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Lokales Aufgetaucht: Hundert-Mark-Schein, den Louis Armstrong in Leipzig unterschrieb
Leipzig Lokales Aufgetaucht: Hundert-Mark-Schein, den Louis Armstrong in Leipzig unterschrieb
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19:00 13.12.2018
Volker Stiehler, Felix Waury und Detlef A. Ott (von links nach rechts) mit dem von Jazz-Legende Louis Armstrong unterschriebenen 100-Mark-Schein. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Der 23. März 1965 war sonnig und kalt. Volker Stiehler, später technischer Direktor am Gewandhaus, kann sich gut an den Tag erinnern. Ihm schlotterten die Knie ähnlich wie seinen sieben Mitmusikern.

Der Grund dafür war nicht der Winter, noch der Wind, der über den Flughafen Leipzig-Mockau wehte. „Take it eays, boys!“, „ganz ruhig, Jungs“, mit diesen Worten begrüßte Louis Armstrong an diesem Tag die „Carbol Dandies“. Seine zweimotorige Maschine war von Berlin aus gestartet. Mit dem Wohlwollen der Leiterin der Konzert- und Gastspieldirektion hatte es die Markranstädter Band von Ärzten und ihren Freunden bis auf das Flugfeld geschafft, um Armstrong bei der Landung zu empfangen.

Er unterschrieb immer in Grün: Felix Waury mit dem Hundert-Mark-Schein, den Louis Armstrong 1965 in Leipzig unterschrieben hat. Quelle: André Kempner

„Satchmo“-Buch erzählt auch von teurem Autogramm

Nicht nur daran, wie der damals 64-jährige afroamerikanische Jazzmusiker die Gangway herunterschritt, erinnert sich Stiehler. Auch eine andere Begegnung prägte sich ein: „Zwei Herren im Mantel kommen, machen sich ein wenig Platz in der Traube um Armstrong. Einer macht die Brieftasche auf, und nimmt einen Hundertmarkschein raus. Meine Augen wurden immer größer.“ Nicht nur für den 24-jährigen Studenten war das damals eine Unmenge Geld.

Über den für ihn „verrückten Mann, der den Schein ungültig machte, indem er ihn beschreiben ließ“, berichtete Stiehler nicht nur in der LVZ. „Wir haben vor zehn Jahren zusammen mit dem Rundfunk-Journalisten Stephan Schulz ein Buch gemacht über Louis Armstrongs Tour in den Osten“, erzählt Detlef Ott.

Daraus entstand nicht nur die Band Just for Swing, sondern die Zeitschrift, die er ehrenamtlich herausgibt. Stiehler trug zum Buch die Anekdote bei, wollte sie immer auch beweisen.

Suche nach dem Unbekannten bleibt vorerst erfolglos

Zwar fand er über eine Zeitungsannonce eine Adresse in der Lausitz, aber bei dem Menschen dahinter erreichte er nicht viel: „Es war nichts zu machen, nicht einmal ein Foto.“

Es dauert 54 Jahre, bevor Stiehler erfährt, wer der Mann war und was aus dem teuren Autogramm wurde: „Mein Onkel war damals 30“, erzählt Felix Waury. Zehn Jahre nach dem Bucherscheinen hat er Stiehler und seine Jazzfreunde in Leipzig besucht. Sein Onkel aus Wittichenau in der Oberlausitz ist gestorben und er der neue Besitzer des Geldscheins. Im Nachlass fand er auch den Briefverkehr mit den Leipzigern.

Autogrammchance einfach genutzt

„Mein Onkel war ziemlich zurückhaltend, er wollte nicht an die Öffentlichkeit“, erklärt er. Die Geschichte habe er zwar oft erzählt, aber den Schein nie gezeigt. „Das erste Mal, dass ich ihn gesehen habe, war vier Wochen vor seinem Tod.“ Bis dahin lag er verschlossen in einem Sparkassen-Schließfach.

„Er hatte gar keine Beziehung zum Jazz“, überrascht er Stiehler und Ott weiter. Sein Onkel sei Bauingenieur gewesen und viel unterwegs. „Es war wirklich Zufall. Sie wollten nach Budapest fliegen.“ Das Autogramm habe er einfach machen lassen, „weil die Chance da war.“

Von Manuel Niemann

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