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Lokales Augustiner Brauhaus und neue Gastronomie-Meile in Leipziger City
Leipzig Lokales Augustiner Brauhaus und neue Gastronomie-Meile in Leipziger City
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16:15 23.01.2018
Fast genauso wie das „Augustiner am Gendarmenmarkt" in Berlin soll auch das neue Brauhaus an der Nordseite des Leipziger Marktes eingerichtet werden.
Fast genauso wie das „Augustiner am Gendarmenmarkt" in Berlin soll auch das neue Brauhaus an der Nordseite des Leipziger Marktes eingerichtet werden. Quelle: Foto: Max Schröder / Laggner Gruppe Berlin
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Leipzig

 Es hat ein wenig länger gedauert als gedacht. Doch „in der ersten Februar-Hälfte“ soll nun tatsächlich ein großes Augustiner-Brauhaus am Leipziger Markt öffnen. Das kündigte der Wirtshaus-Betreiber Josef Laggner gegenüber der LVZ an. „Wir sind fast fertig mit dem Umbau“, sagte er. Gestartet werde mit einem Soft-Opening, bei dem die etwa 60 Mitarbeiter noch verschiedene Abläufe testen und verbessern können. „Wahrscheinlich Mitte März folgt dann eine zünftige Einweihungsparty – mit Holzfässern auf dem Pferdefuhrwerk und einer Blaskapelle.“

Wie berichtet, hatte die Laggner-Gruppe 1400 Quadratmeter an der Nordseite des Marktes langfristig angemietet (in den Hausnummern 5 und 6, wo früher die Hypovereinsbank zu finden war). Eigentlich sollte dort schon im Sommer 2017 das Bier in Maßkrüge fließen. Doch die denkmalgerechte Rekonstruktion der Fassade, der Umbau der Türen und das Herrichten eines eigenen Fasskellers hätten mehr Zeit beansprucht, erklärte Laggner jetzt. Das Warten habe sich freilich gelohnt. „Schon zum Frühstück ab 10 Uhr wird es bei uns leckere Weißwürsteln geben, bis spät am Abend regionale und bayerische Küche zu volkstümlichen Preisen. Das Augustiner-Bräu kommt immer direkt aus dem Holzfass.“ Diese Fässer würden aus der ältesten Brauerei Münchens angeliefert, die seit 1328 besteht, im Keller gelagert und mit einem gläsernen Lift zur Anstich-Prozedur in den Gastraum mit 300 Sitzplätzen befördert. Hinzu kämen 300 Plätze auf Freisitzen im überdachten Innenhof und auf dem Markt, außerdem eine „Stube“ für Feiern (bis 80 Personen).

Der 51-jährige Laggner stammt aus dem Salzburger Land, begann als Kellner und gehört heute zu den bekanntesten Gastronomen in Berlin. Am dortigen Gendarmenmarkt und im historischen Holländischen Viertel von Potsdam betreibt er seit langem zwei Augustiner Brauhäuser.

Die neue Adresse dürfte zugleich den Auftakt für eine Gastronomie-Meile bilden, die sich gegenwärtig in der Katharinenstraße entwickelt. Vor zwei Monaten schlossen dort gleich drei Restaurants im letzten Winkel des Museums der bildenden Künste auf: dem frisch erbauten Bernsteincarré an der Ecke Brühl/Katharinenstraße. Mit der Grill-Kette „Peter Pane“ und der Leipziger Musikbar „Henrixx“ haben davon zwei ihren kulinarischen Schwerpunkt bei frisch gebrutzelten Burgern. Fast gegenüber – auf früheren Flächen der Verbraucherzentrale im Kretzschmanns Hof – soll in Kürze noch ein weiteres Burger-Restaurant der Berliner Kette „Gotham“ hinzukommen. In einem der benachbarten, früheren Kaufmannshöfe ist ebenfalls noch ein Restaurant geplant, so dass die Katharinenstraße bald gut ein Dutzend Lokale zählen dürfte: Außer den bereits erwähnten sind das noch „McDonald’s“ am Brühl, der „Romanushof“ im Romanushaus, „Food Kurt“ im Bernsteincarré, das vietnamesische Restaurant „Pho Viet“, der „Sushi Circle“ im Katharinum, „Burger King“ in der Alten Waage sowie die „Milchbar Pinguin“, Pizzeria „Rizzi“ und das „Café Stein“ im LWB-Wohnhaus kurz vor dem Markt.

„Jedes neue Lokal bringt mehr Neugierige, also mehr Frequenz in die Straße. Letztlich haben davon alle Wirte etwas“, so Stefan Lorenz von den Betreibern des „Food Kurt“. Auf 700 Quadratmetern bieten die Leipziger keine Burger, sondern „coole deutsche Küche“. Die Speisen werden vor den Augen der Gäste zubereitet, von ihnen in Selbstbedienung zusammengestellt und nach Gewicht abgerechnet – damit niemand lange warten muss.

1,7 Millionen Euro hat das Betreiber-Quartett in den „Food Kurt“ investiert. Außer den 250 Sitzplätzen drinnen soll es ab April einen großen Freisitz im Museumshof und einen kleinen an der Straße geben. „Die Gastro-Meile im Barfußgäßchen hatte sich auch erst langsam entwickelt. Das dauert, aber gemeinsam mit unseren Nachbarn haben wir hier was ganz Besonderes vor“, erläuterte Lorenz.

Die alteingesessenen City-Gastronomen müssten sich wegen der neuen Konkurrenz keine Sorgen machen, meinte Leipzigs Dehoga-Vorsitzender Detlef Knaack: „Bei drei Millionen Übernachtungen im Jahr werden ein Thüringer Hof oder Auerbachs Keller immer genügend Gäste finden, wenn sie gut geführt sind. Ob es all die neuen Burger-Lokale auch noch in fünf Jahren gibt, da würde ich aber doch ein Fragezeichen dran setzen.“

Von Jens Rometsch

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