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Lokales Aufräumen in Leipzig – Feuerwehr und Stadtwerke beseitigen Schäden
Leipzig Lokales Aufräumen in Leipzig – Feuerwehr und Stadtwerke beseitigen Schäden
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18:21 19.01.2018
Sturmschäden in Leipzig. Ein Umgestürzter Baum behindert den Verkehr in der Straße des 18.Oktober.   Quelle: André Kempner
Leipzig

Nach dem Orkantief „Friederike“ sind Feuerwehr und die Techniker der Leipziger Stadtwerke am Freitag weiter im Einsatz, um Schäden zu beseitigen. So konnten in der Nacht nicht alle Radwege und Straßen mehr freigeräumt werden, heißt es aus der Leitstelle. Rund 50 Vorfälle hatten die Einsatzkräfte noch auf der Liste. Zum Großteil ging es um die Beseitigung von umgestürzten Bäumen oder abgedeckten Dächern. Durch den Sturm mussten die Feuerwehrleute am Donnerstag allein in Leipzig 440 Mal ausrücken. 2400 Anrufe gingen zwischen 14 und 20 Uhr ein, so die Branddirektion.

Auch im Leipziger Wildpark und am Cospudener See hat der Sturm "Friederike" gewütet. Bäume sind abgeknickt, der Wildpark muss deshalb am 19. und 20. Januar 2018 schließen. Am Cossi in Markkleeberg wurden Segelboote beschädigt. Fotos: André Kempner

Zahlreiche Bäume wurden im Leipziger Wildpark entwurzelt. Im Park seien deshalb am Freitag und Samstag kurzfristige Schließungen nötig, teilte die Stadt Leipzig mit. Im Leipziger Zoo wurde das alte Vogelhaus beschädigt. Zwei Papageien sind entflogen. "Einen Lori haben wir aber bereits wiedergefunden", so Zoo-Sprecherin Melanie Ginzel. Die Tierpfleger halten nun auf dem Zoogelände und im Rosental Ausschau nach dem zweiten Tier. 

Das Orkantief „Friederike“ hat am Donnerstagnachmittag Leipzig und die Region erreicht. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und es gab großflächig Stromausfälle.

Die Stadtwerke arbeiteten am Freitag noch daran, einzelne Stromausfälle zu beseitigen, so Sprecherin Nicole Rühl gegenüber LVZ.de. Im Leipziger Westen, unter anderem Plagwitz, Großzschocher und Grünau, war zum Teil der Strom ausgefallen. „Das lag vor allem daran, dass Bäume in Freileitungen gestürzt sind. Zum Teil waren dadurch auch Hausanschlüsse direkt betroffen“, erklärt Rühl. Die Schäden seien vor allem in Straßenzügen mit Einfamilienhäusern aufgetreten, nicht in größeren Wohnblocks, heißt es weiter. In der Nacht mussten die Arbeiten irgendwann eingestellt werden. Bis gegen 16 Uhr am Freitag wollen die Stadtwerke ihre Kunden wieder ans Netz bringen. In einem Sonderfall sei man mit dem Hausbesitzer im Gespräch.

Busse und Bahnen wieder regulär

Busse und Bahnen fuhren bereits am frühen Freitagmorgen im normalen Betrieb. „Leipzig ist mit einem blauen Auge davon gekommen“, zieht Sprecher Marc Backhaus Bilanz. Zwar sei der Fahrplan um 16.15 Uhr bis etwa 20 Uhr außer Kraft gesetzt worden, weil die Fahrer auf Hindernisse und Sicherheit achten mussten. Doch der Betrieb sei fortgesetzt worden. Ebenfalls positiv: „An Straßenbahnen und Bussen sind keine Schäden entstanden“, so Backhaus. Oberleitungsschäden seien in der Regel noch am Abend an vielen Stellen im Streckennetz beseitigt worden. An Leitungen und Grundstücken sei nach ersten Schätzungen ein Schaden im unteren fünfstelligen Bereich entstanden, so Backhaus.

Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gibt es derzeit in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen noch Einschränkungen auf einigen Strecken. Die Situation verbessere sich, sagte ein Bahnsprecher am Freitagmorgen in Leipzig. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt informieren. Auf den Strecken des privaten Verkehrsunternehmens Abellio Rail Mitteldeutschland lief der Zugverkehr auf fast allen Strecken wieder. Vereinzelt könne es aber noch Verspätungen geben, teilte das Unternehmen mit.

In Leipzig hat der Sturm auch Auswirkungen auf den Schulunterricht: Die 120. Grundschule in Großzschocher und die Schule in der Georg-Schwarz-Straße blieben am Freitag bis auf eine Notbetreuung geschlossen.

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Von Evelyn ter Vehn

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