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Lokales Auf den Thron fürs neue Museum – dort kommen mehr Leute zu Wort
Leipzig Lokales Auf den Thron fürs neue Museum – dort kommen mehr Leute zu Wort
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07:02 17.08.2018
Mit dem Thron in Leipzig unterwegs: Bettina Flitner fotografiert für die neue Dauerschau im Zeitgeschichtlichen Forum. Am Donnerstag war sie bei Beton-Art-Design in der Merseburger Straße zu Gast. Sie kommt die nächsten Tage auch in die Innenstadt. Quelle: Christian Modla
Leipzig

„Ich bin das Volk“ – was haben die Menschen zu sagen, wenn sie auf einen Thron gesetzt und fotografiert werden wollen? Das ergründet derzeit die Fotografin Bettina Flitner, die für das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig unterwegs ist und dabei auch Seniorenheime, das Ausbildungskommando der Bundeswehr, den Thomanerchor, eine Baustelle und andere Institutionen besucht. Die Menschen sollen sagen, wo der Schuh drückt, was sie ändern würden, wenn sie das Sagen hätten. Das Ergebnis soll in der neuen Dauerausstellung des Museums gezeigt werden, die sich ab 5. November in völlig neuem Gewand präsentiert. Flitner hatte bereits das Fotoprojekt „Flucht, Protest, Asyl? Wir müssen reden“ fürs Forum gemacht.

Starke Objekte kommen als Hingucker

„Wir wollen präsenter für die Menschen sein – sie auch selbst mehr zu Wort kommen lassen. Das Forum soll ein echtes Forum werden, in dem auch Gedanken ausgetauscht werden“, sagt Direktor Jürgen Reiche. Etwa darüber, was die in der Friedlichen Revolution erkämpfte Freiheit dem einzelnen heute bedeutet.

Nach wie vor wird sich die Schau, in die neueste Forschungsergebnisse einfließen, mit Diktatur und Demokratie in Deutschland nach 1945 sowie der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung beschäftigen. Dabei soll sie aber „insgesamt gegenwartsbezogener werden“. „Mehr Geschichte, starke Objekte, optimierte Vermittlung“ – das sind die Leitgedanken bei der Erneuerung“, kündigte Reiche bereits im Januar an.

Lenin-Statue wird aufgestellt

Vom Mini-Chip, der unter die Haut gepflanzt wurde, bis hin zur 2,5 Tonnen schweren Lenin-Statue werden dabei etliche „Hingucker“ platziert, um die herum sich Geschichen erzählen lassen. Einzelne Objekte bekommen dabei mehr Raum, um zu wirken. Die Sandstein-Statue ist zwei Meter hoch, 1,15 Meter breit, wiegt etwa 2,5 Tonnen. Bis 1992 stand die Plastik vor dem Kulturhaus der sowjetischen Garnison in Bischofswerda. In der künftigen Ausstellung steht sie als ein exemplarisches Beispiel fürs Abräumen von Ideologie, aber auch von Erinnerungen in der Nachwendezeit. damals sind bekanntlich viele Statuen entfernt sowie Straßen umbenannt worden.

Der Fundus mit Objekten ist groß: Es kann auch auf die DDR-Alltagsdesign-Sammlung des Hauses der Geschichte zurückgreifen, die in Berlin-Spandau 160 000 Objekte zählt.

Bühne wird durch Diskussionen belebt

Mitten in der Schau entsteht eine Bühne, die „immer wieder durch Veranstaltungen belebt“ werden soll. Die Kosten von vier Millionen Euro für den Umbau stammen aus Sondermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. „Wir sind im Zeit- und Finanzplan“, sagt Reiche.

DDR-Design-Ausstellung ist geöffnet

Das neue Haus wird auch optisch interessant. Bereits der Eingangsbereich wird markiert durch ein hinterleuchtetes Glaskeramikband vor der Glasfassade, das unterhalb der Foyerdecke ins Gebäude hineinführt. Dort wird dann auch die jeweils aktuelle Ausstellung präsentiert. Die Ausbauarbeiten im Foyer laufen – bislang ist aber noch nicht viel zu sehen. Die markante „Jahrhundertschritt“-Plastik Wolfgang Mattheuers bleibt stehen.

Das Haus ist während des Umbaus die ganze Zeit geöffnet. Bis 21. Oktober läuft die Sonderschau „Alles nach Plan? Formgestaltung in der DDR“, die sich der Alltags- und Produktkultur der DDR widmet. Bis 2. September ist auch noch die Schau „Rückblende“ mit ausgewählten Karikaturen und Fotografien des politischen Jahres 2017 zu sehen.

Das Zeitgeschichtliche Forum ist Dienstag bis Freitag: 9–18 Uhr, Samstag und Sonntag: 10–18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Mathias Orbeck

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