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Lokales Ausstellung im Rathaus zeigt Siegerentwurf für ein neues Luther-Melanchthon-Denkmal
Leipzig Lokales Ausstellung im Rathaus zeigt Siegerentwurf für ein neues Luther-Melanchthon-Denkmal
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19:03 04.06.2019
Gerald Aigner aus Wien vor seinem Entwurf für ein neues Luther-Melanchthon-Denkmal. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Mitten in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses steht eine Modellskizze des Luther-Melanchthon-Denkmals, das Bildhauer Markus Gläser anhand alter Fotos nachempfunden hat. Das Original, das sechs Meter hohe Monument an der ebenfalls verschwundenen Johanniskirche auf dem Johannisplatz, gibt es nicht mehr. Die Nationalsozialisten ließen das bekannte Reformationsdenkmal 1943 für Rüstungszwecke einschmelzen. Die Ausstellung „„DENK + MAL Luther Melanchthon“ in der Wandelhalle erinnert daran. Darin sind auch drei Entwürfe des internationalen Wettbewerbes für ein neues Denkmal zu sehen, den die Stadt initiierte. Seit 2005 kämpft der Verein Luther-Melanchthon-Denkmal mit ihrem Gründer Rolf Haupt dafür, das Monument wiederherzustellen. Der Stadtrat entschied sich jedoch für eine zeitgenössische Form.

77 Beiträge bei Wettbewerb eingereicht

Wie berichtet, hatte die Stadt Leipzig im Oktober 2018 einen Gestaltungswettbewerb ausgelobt, für den 77 Beiträge eingereicht wurden. Der Sieger heißt Gerald Aigner aus Wien, der das historische Denkmal in der architektonischen Form einer „Gedächtnisstütze“ in die Erinnerung zurückholen will. Übrig bleibt als Spur des abwesenden Denkmals ein auf wenige Elemente reduziertes Postament. An den vier Seiten werden Orts- und Zeitbezüge verankert, die die Erinnerung an die Leipziger Disputation 1519 sowie den Beginn der Reformation 1539 wachhalten. „Vor dem Ideenwettbewerb wurde vereinbart, dass die Realisierung des Denkmals zurück in die Hände des Vereins geht“, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) am Dienstag bei der Eröffnung der Schau im Rathaus. Und das klang ziemlich diplomatisch.

Das von Johannes Schilling entworfene Luther-Melanchthon-Denkmal stand einst auf dem Johannisplatz vor der ebenfalls verschwundenen Johanniskirche. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Ziel des Wettbewerbs war es, einen künstlerischen Entwurf zu finden, der die Reformatoren Luther und Melanchthon in zeitgenössischer Form stärker ins Bewusstsein der Leipziger Bürgerschaft rückt. Als künftiger Standort für das Denkmal ist der Grünzug zwischen Karl-Tauchnitz-Straße, Friedrich-Ebert-Straße und Martin-Luther-Ring vorgesehen. Reserviert sind dafür maximal 200 Quadratmeter neben dem Fußweg. Ein sich dort befindlicher Findling wird umgesetzt. Für Direktor Anselm Hartinger vom Stadtgeschichtlichen Museum hat dies einen Reiz. Immerhin stand dort einst die katholische Kirche St. Trinitatis, die ihren Neubau bekanntlich am Martin-Luther-Ring errichtet hat.

Denkmal wird aus Spenden finanziert

Wann das Denkmal aufgestellt wird, ist offen. Vorgegeben ist ein Budget von 300 000 Euro für die Realisierung, das allerdings allein aus Spenden bezahlt werden soll. Das historische Denkmal, das der sächsische Bildhauer Johannes Schilling (1828-1920) entwarf, wurde vor 136 Jahren ebenfalls aus Spenden finanziert. „Ein Denkmal, das von Bürgern gestiftet wurde, soll nun von Bürgern wieder errichtet werden“, betonte die Kulturbürgermeisterin. Vereinsgründer Haupt will das weitere Vorgehen im Verein besprechen. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass ihm ein „figürliches Denkmal lieber gewesen“ wäre. Doch die Jury habe so entschieden. Haupt stellt sich vor, um das Denkmal herum mit Abstand wenigstens einige Erläuterungstafeln anzubringen. So könnte ein großes Bild dabei sein, das das historische Reformationsdenkmal bei der Demontage zeigt.

Streitgespräch mit Gysi und Kramp-Karrenbauer

An das Jubiläum 500 Jahre Leipziger Disputation wird im Juni bei weiteren Veranstaltungen erinnert, darunter auch beim Bachfest. Höhepunkt ist ein Festkonzert, das am 16. Juni ab 17 Uhr in der Thomaskirche erklingt. Es stellt den Eröffnungsgottesdienst des etwa dreiwöchigen Leipziger Streitgeschehens vor 500 Jahren nach. Am 27. Juni 1519 führte der Thomanerchor unter Leitung seines Kantors Georg Rhau eine zwölfstimmige Messe auf. Zum Streitgespräch „Mit Religion Staat machen“ im Paulinum am Dienstag, 25. Juni, ab 20 Uhr werden die Bundespolitiker Gregor Gysi (Linke) und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erwartet. Kostenlose Einlasskarten dafür gibt es ab Samstag, 22. Juni, am Info-Punkt im Neuen Augusteum, Augustusplatz 10.

Von Mathias Orbeck

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