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Lokales App „Flexa“: Verkehrsbetriebe starten Weltneuheit im Leipziger Norden
Leipzig Lokales App „Flexa“: Verkehrsbetriebe starten Weltneuheit im Leipziger Norden
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17:24 13.10.2019
Die Leipziger Verkehrsbetriebe testen im Norden der Stadt das neue Angebot „Flexa“. Am Sonntag wurde es offiziell vorgestellt. Quelle: Linda Polenz
Leipzig

Im Rahmen eines Pilotprojekts testen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in den Stadtteilen Wiederitzsch, Breitenfeld und Lindenthal ihr neues Angebot „Flexa“. Verfahren und Technik sind nach Angaben der LVB weltweit einzigartig. Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) könnten sich damit noch flexibler innerhalb des Angebotsraumes bewegen, hieß es bei der Präsentation am Sonntagvormittag.

Vier Kleinbusse rücken aus

Im Zentrum steht die „Flexa“-App, über die Kunden nicht nur einen von vier Flexa-Kleinbussen (jeweils sechs Sitzplätze) bestellen, sondern ihren gesamten Reiseweg planen können. „Das war die große Herausforderung“, erläuterte Michael Patscheke vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, das die App entwickelt hat. „Erstmals gibt es jetzt ein dynamisches Ride-Pooling mit verschiedenen Möglichkeiten, wie man seinen Weg fortsetzt.“

Unter den 108 Haltepunkten sind 75 virtuelle

In das Angebot integriert sind Straßenbahnen, Busse und S-Bahnen. „Fahrtwünsche mit ,Flexa‘ werden über die Smartphone-App sinnvoll mit den bestehenden Mobilitätsmöglichkeiten bis zum Ziel kombiniert“, sagte LVB-Projektleiter Johannes Simons. „Dafür stehen 108 Haltepunkte, darunter 75 neue virtuelle, zur Verfügung. Dadurch sichern wir ein hohes Maß an Flexibilität für Kunden und kombinieren Fahrtwünsche, sodass mehrere Fahrgäste die Fahrzeuge nutzen können.“

Test findet im Krisengebiet statt

Getestet wird „Flexa“ in Lindenthal, Breitenfeld und Wiederitzsch. Schon seit geraumer Zeit fordern gerade die Bewohner dieser Stadtteile einen besseren Anschluss an den ÖPNV. Die Pilot-Testphase dauert fünf Monate und endet Mitte März 2020. „Mit ,Flexa‘ schaffen wir ein Mobilitätsangebot mit nahezu Tür-zu-Tür-Bedienung“, betonte LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg. „Damit rücken wir näher an die Menschen heran.“ Durch die Möglichkeit, einen Shuttle-Bus zu buchen, würden die Verkehrsbetriebe eine Alternative zu den Standardangeboten liefern. „Der vertaktete LVB-Linienverkehr bleibt während des Pilotbetriebs unverändert“, so Middelberg. „Das Angebot wird sich also ergänzend in das bestehende Netz einfügen.“

Auch eine Telefon-Hotline gibt’s

Derzeit ist die App ausschließlich für Apple-Geräte verfügbar. Die Android-App wird folgen. „Für diese Nutzer bieten wir einen Download an“, sagte Middelberg. Wer über keinerlei Technik verfügt, die die Nutzung mittels App möglich macht, kann das Angebot auch über Telefon nutzen. „Wir haben dafür die Hotline 0341 492-1122 geschaltet“, so der LVB-Geschäftsführer. Nutzbar ist „Flexa“ werktags von 6 bis 24 Uhr, sonntags von 8 bis 24 Uhr. „Wer um 23.59 Uhr anruft, löst noch eine valide Bestellung aus“, stellte er klar.

Chile, Afrika, Indien – der Bedarf ist da“

Nach der Pilotphase wollen die beteiligten Partner entscheiden, wie es mit „Flexa“ weitergeht. „Wenn das Projekt erfolgreich ist, werden wir überlegen, ob es andere Räume oder Zeiten gibt, in denen das Angebot sinnvoll sein könnte“, sagte Middelberg. Erfolgreich sei das Vorhaben dann, wenn die App funktioniert und es eine gute Resonanz bei den Menschen auf das Angebot gibt. Für den Fall, dass das Projekt zur Zufriedenheit aller ausfällt: „Es liegen bereits Anfragen aus der ganzen Welt vor“, schilderte Max-Planck-Mann Patscheke. „Chile, Afrika, Indien – der Bedarf ist definitiv da.“ Eine Innovation, die also von Leipzig aus in die Welt starten könnte.

Weitere Informationen im Internet unter www.L.de/flexa

Von Linda Polenz

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