An der Vogelweide befinden sich vor allem Einfamilienhäuser.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Rückmarsdorf, Cornelia Kluth, verweist neben gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub vor allem auf den Wertverfall der Grundstücke. „Das können wir uns nicht gefallen lassen“, betont sie. Der Protest steht unter dem Slogan „Mit uns ist kein Kies zu machen“. Bereits im Januar übergaben die Mitglieder 2800 Überschriften gegen die Abbaupläne an Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU).

Dubrau: „Politik nimmt Sorgen ernst“

Die Stadt Leipzig hat sich in dem Streit noch nicht positioniert. Im Wirtschaftsdezernat wird allerdings betont, dass eine wachsende Stadt auch Baumaterial und Arbeitskräfte benötige und deshalb „grundsätzlich“ entsprechende Entwicklungen und Unternehmen unterstützt würden. Eine Rolle würden aber auch die Bedürfnisse der Anwohner und die Nachnutzung der Fläche spielen.

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erklärte jetzt auf Nachfrage: „Es ist immer so, wenn Baumaßnahmen stattfinden, die Lärm und Krach machen, dass das für die Anwohner vor Ort problematisch ist. Die Politik nimmt genauso wie die Verwaltung die Sorgen der Bewohner sehr ernst.“

Die Bürgerinitiative plant derzeit neben weiteren Gesprächen mit Politikern auch eine Petition gegen den Kiesabbau. Am 23. Februar, 10 Uhr, wollen sich mehrere Linke-Politiker über die Situation vor Ort informieren. Auch die Anwohner sind dazu eingeladen.

B.B./nöß/A.T.

. 130 Einwohnern

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