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Lokales „Arbeitsprogramm 2023“: Das soll in Leipzig in den nächsten Jahren passieren
Leipzig Lokales „Arbeitsprogramm 2023“: Das soll in Leipzig in den nächsten Jahren passieren
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16:24 18.09.2019
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD, rechts) stellt sein Arbeitsprogramm 2023 für den neuen Stadtrat vor. Quelle: André Kempner
Leipzig

Wohin sich die Stadt entwickelt, beschreibt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „Leipzig 2030“ (Insek). Sechs Zielfelder, 30 konkrete Maßnahmen, die Lebensqualität und soziale Stabilität schaffen sowie die Internationalität und Wettbewerbsfähigkeit Leipzigs steigern, haben dabei Vorrang. Die legte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Mittwoch dem neuen Stadtrat als Arbeitspapier 2023 vor. Vom neuen Stadtteil Heiterblick Süd über den Parkbogen Ost bis hin zum „Dorf für Ältere“ ist vieles enthalten, was Leipzig liebens- und lebenswert machen soll (die LVZ berichtete). Gesetzt sind dabei das Bauprogramm für Schulenund Kitas sowie Investitionen in eine nachhaltige Mobilität. Für Lebensqualität steht die Entwicklung der grün-blauen Infrastruktur sowie des Parkbogen-Ost ebenso wie die Entwicklung eines neuen Naturkundemuseums und die Gestaltung des Stadionumfeldes bis hin zu neuen Wohngebieten.

Das Arbeitsprogramm liegt in einer Broschüre vor. Quelle: Andre Kempner

Neben den Arealen am Bayerischen Bahnhof sowie dem Freiladebahnhof Eutritzsch, die private Investoren entwickeln, liegt beim Wohnungsbau ein Schwerpunkt auf Heiterblick-Süd. Hintergrund: Die wachsende Stadt braucht bis 2030 ca. 50 000 neue Wohnungen. Die Fläche in Heiterblick-Süd gehört der Stadt, war schon zu DDR-Zeiten als Wohngebiet Kiebitzmark II vorgesehen. Entwickelt wird das Gebiet daher für alle Bevölkerungsgruppen nach der Leipzig-Charta. „Das bedeutet: 30 Prozent Mietpreis- und belegungsgebundener Wohnungsbau“, sagte Thorsten Rupp, Abteilungsleiter vom Stadtplanungsamt. Aber auch Kitas und Schulen entstehen. Geplant sei, durch Konzeptveräußerungen beispielhafte Projekte mit innovativen Akteuren zu entwickeln – bis hin zum Einsatz neuer Materialien und seriellem Bauen.

Großsporthalle und Museum als Ziel

Stichwort modernes Naturkundemuseum. „Wir wollen dieses Jahr entscheiden, wo es hinkommt“, betonte Jung. Derzeit werden neben dem bestehenden Standort das ehemalige Stadtbad sowie der Bowlingtreff als Alternative untersucht. Eröffnung soll 2024 sein, hieß es. OBM Jung hält auch am Plan fest, bis 2027 auf der Alten Messe eine neue Großsporthalle für 15 000 Zuschauer zu errichten, von der ganz Mitteldeutschland profitieren soll. „Wir wollen künftig Gastgeber von Hallen-Weltmeisterschaften sein, die Arena reicht dafür nicht mehr aus“, so Jung. Absehbare Kosten: 88,1 Millionen Euro.

Kleinteilige Wohnform für Ältere mit Dorfcharakter

Wichtig sei auch, das Stadionumfeld neu zu sortieren – von einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur über ein Domizil fürs Sportmuseum bis hin zur Öffnung der Alten Elster. Ein innovatives Projekt soll das „Dorf für Ältere“ werden: „Wir haben immer mehr Ältere und Hochbetagte. Deshalb müssen wir uns auch mit Themen wie Demenz beschäftigen, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, so der Rathauschef. Die Städtischen Altenpflegeheime entwickeln ein Projekt, wie diese in kleinteiligen Wohnformen mit Dorfcharakter leben können. Bis 2022 soll die Finanzierung stehen, hieß es.

Das Arbeitsprogramm sieht vor, Klimaschutzstrategien weiterzuentwickeln und Klimaneutralität zu organisieren. „Wir müssen uns darauf einrichten, dass unsere Stadt im Durchschnitt ab 2040 etwa 2 Grad heißer wird“, sagt Jung. Mit Parks und Straßengrün bis hin zum Ausstieg aus der Braunkohle durch die Stadtwerke müsse man da gegensteuern.

Moderne Verwaltung und intelligentes Flächenmanagement

Um die Ziele zu erreichen, bedarf es einer modernen und digitalen Verwaltung, aber auch eines vorsorgenden und innovativen Flächenmanagements. Leipzig wächst zwar etwas langsamer – die Stadt geht mittlerweile von höchstens 680 000 Einwohnern bis 2030 aus. Aber auch für diese Bürger muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Ob für Kitas, Schulen, Sport- oder Grünflächen, neue Gewerbeareale oder Wohngebiete – die Areale werden knapp. „Um das Gemeinwesen am Laufen zu halten, müssen wir kluge Entscheidungen treffen“, so Matthias Kaufmann, der Leiter des Liegenschaftsamtes.

Von Mathias Orbeck

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